Aus großen, blauen Augen schaut Dominik seine Mutter an und kuschelt sich an ihre Brust. Gerade einmal eine Stunde ist er auf der Welt. Seine Mutter hat Dominik dennoch gleich erkannt – an ihrer Stimme, ihren Herztönen – und an ihrem Geruch.
Hebammen beobachten immer wieder fasziniert, wie Neugeborene ohne Schwierigkeiten den Weg zur Brust ihrer Mutter finden und bestenfalls schon bald nach der Geburt beginnen zu trinken.
Die Verbundenheit von Eltern und Kind hat aber schon lange vor der Geburt begonnen. Mutter und Vater haben mit ihrem Baby gesprochen, ihm vorgesungen, es gestreichelt. Auch ein ungeborenes Kind reagiert schon emotional, kann kommunizieren und sich erinnern – was früher Spekulation war, ist heute Gewissheit.
Das Baby hatte Anteil am Gefühlsleben der Mutter und war neun Monate lang live dabei, wenn sie glücklich, gestresst, zornig oder entspannt war. Seine Erinnerung an die Körperlichkeit der Mutter – ihren Herzschlag, rauschendes Blut, das Gluckern aus dem Magen oder die Geräusche ihrer Lunge ist sehr stark.
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