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Herzerkrankung - ein psychologisches Problem?

Foto: petit bateau

Die Herzerkrankung eines Kindes -
ein psychologisches Problem?

Annäherung von Kinderkardiologie und Psychologie


In den letzten Jahren ist eine fruchtbare Annäherung von Kinderheilkunde und Klinischer Psychologie zu verzeichnen. Die Psychologie chronischer Krankheiten, zu denen viele Herzerkrankungen zählen, beschäftigt sich dabei mit den psychosozialen Folgeerscheinungen von körperlichen Erkrankungen auf das betroffene Kind und seine Familie. Das chronisch herzkranke Kind ist über die unmittelbar behandlungsbezogenen Anpassungsleistungen hinaus schwerwiegenden und vielschichtigen Krankheitsbelastungen ausgesetzt, die als Risikofaktoren bei der Entstehung psychischer und emotionaler Probleme infrage kommen.

In vielen Fällen ist der Tagesablauf des Kindes nach den Krankheitserfordernissen zu strukturieren. Das Kind spielt in der Familie wegen der Erkrankung eine Sonderrolle, die dazu führen kann, dass seine Selbständigkeitsentwicklung gestört wird und die Beziehung zu den Eltern von erhöhter Abhängigkeit geprägt ist. Die Kinder erleben Einschränkungen in ihren körperlichen und sportlichen Aktivitäten. Durch die medizinischen Notwendigkeiten, die mit regelmäßigen Arztbesuchen und zum Teil länger dauernden Krankenhausaufenthalten verbunden sind, erlebt das Kind auch im schulischen Umfeld seine Sonderrolle.

Wegen der Unterrichtsversäumnisse können Leistungsminderungen auftreten; es liegt auf der Hand, dass es leicht zu Integrationsproblemen im Klassenverband kommen kann. Einschränkungen bei der Freizeit- und Urlaubsgestaltung kommen hinzu. Nicht zuletzt sieht sich das chronisch kranke Kind mit Vorurteilen in der Bevölkerung konfrontiert.
Bei den häufig notwendig werdenden Arztbesuchen und Klinikaufenthalten, die zum Teil mit belastenden und schmerzhaften Prozeduren verbunden sind, hat das Kind als zusätzliche Belastungsfaktoren die Trennung von den Bezugspersonen und der gewohnten sozialen Umgebung zu bewältigen. Jeder Krankenhausaufenthalt bedeutet für das Kind, dass es sich in die Stationsroutine einzufügen hat und stellt in jedem Fall auch eine Einschränkung seiner Intimsphäre dar.

Die Erkrankung erfordert kontinuierliche Disziplin und Mitarbeit bei den therapeutischen Maßnahmen (z. B. Einnahme von Medikamenten). Bei den periodisch anstehenden diagnostischen Kontrolluntersuchungen muss sich das Kind unter Umständen mit Ergebnissen konfrontieren, die eine Verschlechterung des Zustandes bedeuten. Das Kind muss sich wiederholt schmerzhaften und eingreifenden Prozeduren, z. B. Katheterisierung, Herz-OP unterziehen. Operationen hinterlassen Narben, die zu Schamgefühlen hinsichtlich der körperlichen Attraktivität führen können.

Lesen Sie hier weiter: Gesunde seelische Entwicklung


 
 
 
 
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