Stadtkind - Landkind
Wald, Feld und Wiese direkt vor der Tür, ein Riesengebiet zum Toben und Abenteuer-Spielen. Viele Eltern kleiner Kinder, die in der Stadt leben, stellen sich irgendwann die Frage: Ist das Landleben nicht doch besser für uns? Unsere Autorin Uta König wagt einen Vergleich.
Das gesunde Landleben
Frische Luft, viel Platz und Natur. Dass das Vogelzwitschern nicht nur an autofreien Sonntagen zu hören ist, dass die Kühe nicht lila sind und die Milch nicht aus der Leitung kommt, dass man seine Nachbarn kennt, dass ein Schritt weiter das satte Grün beginnt und die Bäume im Wind wehen – mal ehrlich: Haben Sie sich nicht auch schon oft gefragt, ob das Landleben nicht doch ideal für kleine Menschen ist?
Ein Landkind kann schon früh allein losziehen, Höhlen graben, auf Bäume klettern. Es kann in den Garten, wann immer es möchte, sich draußen austoben und nach Herzenslust Lärm machen. Es ist in seiner Entfaltung weniger auf die Lust der Eltern angewiesen, sich gerade hier und jetzt mit ihm zu befassen.
Auch wenn es noch klein ist, kann es selbst über seine Mobilität und seine Sozialkontakte bestimmen. Mal gucken, was die Nachbarskinder machen. Oder vielleicht doch lieber die Pferde auf der Koppel nebenan besuchen oder Oma Schmidt beim Hühnerfüttern helfen?
Die Kontakte sind bunt gemischt. Kinder verschiedener Altersstufen spielen miteinander, nicht nur die aus derselben Krabbelgruppe. Ganz klar: Ein derart heterogenes Umfeld ist nützlich für die soziale Entwicklung. Durch Nachahmung kann man viel lernen. Nicht zuletzt sind Landkinder mehr an der frischen Luft, haben mehr Bezug zu den Jahreszeiten und sind wesentlich weniger anfällig für Infektionen und Allergien – vorausgesetzt, sie wohnen nicht gerade an einer stark befahrenen Straße (was auch auf dem Lande durchaus vorkommt).
Der Traum vom Landleben bedeutet für die Eltern allerdings meist weite Wege und eine schlechte Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Schnell mal in den Gemüseladen um die Ecke sausen? Mal eben ins Kino? Schön wär’s.
Familien benötigen häufig zwei Autos, um zur Arbeit zu fahren, einzukaufen oder dem Nachwuchs Taxidienste zu leisten – in der Stadt dagegen kann man, wenn man will, komplett ohne Auto leben. Auch Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist im städtischen Bereich einfacher möglich. Dazu kommt: Die Betreuungssysteme sind meist viel besser ausgebaut.
Das reichhaltige Stadtleben