Foto: Ernstings Family

Blütezeit

Heuschnupfen und Asthma


Allergien gelten als Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts: Immer mehr Kinder niesen, husten und kratzen sich durch die Pollenzeit. Während draußen Blumen und Blätter sprießen, setzen ihnen Heuschnupfen und allergisches Asthma zu. Hintergründe, Symptome und Therapiemöglichkeiten.

Felix niest. Mit dem Ärmel wischt er sich über die tränenden Augen. Dann schnieft er kräftig in ein Taschentuch und wirft es in den Mülleimer, in dem sich schon ein beträchtlicher Berg angesammelt hat. „Mama, alles juckt!“, beschwert sich der Achtjährige. Seine Mutter seufzt: Es ist mal wieder soweit. Kaum zeigt sich in der Natur das erste Grün, wird ihr fröhlicher Sohn im Handumdrehen zu einem Häufchen Elend – er leidet an Heuschnupfen.

Bakterien, Pilze, Viren

Allergische Erkrankungen haben in den vergangenen Jahrzehnten rasch zugenommen: Heute leiden bereits 650.000 Kinder in Deutschland unter allergischem Asthma, nahezu eine Million hat Heuschnupfen. Vermutungen über die Ursachen gibt es einige, eine gesicherte Erklärung hingegen noch nicht. Die so genannte „Dreckhypothese“ ist ein Ansatz. Der Ausgangspunkt ist einfach: Die Bakterien, Pilze und Viren, die beim Putzen weggewischt werden, könnten ein guter Trainingspartner für das Immunsystem sein.

Lebensstil und Vererbung

Andere Studien deuten daraufhin, dass Schadstoffe aus Auto- und Industrieabgasen sowie Chemikalien aus Kleidung oder Einrichtungs-gegenständen dazu beitragen, dass eine Allergie entsteht. Auch Aspekte des westlichen Lebensstils sind mögliche Auslöser: Gut isolierte Häuser und Fenster verhindern den Luftaustausch in den Zimmern und schaffen ein gemütliches Zuhause für Milben und Schimmelpilze. Als bestätigt gilt, dass die Vererbung bei der Entwicklung einer Allergie eine wesentliche Rolle spielt. Wenn ein Elternteil unter einer allergischen Erkrankung leidet, besteht ein 30-prozentiges Risiko, dass der Sohn oder die Tochter ebenfalls betroffen sein wird. Haben beide Elternteile eine Allergie, stehen die Chancen für den Nachwuchs 50:50.

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