Silke testet

Video-Babyphons

Mami-REPORTERIN Silke hat drei Video-Babyphons verschiedener Preisklassen einem Langzeittest unterzogen. Welche Investition sich für wen lohnt, verrät sie hier.

Auf dem Foto (v. l. n. r.): Technaxx TX-17 4216 (99 Euro), Philips Avent SCD603/00 (169 Euro), NUK Eco Smart Control 300 (269 Euro).

Meine Mutter ist schlichtweg begeistert. Wir sitzen bei „Wer wird Millionär“. Doch die Oma meines elf Monate alten Sohnes interessiert sich mehr für das Geschehen auf dem Bildschirm meines Video-Babyphons als für Günther Jauch. So ein Video-Babyphon ist eine tolle Sache. Im Haus meiner Eltern trennen drei Türen und eine Treppe meinen TV-Abend von Toms Kinderbett. Trotzdem habe ich den Kleinen immer im Blick, sehe, was los ist, bevor er sich die Seele aus dem Leib schreit. Ich hatte das Philips-Avent-Modell bei einer Freundin entdeckt und gedacht: So was muss ich haben!

 

Das Baby immer im Blick

„Das gab’s früher nicht!“, raunt meine Mutter. Nicht überrascht, wie in „Wickeln ohne Puder? Das gab’s früher nicht!“, oder entsetzt, wie in „Mit einem Jahr in die KiTa? Das gab’s früher nicht!“. Nein, meine Mutter ist schlichtweg begeistert. Wir sitzen im Wohnzimmer, bei einer Flasche Wein und „Wer wird Millionär“. Doch die Oma meines 11 Monate alten Sohnes interessiert sich mehr für das Geschehen auf dem Bildschirm meines Video-Babyphones als für Günther Jauchs Fragestunde im TV.

So ein Video-Babyphone ist auch einfach eine tolle Sache. Im Haus meiner Eltern trennen drei Türen und eine Wendeltreppe meinen TV-Weinabend von Toms Kinderbettchen. Trotzdem habe ich den Kleinen immer im Blick. Und sehe, dass etwas los ist, bevor er sich die Seele aus dem Leib schreien muss. Abgesehen davon ist es ein herrliches Gefühl, einfach mal „zu schauen“. Ich hatte schon während meiner Schwangerschaft das Modell von Philips Avent bei einer Freundin entdeckt und sofort entschieden: So etwas muss ich auch haben!

Das Einsteiger-Modell: 99 Euro

Dann habe ich mich über die Preise informiert. Und sofort entschieden: So etwas muss ich zwar haben – aber es muss ja nicht gleich das Modell von Philips sein … Mein Mann und ich haben uns zunächst für ein No-Name-Produkt des Elektrofachhandels Conrad entschieden. Mit 99 Euro unschlagbar im Preis. Und erstaunlich einfach in der Anwendung: Kamera und Bildschirmteil entweder in die Steckdose stecken oder mit Batterien befüllen – und los. Die Kamera überträgt dank Infrarotlicht auch im Dunkeln ein erstaunlich klares Bild. Nur während der Umstellung von Tag- auf Nachtlicht ist das Ergebnis für einige Minuten unbrauchbar, da sich die Kamera nicht zwischen Infrarotlicht und Normalbetrieb „entscheiden“ kann und das Bild flackert. Der Bildschirm wird wahlweise auf Dauerbetrieb eingestellt, oder er schaltet sich nur bei Geräuschen oder Bewegungen im Kinderzimmer ein – das spart Batterieenergie. Die Verbindung funktioniert in unseren 75 Quadratmetern und auch im Treppenhaus zuverlässig.

Leider hält das Bildschirmteil auch mit Markenbatterien keine ganze Nacht ohne Stromkabel durch. Das ist kein großer Nachteil, aber hin und wieder lästig – und teuer, weil man stets Batterien nachkauft. Wer einen Smart-TV besitzt oder viel auf Online-Kanälen unterwegs ist, wird sich ärgern: Das Signal wird durch Streaming fast unbrauchbar. Wir konnten keine Sendungen über Maxdome oder Netflix mehr anschauen, während das Babyphone lief. Nach einem guten halben Jahr bekam das Gerät einen Wackelkontakt und ging regelmäßig von allein aus (trotz Stromzufuhr), daher haben wir es letztendlich ersetzt.

 

Ein teureres Modell für Fortgeschrittene: 169 Euro

Praktischerweise stand mittlerweile Weihnachten vor der Tür. Da meine Eltern schon immer einen hervorragenden Draht zum Weihnachtsmann hatten, bekamen wir schließlich doch unser Wunschmodell von Philips Avent. Es bietet dieselben Funktionen wie das Conrad-Modell. Zusätzlich kann es per Knopfdruck am Bildschirmteil verschiedene Schlafmelodien am Kamerateil abspielen – eine schöne Funktion, die mir schon einige Beruhigungsbesuche an Toms Bettchen erspart hat. Der Bildschirmteil läuft mit Stromkabel oder per Akku, und das problemlos eine ganze Nacht und länger.

Hin und wieder bemerken wir auch bei diesem Modell Störungen durch Streaming-Signale, die sind aber nach wenigen Sekunden behoben. Die Verbindung reicht von unserer Wohnung im dritten Stock sogar bis zum Erdgeschoss auf die Straße – nur leider (warum auch immer) nicht in die gegenüberliegende Wohnung, in der unsere liebe Nachbarin und potenzielle Babysitterin wohnt …

 

Das Deluxe-Babyphon: 269 Euro

Die Reichweite ist für das Eco Smart Control von NUK kein Problem. Es überträgt Bild und Ton über das Internet – auf so viele Smartphones wie gewünscht. Das heißt: Selbst Großeltern oder Patentanten, die in anderen Städten leben, können jederzeit einen Blick in Babys Bett werfen (wenn man das als Eltern denn möchte…). Und Mami & Papi könnten auch ohne Babysitter im Restaurant um die Ecke Essen gehen – solange sie das Handy im Auge behalten. Dabei werden alle Daten über die vorhandene Stromleitung übertragen und verursachen somit keinerlei Funkstrahlung.

Ich durfte die Innovation von NUK zu Hause testen und muss vorwegnehmen: In mir hat NUK den sogenannten DAU gefunden – den „dümmsten anzunehmenden User“. Alles, was mit „diesem Internet“ zu tun hat, übernimmt bei uns zuhause mein Mann, davon habe ich keinen Schimmer. Deshalb habe ich die Installation des Gerätes tagelang vor mir hergeschoben. Zu Recht, wie sich zeigte. Denn was die Pressemitteilung als einfaches „Plug & Play-Prinzip“ verspricht („Kabel in die Steckdose, App laden, Gerät anmelden, fertig!“), hat bei mir zwei Nachmittage in Anspruch genommen. Das lag zum einen daran, dass der Name der benötigten App im AppStore einen anderen Namen hat, als in der Betriebsanleitung angegeben. Ich habe erschreckend lange gebraucht, bis mir der Gedanke kam, nur nach dem Firmennamen NUK zu suchen (ich wiederhole: ich bin der dümmste anzunehmende User!). Da die Anzahl an NUK-Apps überschaubar ist, habe ich dann trotz falschem Namen die richtige App gefunden. Dann kam die nächste Hürde: Der Anmeldevorgang der Kamera. Der viel zu kleine QR-Code, den man hierfür scannen sollte, hat mich mehrfach laut fluchen lassen (ein Glück versteht Tom das noch nicht…). Nach einer weiteren Stunde aber das Erfolgserlebnis: Mein Handy zeigte mir tatsächlich das Live-Bild der Kamera an! Ganz ohne die Hilfe meines Mannes! Ich gebe zu: Ich war ein bisschen stolz auf mich.

Am nächsten Tag an der Supermarktkasse wollte ich kontrollieren, ob mein Mann unseren Sohn schon zum Mittagsschlaf gelegt hat. Doch leider war die Verbindungsqualität trotz LTE so schlecht, dass kein Bild übermittelt wurde. Diese Erfahrung machte ich die nächsten Tage immer mal wieder – tatsächlich konnte ich fast ausschließlich in unserem eigenen WLAN eine einigermaßen zuverlässige (aber auch nicht perfekte) Verbindung herstellen. Klappt die Verbindung, benachrichtigt einen das Babyphone per SMS über Bewegungen oder Geräusche im Kinderzimmer. Im direkten Vergleich hing das NUK-Babyphone hierbei jedoch stets einige Momente (teilweise Minuten!) hinter dem Philips-Modell hinterher. Oft hat es sich erst gemeldet, als einer von uns beiden bereits im Zimmer war, um Tom zu trösten. Im Gegenzug hat es auch immer mal wieder „Falschalarm“ ausgelöst.

Ich muss ehrlich sein: Es ist möglich, dass es nicht am Produkt liegt, sondern an meinen fehlenden Technikkenntnissen. Ich habe probiert, die permanent schlechte Verbindung mit Hilfe der FAQs zu verbessern, doch mein Problem wird in diesem Kapitel nicht behandelt. Ich habe Neustarts der App, der Kamera und unseres Routers vorgenommen, doch auch das half nichts. Und dann habe ich irgendwann, um Zeit und Nerven zu schonen, resigniert. Was schade ist – denn die Idee, gemeinsam mit meinem Mann zu dem kleinen Italiener bei uns an der Ecke Essen zu gehen, hatte mir hervorragend gefallen. Und meine Mutter wäre vermutlich vor Freude ausgerastet, hätte ich ihr die App auf ihrem Handy installiert.

 

Fazit: Die Investition in ein hochwertigeres Gerät lohnt sich

Die Funktionen des No-Name-Produktes haben für unsere Ansprüche absolut ausgereicht. Doch für eine Lebensdauer von nur 6 Monaten sind auch 99 Euro (plus Batteriegeld) viel Geld. Da lohnt sich die Investition in ein hochwertigeres Gerät wie das von Philips Avent für 169 Euro. Wir benutzen es täglich und sind sehr zufrieden.

Ein Babyphone fürs Handy halte ich trotz meiner schlechten Test-Erfahrung für eine großartige Idee – sofern es denn funktioniert. Es ersetzt meiner Meinung nach zwar nicht das klassische Babyphone für zuhause. Wer es sich als technische Spielerei leisten kann (und damit umgehen kann), wird aber bestimmt Freude daran haben, seinen Nachwuchs auf dem Handy überall dabei zu haben. Ich habe meine erste Nacht allein im Hotel ohne Kind hinter mir – und fand es grauenhaft. Ein kurzer Blick vom Hotelbett aus auf meinen Tom wäre an diesem Abend unbezahlbar für mich gewesen. 

 

Stellungnahme des Herstellers NUK

Liebe Silke Schröckert,

vielen Dank, dass Sie das NUK Eco Smart Control getestet haben. In Ihrem Bericht gehen Sie auf einige Punkte ein, in denen das Gerät Ihre Erwartungen nicht erfüllt hat. Gerne möchten wir dazu Stellung nehmen und Ihnen mit ein paar zusätzlichen Infos vielleicht die zukünftige Nutzung des Gerätes erleichtern.

Beim Namen der App haben Sie gleich eine kleine Schwachstelle entdeckt – da stimmen die Namen tatsächlich nicht genau überein. Leider macht es uns Apple gar nicht so einfach, den Namen nachträglich zu ändern. Wir arbeiten an einer Lösung des Problems und können diesen Stolperstein hoffentlich bald beheben.

Beim Scannen des QR Codes empfehlen wir darauf zu achten, dass die Lichtverhältnisse gut sind und das Babyphone stabil liegt. Gern hätten wir den Code größer aufgebracht, jedoch hatten hier noch eine Menge anderer Pflichtangaben ihren Platz zu finden, die gesetzlich vorgeschrieben sind. Wir gehen Ihrem Hinweis gern noch einmal nach und prüfen, ob es eine andere Möglichkeit gibt, die das Scannen erleichtert.

Für alle Fragen und Probleme, die nach dem Kauf, also zum Beispiel beim Installieren des Babyphones und der App auftreten, haben wir einen speziellen After-Sales-Service eingerichtet. Dieser ist unter 02163/59 40 oder HP.Mieruch@menz.de erreichbar und hilft bei konkreten Fragen gern persönlich weiter.

Ihre Anmerkungen zur Verbindungsqualität bei LTE-Verbindung werden wir gerne eingehender prüfen. Bei einer Verbindung über WLAN, LTE oder 3G sollte die Übertragung eigentlich in guter Qualität erfolgen. Um die zu übertragende Datenmenge zu reduzieren und eventuelle Verzögerungen in der Übertragung zu verhindern, können Sie die Video-Auflösung auf 320 x 240 Pixel verringern (siehe Kapitel 6.3 in der Gebrauchsanweisung, „Videoeinstellungen“).
Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Erläuterungen ein wenig weiterhelfen konnten. Bitte zögern Sie nicht, uns bei Fragen zu kontaktieren.

Ihr NUK Team

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