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Bunt von Anfang an

Fotos: Thinkstock

Bunt von Anfang an

Zum Thema Babybrei können sich junge Eltern vor gut gemeinten Ratschlägen kaum retten. Kein Fisch, keine Eier, keine Nüsse, keine glutenhaltigen Getreide. Widersprüchliche Empfehlungen verunsichern. Endlich haben Experten klare Regeln aufgestellt. Die gute Nachricht: Die meisten Verbote können Sie getrost vergessen. (Fast) alles darf auf den Löffel, was dem Baby schmeckt!

Vielseitig, fleisch- sowie glutenhaltig sollte Babys Bei- und Breikost sein – und das schon ab dem 5. Monat. „Vielfalt fördert die Geschmacksentwicklung, Akzeptanz neuer Nahrungsmittel und spätere Essgewohnheiten. In dieser Hinsicht können wir von den Franzosen lernen. Dort werden die Babys bereits sehr früh mit unterschiedlichsten Gemüse- und Obstsorten gefüttert“, sagt Prof. Berthold Koletzko, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Universität München.

„Umfassende Studien belegen: Die hierzulande übliche einseitige Gabe von Monobreien, beispielsweise als Start Karottenbrei und dann die schrittweise Erweiterung des Speiseplans um weitere Lebensmittel, senkt nicht das Allergierisiko. Vielmehr gewöhnen sich die Kinder an die einseitigen Geschmackserlebnisse und sind später weniger offen für Gemüse- und Obstverzehr“, erläutert der Stoffwechsel- und Ernährungsexperte.

Allerdings sollten Sie Ihr Baby weiterhin zusätzlich stillen. Muttermilch kleidet den Darm mit einer Art Schutzschicht aus und gewährleistet so eine bessere Verträglichkeit der neu eingeführten Lebensmittel.

Gluten ist kein Tabu mehr
Frei von Gluten sollte die Babynahrung im ersten Lebensjahr sein, um Krankheiten vorzubeugen – so hieß es bis vor Kurzem. „Ein Irrglaube“, so Koletzko. „Um das Risiko für Zöliakie, Typ 1 Diabetes und Weizenallergie zu reduzieren, sollte Gluten möglichst schrittweise bereits ab dem 5. bis 6. Monat eingeführt werden, bestenfalls während das Kind noch gestillt.“

Anfangs sollten Sie Ihrem Baby pro Tag nicht mehr als sieben Gramm glutenhaltige Getreideprodukte geben. Diese Menge ist beispielsweise in einer halben Scheibe ungesüßtem Zwieback oder Brot (15 Gramm), einem gehäuften Teelöffel Mehl oder Grieß oder einem Esslöffel Flocken enthalten. Nach zwei Wochen können Sie die Menge langsam erhöhen.

Fisch schützt vor Allergien
Auch Fischgerichte erhöhen nicht das Allergierisiko. Im Gegenteil: Sie können sogar vor der Entwicklung allergischer Erkrankungen schützen. Gut geeignet sind Fische wie Saibling, Lachs und Forelle – natürlich gegart und auf keinen Fall roh! Weniger eignen sich Thunfisch, Schwertfisch, Heilbutt und Hecht aufgrund möglicher Schwermetallbelastungen.

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