„Eltern müssen Vorbild sein“
Babys im Sommer – was jetzt wichtig ist
Ein Sprung ins kühle Schwimmbecken, leckeres Eis im Straßencafé oder ein Eimer voll erfrischendem Wasser für die Beine: Jeder hat seine eigene Strategie, den sommerlichen Temperaturen zu trotzen. Aber wie kommen die Kleinsten mit Sonneneinstrahlung und Wärme zurecht? Wie Babys sich jetzt am wohlsten fühlen, erläutert Professor Dr. Hansjörg Cremer.
BABY & GESUNDHEIT: Herr Professor Cremer, was ist das Besondere an Babyhaut?
Professor Dr. Hansjörg Cremer: Unsere Haut, das größte menschliche Organ, befindet sich in einem ständigen Entwicklungsprozess. Ihre Schutzfunktionen reifen erst im Laufe der Zeit aus. Im Säuglingsalter ist die Haut daher noch wesentlich dünner und empfindlicher gegenüber äußeren Reizen als beim Erwachsenen. Sie hat jetzt noch keinen zuverlässigen Schutzmantel gebildet, der Erregern und Keimen den Weg in den Körper versperrt. Die noch nicht so kräftig ausgeprägte Hornschicht macht die Babyhaut zudem so samtweich.
Die Haut der Kleinen ist also noch nicht in der Lage, sich vor äußeren Einflüssen zu schützen. Ist das der Grund, warum auch die Sonne für Babys gefährlich sein kann?
Ja. Ihre Haut ist noch sehr dünn und bildet nur wenig Melanin. Das sind die Pigmente, die unsere Haut braun färben und die Zellkerne vor der UVStrahlung bewahren. Babys sind den UV-Strahlen daher nahezu schutzlos ausgeliefert und bedürfen großer Aufmerksamkeit und Fürsorge. Übermäßige Sonneneinstrahlung ist aber nicht nur für die Allerkleinsten eine Gefahr, sondern für alle Kinder. Untersuchungen zeigen: Insbesondere Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken. Es liegt in der Hand der Eltern, ihre Kinder davor zu schützen.
Strahlend blauer Himmel, 25 Grad: Wie fühlt sich der jüngste Nachwuchs jetzt am wohlsten?
Das schöne Wetter in allen Ehren: Eltern tun ihren Babys keinen Gefallen, wenn sie sie der prallen Sonne aussetzen. Im Gegenteil – die Kleinen haben dort nichts zu suchen. Es ist ihnen viel zu heiß, zudem ist die UV-Intensität sehr hoch. Ich möchte es ganz deutlich sagen: Babys gehören an warmen Tagen ausschließlich in den Schatten. Und dort, wo noch keiner ist, müssen Mutter und Vater unbedingt dafür sorgen. Direkte Sonneneinstrahlung ist für den Nachwuchs einfach zu gefährlich.
Also heißt es für die ganze Familie „Ab in den Schatten“?
Diese Parole gilt insbesondere für Kinder, aber genauso für die Erwachsenen. Sie sollten ihrem Nachwuchs schließlich ein gutes Vorbild sein: Viele, die sich mit Sonnencremes schützen, wiegen sich in falscher Sicherheit und werden leichtsinnig. Auch wenn er schnell wieder abklingen sollte: Die Haut vergisst keinen Sonnenbrand!
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