Wie kommt Musik in den Kindergarten?

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Eltern und Erzieher sind sich einig: Singen ist prima für die Stimmung und tut Kindern gut. Aber wer bringt den Kleinen die richtigen Töne bei? Die Betreuer sind meist keine Musikpädagogen.
„Wir können weder Noten lesen noch ein Instrument spielen. Bevor wir den Kleinen falsche Töne beibringen, lassen wir es lieber ganz.“ So lautete die Erklärung, die Rikas Eltern am Schnuppertag bekamen. Der Kindergarten-Etat sieht keine Extra Gesangsstunden vor. Dafür gebe es schließlich private Musikschulen. Schade, findet Rikas Familie und stellt fest: Offenbar ist es Glückssache, ob zufällig ein musikbegeisterter Betreuer zum Team gehört oder nicht.
Rikas Eltern und die Großmutter überlegen nun, was sie tun könnten: Lassen sich Eltern finden, die ehrenamtlich mit den Kleinen Lieder einüben? Oder sollten es besser Musik- und Gesangsprofis sein, für die jede Familie eine Sonderumlage zahlt?
Was gibt es sonst noch für Möglichkeiten, Musik in den Kindergarten zu bringen?Das schreiben unsere Leser dazu:
Die bekannten Lieder bekommt jeder hin
Man muss doch kein großer Sangeskünstler sein, um mit Kindern die üblichen Kinderlieder zu singen. Da kann man nichts falsch machen, und jeder bekommt das hin. Wenn sich kein Erzieher das zutraut, können Eltern es ehrenamtlich machen, ich finde es wichtig, dass Kinder mit Musik aufwachsen und sich bewegen. Im Kindergarten meines Sohnes wird gesungen und musiziert. Meinem Kleinen gefällt das sehr, vor allem wenn er der Familie dann stolz die Lieder vorsingen kann.
Nicole Handal, Wallerstein
Mit Internet und CDs bis zum kleinen Musical
Bei uns gibt es auch keine ausgebildeten Musiklehrerinnen. Trotzdem planen unsere Erzieherinnen jedes Jahr eine kleine Aufführung – zuletzt war es das Musical „Ritter Rost geht zur Schule“. Geübt wurde einfach mit Hilfe einer CD. Mein Kleiner sang anschließend sogar zu Hause. Auch „bereisen“ die Kinder immer wieder andere Länder – mit landestypischen Liedern, Instrumenten oder Ritualen. Dank Internet und CDs kann man doch vieles vermitteln, ohne selbst musikalisch zu sein
Michaela Lechner, per E-Mail
Musik in der Turnhalle vermitteln
Erzieherinnen müssen keine Musikpädagogen sein. Jeder kann mit Stuhlkreisspielen, Rhythmik oder Nachklatschen Musik in den Kindergarten bringen.
Das Zauberwort heißt: Musizieren mit Alltagsgegenständen. Ohne Notenkenntnisse – einfach nur aus Spaß am Rhythmus. Orffsche Instrumente oder Glockenspiele können zum freien Experimentieren zur Verfügung gestellt werden, da die wenigsten Kinder so etwas zu Hause haben. Vielleicht brauchen Eltern und Erzieher auch nur Kreativ-Anstöße: Musik und Rhythmus lassen sich zum Beispiel prima in der Turnhalle mit Bewegung vermitteln. Leise schleichen, laut stampfen, schnell rennen oder langsam gehen, Seil springen, Hüpfkästchen und Gummitwist – all das zählt auch.
E.S., per E-Mail







