Comeback
mit Hindernissen
Damit Mama
wieder arbeiten kann, muss Papa mitziehen
Kind oder
Job? Moderne Frauen möchten beides. Die Zeichen dafür stehen gut: Junge Väter
wollen nicht länger nur die Ernährer spielen, sondern bei Kindererziehung und
Haushalt mit anpacken. Anders wird Eltern der berühmte Spagat auch kaum
gelingen. Denn Karriere mal zwei plus Kind ist kein fröhliches Rechenspiel,
sondern ausgeklügeltes System.
Top
Karriere, top Gehalt und einen Stall voller Kinder? Dann ist man entweder „Superwoman“
oder man hat auch einen ganzen Stall voller Angestellter. Mütter wie du und ich
beschäftigen zumeist keinen Hofstaat. Familie und Berufstätigkeit bekommen die
meisten Frauen trotzdem ganz gut auf die Reihe. Nicht zuletzt, weil sie auf die
Unterstützung ihrer Männer zählen können. Denn Väter von heute haben die Ernährer-Rolle
satt. Sie wollen präsenter sein im Leben ihrer Kinder als es die eigenen Väter
waren.
„Drei Viertel der Väter wünscht sich, mehr Zeit mit den Kindern zu
verbringen und sieht sich auch als Erzieher“, bestätigt Kathrin Mahler Walther
von der „Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft“ (EAF). „Viele
Väter sind sogar bereit, auf Karriereschritte zugunsten der Familie zu
verzichten“, sagt Eike Ostendorf-Servissoglou vom „Verband berufstätiger Mütter“.
Männer
entdecken die Familie
Während sich bei Männern
die Orientierung hin auf die Familie erweitert, lässt bei den Frauen die Orientierung
auf den Beruf nicht nach: Junge Frauen sind gut ausgebildet. Die Zahl der
Hochschulabsolventinnen liegt mit mehr als 60 Prozent über jener der Männer.
Gut die Hälfte der Frauen mit Kindern unter 15 Jahren ist erwerbstätig. Und
jede zweite nicht berufstätige Mutter wäre es gern. Frauen wünschen sich heute
beides: einen ansprechenden Beruf und die Geborgenheit der eigenen Familie. Die
klassische Rollenverteilung zuhause und im Job greift damit immer weniger.
Die
modernen Geschlechterrollen müssen aber erst an Kontur gewinnen. Die
Superheldin hat nur theoretisch einen Herkules an ihrer Seite: „Die männliche
Identität ist nach wie vor stark auf Berufstätigkeit ausgerichtet. Jungs werden
noch sehr einseitig auf dieses alte Bild hin erzogen“, dämpft Kathrin Mahler
Walther voreilige Euphorie. „Ich bin auch überrascht, wie viele Frauen den
Wunsch nach Selbstständigkeit nicht konsequent umsetzen.
Mit der Geburt tritt häufig
eine Re-Traditionalisierung ein.“ Eike Ostendorf-Servissoglou bestätigt: „Erwerbstätigkeit
von Frauen hat sich etabliert, solange ein Paar keine Kinder hat. Dann ist das
Thema plötzlich nicht mehr so un-hinterfragt.“ Im Klartext: Drei Viertel der
Paare strebt ein modernes Lebensmodell an. Einem Großteil gelingt die Umsetzung
aber nicht.
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