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Sie sind hier: Startseite Expertenforum Schulmedizin Was hilft gegen Reiseübelkeit bei Kindern?

Expertenforum: Schulmedizin


Datum:
17.11.2011
Name:
Bettina Voringer
Fragestellung: 
Was hilft gegen Reiseübelkeit bei Kindern?
Erklärung:

Hallo, Herr Dr. Rodens.

Unsere Kleine ist 1,5 Jahre alt. Seit einem Magen-Darm-Infekt (Durchfall) Mitte des Jahres übergibt sie sich öfter während des Autofahrens. Das heißt, zuerst ist sie quengelig und früher oder später erbricht sie sich. Anschließend ist sie wieder fit und mag auch wieder essen und trinken.
Bisher haben wir sie in der Römer-Babyschale transportiert. Seit ein paar Tagen darf sie nun im "großen" Sitz mitfahren.

Was kann man gegen diese Reiseübelkeit tun? Wir wollten unserer Tochter nicht gleich die harten Medis geben, sondern hatten eher an etwas Natürliches gedacht.

Vielleicht können Sie uns weiterhelfen. Danke schon mal.

Gruß
Bettina Voringer

P. S.: Ich habe als Kind auch schon unter Reiseübelkeit gelitten.
Mittlerweile hält sie sich aber relativ in Grenzen (ich
nehme Coccolus).

Antwort:

Guten Tag Frau Voringer,

etwas ungewöhnlich ist bei Ihrem Kind der frühe Beginn einer Reisekrankheit (Kinetose). Meistens fängt dieses Problem erst nach einem Alter von zwei Jahren an. Von meinen eigenen drei Kindern  waren/sind zwei besonders anfällig (und meine Frau hat dasselbe Problem). Diese Empfindlichkeit kommt, wie Sie es bei sich ja auch beschrieben haben, familiär gehäuft vor.

Gleich vorweg: Ich habe Ihnen außer der Empfehlung eines ‚antiemetischen‘ (dem  Erbrechen entgegenwirkenden) Arzneimittel (Diphenhydramin, z. B. als Vomex- oder Vomacur-Zäpfchen) kein Medikament, auch keines auf einer Pflanzenbasis, das nach wissenschaftlichen Studien erwiesenermaßen auch hilft. Das angesprochene Mittel wirkt in aller Regel ganz gut, macht jedoch oft müde.

Aber es gibt durchaus Vorkehrungen und Regeln, deren Beachtung dabei helfen können, die Übelkeit und das Erbrechen zu mindern.

Auch für die Kleinen gilt:

  • Nicht mit vollem Bauch losfahren.
  • Das Auto sollte gut gelüftet sein (Frischluft).
  • Rauchen (nicht nur) im Auto ist eine Belastung für alle - und damit 'verboten'.
  • Ein Platz am Fenster ist meist besser als in der Mitte.
  • Nicht mit Spielzeug oder Bilderbüchern ablenken.
  • Ruhig und ohne unnötiges Beschleunigen und Bremsen fahren und bei längeren Fahrten regelmäßige Pausen einlegen.
  • Wenn Sie merken, dass Ihr Kind blass, seltsam ruhig oder quengelig wird, vorsichtig abbremsen und anhalten, Fenster öffnen oder aussteigen.

 

Gute Fahrt!

wünscht Ihnen

Ihr Dr. Klaus Rodens                                                                                                                      
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