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Entwicklungsverzögerungen erkennen & therapieren
Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie – es gibt viele Möglichkeiten, Stolpersteine in der Entwicklung von Kleinkindern aus dem Weg zu räumen. Doch ab wann ist therapeutische Unterstützung wirklich nötig? Und wann ist es besser, der Entwicklung noch ein wenig freien Lauf zu lassen? Fest steht: Jedes Kind hat sein eigenes Tempo und seinen eigenen Rhythmus.
Ben kann noch immer nicht laufen. Der 19 Monate alte Junge erkundet seine Umwelt weiterhin ausschließlich krabbelnd. Nur manchmal steht er mit wackeligen Beinchen auf, hält sich jedoch mit den Händen immer an einem Stuhl oder an Mamas sicheren Knien fest. Seine gleichaltrigen Gefährten laufen ihm mittlerweile davon, seine Eltern und der behandelnde Kinderarzt werden allmählich ungeduldig.
Spielerisch ins Gleichgewicht
Das Gros dieser Kinder braucht mitunter nur ein wenig Hilfestellung, um aus eigener Kraft „auf eigenen Füßen“ zu stehen. Einige Stunden bei einem auf Kinder und Babys spezialisierten Physiotherapeuten können kleinen Laufmuffeln schnell auf die Beine helfen. Spielerisch turnen sie dabei unter Anleitung des Therapeuten gemeinsam mit einem Elternteil auf Bällen, Polstern und an Sprossenwänden und lernen so, ihr Gleichgewicht besser zu koordinieren, und Vertrauen in die eigenen Kräfte zu entwickeln.
„Wir achten vor allem darauf, dass die Kinder sich symmetrisch verhalten und beide Körperhälften im gleichen Umfang nutzen“, erklärt Physiotherapeutin Ulla Grade. „Auffällig sind Babys, die sich lediglich über eine Seite drehen, immer nur eine Hand benutzen oder ihre kleinen Händchen auch nach mehreren Lebenswochen noch immer zur Faust geballt haben.“ Weitere klassische Fälle, die einen Besuch beim Physiotherapeuten lohnen: Das Baby schaut immer nur zu einer Seite, weigert sich auf dem Bauch zu liegen oder überstreckt sich, indem es den Kopf heftig nach hinten wirft. Durch sanften Druck und Zug an den Gliedmaßen trainieren die Therapeuten die Wahrnehmung der Babys. „Werden motorische Schwächen bei Babys nicht rechtzeitig behandelt, hapert es bei den Jungen und Mädchen später häufig an der Koordination“, erklärt Ulla Grade. „Viele dieser Kinder können später in der Schule die Stifte nicht korrekt führen oder patzen im Sportunterricht. Das Resultat sind schlimmstenfalls Verhaltensauffälligkeiten.“
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