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Verschnupft

Foto: Thinkstock

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Windpocken, Erkältungen, Magen-Darm-Infekte: Der Nachwuchs bringt aus dem Kindergarten regelmäßig mehr oder weniger harmlose Krankheiten mit nach Hause. Was aber tun, wenn sich die Fälle häufen?

Tim (3) und Lukas (5) besuchen dieselbe Kindergartengruppe. Dort haben sich die Brüder jetzt mit Windpocken infiziert. Dass sich ihre Sprösslinge in der Einrichtung hin und wieder anstecken, sieht ihre Mutter gelassen: „Wo viele Kinder sind, tauchen auch die typischen Krankheiten auf.“ Da sich jedoch die Fälle von Grippe, Magen-Darm-Infektionen oder Windpocken häufen, wurde das Thema auf dem Elternabend diskutiert.

Die Kindergartenleitung äußerte die Bitte, dass Eltern ihren Nachwuchs künftig eher zu Hause behalten sollen, wenn sich eine Krankheit ankündigt. Dieser Vorschlag ist für die Mutter von Tim und Lukas keine gute Lösung: Die 35-Jährige ist berufstätig und findet kurzfristig keine Betreuung für ihre Söhne. Deshalb könne sie die Kleinen nicht bei jedem Anzeichen von Krankheit zu Hause behalten, meint sie.

Ein Vater aus dem Elternbeirat sagt dazu: „Arbeitgeber haben oft Verständnis, wenn man wegen eines kranken Kindes Urlaub nimmt. Viele trauen sich jedoch nicht zu fragen und bringen ihr Kind stattdessen kränkelnd in den Kindergarten.“ Auch die Leiterin der Einrichtung bleibt bei ihrer Meinung: „Wer sich krank fühlt, hat im Kindergarten nichts zu suchen.“ Das gelte schließlich auch für das Erzieherteam.

Die Mutter von Tim und Lukas weist im Gegenzug darauf hin, dass sich manche Krankheiten übertragen, noch bevor sie ausbrechen. „Woher weiß ich denn bei den ersten Anzeichen, dass es sich um etwas Ansteckendes handelt? Ich kann meine Söhne nicht zu Hause behalten, nur weil sie einen Schnupfen haben!“ Für sie ist es zwar wünschenswert, die Krankheitsfälle durch Vorsichtsmaßnahmen einzudämmen. „Aber umsetzbar ist das in dieser Form nicht.“

Wie soll die zweifache Mutter in Zukunft handeln? Sollten Kinder beim Anflug von Krankheiten vorsorglich zu Hause bleiben?

Das sagen unsere Leser dazu

Abwägen, ob das Kind wirklich krank ist
Wenn man jedesmal das Kind zu Hause lässt weil es eventuell krank wird, müsste es wahrscheinlich das ganze Jahr daheim bleiben. Wie schnell hat man was Falsches gegessen und ein wenig Bauchweh? Deswegen muß man nicht gleich eine Margen-Darm Infektion haben. Ich denke, das Ganze wäre einfach nicht machbar, denn dann müsste man das Kind nach jedem Husterer daheim lassen, obwohl gar nichts ist. Die Kinder verpassen die schönsten Dinge im Kindergarten und als Eltern ist man nur noch am Springen nach einem Babysitter. Sicher haben manche Arbeitgeber Verständnis, wenn das Kind krank ist, jedoch sicher nicht mehr, wenn ich mein Kind wegen jeder Kleinigkeit daheim lasse. Die Eltern sollten abwägen, ob es für das Kind und die anderen Kinder zumutbar ist, wenn esin den Kindergarten geht oder ob es wirklich etwas ausbrütet. Nur auf einen möglichen Krankheitsverdacht das Kind zu Hause zu lassen, halte ich für übertrieben.
Carina Meier, per E-Mail

Mein Kind wird in der Kita krank
Ich stehe auch schon das zweite Jahr vor dem gleichen Problem: Was nun, wenn mein Sohn (2,5 Jahre) sich erkältet? Das war gerade wieder der Fall. Wir ziehen ihn warm an, bringen gesund in die Kita und was sehe ich beim Abholen? Es ist richtig kalt geworden und mein Kind spielt mit anderen Kindern im Garten - ohne Schal und ohne Handschuhe. Die Nase läuft ohne Ende und keiner kommt auf die Idee, es sauber zu machen. Oh, die Kinder brauchen frische Luft? Auch wenn sich fast alle danach erkälten? Toll für die Betreuerin - dann hat sie weniger Arbeit.
Tamara N., per E-Mail

Den Chef einschätzen
Kinder die "nur" mit Schnupfen in den Kindergarten gehen, sich aber sonst körperlich fit und agil fühlen, sollten kein Problem darstellen. Für berufstätige Mütter stellt das einen Konflikt dar, der persönlich und individuell zu lösen ist. Jeder kennt den eigenen Chef, Personalräte usw. und weiß, wie Chefs und Co. darüber denken. Nicht alle Chefs haben Verständnis. Wenn das Kind Begleiterscheinungen zeigen sollte wie Husten, erhöhte Temperatur, dann herrscht natürlich Kiga-Verbot.
Kristina Hofmann, per E-Mail

 
 
 
 
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