Die Phasen des Spracherwerbs
Von „brumm“ zu „Auto“ –
Die Phasen des Spracherwerbs
Circa zwischen dem zweiten und sechsten Monat sind Babys in der Phase des „sprechmotorischen Lernens“. Sie beginnen, ihre Muskulatur zu trainieren, das Zusammenspiel von Kehlkopf, Zunge und Lippen zu erproben und mit ihrer Stimme zu experimentieren.
„Lala“ und „Dada“: Lautverdopplungen kennzeichnen das „kanonische Lallen“ zwischen dem sechsten und neunten Lebensmonat. In diesem Entwicklungsabschnitt „erzählen“ die Kleinen sehr viel, hören sich selbst gern zu und probieren aus, welche Laute sie erzeugen können.
Rund um den ersten Geburtstag gibt es eine Premiere:
Das erste Wort! In der „Ein-Wort-Phase“ benutzen Kinder Ausdrücke nicht nur für Gegenstände oder Personen, sondern auch für Zusammenhänge und Situationen. Ein „Auto“ kann beispielsweise für ein vorbeifahrendes Auto stehen oder für den Wunsch, Auto zu fahren. Nach und nach kommen mehr Wörter hinzu. Mit ungefähr zwei Jahren sollte der Nachwuchs in der Lage sein, 50 Wörter zu kennen.
Kleine Quasselstrippen: Im dritten Lebensjahr kommt es zum so genannten „Wortschatzspurt“. Kinder lernen jetzt sehr schnell viele neue Wörter und bilden vermehrt „Zwei-Wort-Sätze“. Oft bilden sich zu diesem Zeitpunkt zwei Grundtypen kleiner Kommunikateure heraus: Zum einen Kinder, die schüchtern sind und nur einzelne Wörter sprechen. Sie beobachten zunächst und platzen plötzlich mit einfachen Sätzen heraus. Expressive Kinder dagegen babbeln scheinbar unentwegt vor sich hin. Mit der Masse der Äußerungen wird ihr Sprachvermögen immer besser. Zwischen diesen beiden Grundtypen finden sich fast alle Kinder wieder. Die Sprachentwicklung sollte jedoch immer individuell und nicht im Vergleich zu anderen Kindern betrachtet werden.
Innerhalb des dritten Lebensjahres prägen Kinder ihre Sprachfähigkeit aus und kombinieren viel; ihre Sätze werden umfangreicher. Die Schere in der Entwicklung geht bereits jetzt weit auseinander: Manche Sprösslinge sprechen noch einfache, andere schon komplexe Sätze.
In der Phase vom dritten Geburtstag bis zur Einschulung brauchen Kinder jede Menge sprachliches „Futter“, um ihren Wortschatz und ihre Erzählfähigkeiten weiter auszubauen.







