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Familienmahlzeiten zu Hause

Studie zeigt: Die Mehrfachbelastung liegt auf den Schultern der Frau.


Essen ist in Deutschland nach wie vor eine betont familienbezogene Angelegenheit. Um diese Familienmahlzeiten zu Hause zu organisieren, leisten gerade berufstätige Mütter einen erheblichen intellektuellen und zeitlichen, aber auch finanziellen und logistischen Aufwand. Sie sind Tag für Tag damit beschäftigt, die zeitlichen Kollisionen zwischen den eigenen Arbeitszeiten, den starren Öffnungszeiten für die Kinderbetreuung und den Erwerbszeiten des Partners auszutarieren. Unterstützung durch den Partner bekommen sie nur selten. Selbst bei vollzeitbeschäftigten Müttern mit zwei schulpflichtigen Kindern fällt die Mitarbeit des Vaters mit täglich 20 Minuten bescheiden aus. Auch Kinder helfen immer seltener bei der Zubereitung von Mahlzeiten.

Hoher Organisationsaufwand

Welche Alltagsarrangements und Ressourcen zur Gewährleistung des Essalltags getroffen bzw. genutzt werden, wer die Fäden in der Hand hat und wie zufrieden Mütter mit der Unterstützung aus dem privaten und dem öffentlichen Raum sind, wurde in einer Studie über den Essalltag von Familienhaushalten mit berufstätigen Müttern untersucht. Ein Ergebnis ist laut Professorin Uta Meier-Gräwe, dass beruflich ambitionierte Akademikerinnen großen Wert auf eine gesunde Ernährung ihrer Kinder legen.

Ihnen geht es darum, mit einem möglichst geringen Zeitaufwand ein selbst zubereitetes Essen auf den Tisch zu bringen, das die befürchteten ernährungsphysiologischen Defizite der Mahlzeiten in den Betreuungseinrichtungen ausgleichen soll. Mütter mit niedrigem Bildungsstand und unbefriedigenden Arbeitsinhalten beziehen hingegen ihre Identität wesentlich über ihre Rolle als Versorgerin der Familie mit der Folge, dass sie allabendlich oft zu üppig und zu energiereich kochen, ohne in Erfahrung zu bringen, was die Familie tagsüber bereits gegessen hat.

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