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Bitte jede Stunde zehn Tropfen ...

Foto: www.colourbox.de

Wenn mehrere Eltern ihre Kinder mit Medikamenten in der Kita abgeben, sind Erzieher überfordert. Was können sie tun, ohne Mütter und Väter vor den Kopf zu stoßen?

Seit es draußen kalt ist und viele Kinder husten und schnupfen, stehen die Eltern morgens in der Kinder­gartenküche Schlange. Jeder will noch einen Extrawunsch loswerden:

Könnt ihr bitte darauf achten, dass Henri seinen Schal nicht abnimmt? – Charlotte braucht heute Mittag ihren Hustensaft, ich stelle die Flasche mal in den Kühlschrank, aber nicht vergessen! – Moritz soll jede Stunde homöopathische Kügelchen nehmen, hier ist das Glas dazu!

Jule muss ihre Watte im Ohr lassen und braucht manchmal Nasenspray, bitte regelmäßig danach gucken! Bei so vielen Wünschen müssten die Erzieher eigentlich kapitulieren: „Hilfe, wir sind doch kein Krankenhaus!“

Während Medikamente wie Antibiotika nur mit ärztlicher Bescheinigung und
genauer Dosierungsanleitung eines Kinderarztes in der Kita gegeben werden, entscheiden die Erzieher bei leichteren Husten- oder Schnupfenmitteln bisher nach Bauchgefühl und nach Aufwand.

Wenn nur ein Kind mit Rotznase herumläuft, ist das zu schaffen. Wenn aber zehn versorgt werden müssen, führt das zu organisatorischen Problemen. Wie sollen die Erzieher sich verhalten?

 

Das schreiben unsere Leser dazu:


Kranke Kinder haben ein Recht auf Verwöhnen

Ich finde es traurig, dass Kinder zum Teil krank in den Kindergarten geschickt werden. Es ist schon schlimm genug, dass viele Erwachsene aus Angst vorm Jobverlust mit dicker Erkältung, Gliederschmerzen und Druckgefühl im Kopf zur Arbeit gehen. Jeder weiß, wie man sich dann fühlt. Warum tut man dies auch schon den Kindern an? Haben sie nicht das Recht, zu Hause verwöhnt und mit viel Zeit und Liebe wieder gesund gepflegt zu werden?

Stefanie Marx, St. Johann


Klare Regeln müssen sein

In unserem Kindergarten werden Medikamente (auch Globuli und nicht verschreibungspflichtige Mittel) nur verabreicht, wenn ein Arzt dies schriftlich anordnet. Dazu muss man beim Arzt ein Formular ausfüllen lassen. Grundsätzlich finde ich es in Ordnung, dass die Erzieher nicht ständig und allen Kindern Medikamente verabreichen müssen. Eltern sollten versuchen, das zu Hause zu erledigen. Bei Halbtags-Kindergartenkindern dürfte dies meist kein großes Problem sein. Bei Ganztagskindergarten-Kindern oder häufigeren Medikamentengaben ist dies natürlich nicht so einfach. Daher muss es geregelt werden.

Alexandra Hagen, Königsbrunn

 

Keine Ausnahmen zulassen

Bei uns im Kindergarten ist man der Meinung, dass man ein Kind nur bringen sollte, wenn es richtig gesund ist. Also hat ein Kind mit Ohrenschmerzen im Kindergarten nichts zu suchen. Es ist auch äußerst unangenehm, mit Ohrenschmerzen irgendwo hinzugehen. Wer das als Erwachsener schon mal hatte, stimmt mir wohl voll und ganz zu. Die Erzieherinnen schrecken auch nicht davor zurück, die Eltern aus einer Besprechung herauszuholen, sodass man sein krankes Kind selbst holen muss oder es organisiert, dass jemand anders es abholt. Medikamente werden bei uns im Kindergarten nicht verabreicht. Ich bin der Meinung, wenn die Erzieherinnen das so bei allen durchziehen, ist es okay, aber sobald sie Ausnahmen zulassen, gibt es nur Stress.

Angelika Walter, per E-Mail

 
 
 
 
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Sollte die Kita eine schnullerfreie Zone sein? Was tun, wenn ein Kind immer nicht mitspielen darf? Und wie erkenne ich gute Kindergärten? In den KiNDERgartennews nehmen Eltern und Erzieher Stellung zu aktuellen Fragen aus dem Kita-Alltag.

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