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Wo ist deine Jacke?

Wo ist deine Jacke?

Foto: Thinkstock

Wo ist deine Jacke?

 

Wenn Kindergartenkinder dauernd ihre Sachen verlieren, werden Eltern sauer. Wie kann man das verhindern?

 

Nun komm endlich.“ Charlottes Vater hat große Mühe, seine vierjährige Tochter aus der Bastelecke zu locken. Vertieft ins Malen will sie alles andere – nur nicht nach Hause. Papa versucht’s mit allen Mitteln. Mal ganz lieb („du kannst doch zu Hause auch was malen“), mal mit sanftem Druck („wenn du jetzt nichts kommst, gehe ich alleine“). Schließlich bewegt Charlotte sich widerwillig zur Garderobe, bummelt beim Schuhe-Wechseln, findet ihre Kindergartentasche angeblich nicht („keine Ahnung, wo die ist“) und behauptet bei der Suche nach der Jacke: „Ich hatte heute gar keine an.“

Charlottes Vater glaubt das zwar nicht so recht, ist aber froh, dass die Kleine nun ohne größeres Theater zumindest aus dem Kindergarten herausstapft. Doch da hat er sich zu früh gefreut. Denn das Theater zu Hause ist noch größer. „Das ist die dritte Jacke, die im Kindergarten verschwunden ist“, schimpft Mama und zählt auf, was sonst noch so fehlt: Schon öfter kam Charlotte ohne Socken; letzte Woche musste sie sogar in Hausschuhen heimgehen, weil eine Sandale futsch war – von kleinen Taschen, Armbändern, Murmeln oder nagelneuen Haarreifen ganz zu schweigen.

„So geht das nicht weiter“, sagt Charlottes Mutter wütend. Sie weiß natürlich, dass Vierjährige noch nicht allein auf ihre Sachen aufpassen können, ist aber dennoch der Meinung: „Im Kindergarten muss sich was ändern. Ich werde das beim nächsten Elternabend ansprechen.“ 

 

Das sagen unsere Leser:

 

Kinder können selbst Verantwortung übernehmen
Ich finde es nicht richtig, immer den Erzieherin die Schuld zu geben, wenn etwas verschwindet. Keiner kann bei zwanzig Kindern täglich darauf achten, mit welchen Sachen die Kinder in den Kindergarten kommen und ob sie die gleichen am Nachmittag wieder vollständig anhaben. Besser ist es aus meiner Sicht, wenn die Erwachsenen rechtzeitig das Bewusstsein dafür schärfen statt den Kindern alles hinterher zu tragen. Man kann auch schon mit Fünfjährigen darüber reden, wie ärgerlich es ist, wenn Kleidungsstücke einfach irgendwo vergessen werden. Wenn das gleich mehrmals passiert, können Eltern sich zum Beispiel angewöhnen, schon morgens beim Verlassen des Hauses mit dem Kind über seine Garderobe zu sprechen. „Du hast heute den blauen Schal mit und weißt ja selbst, wie leicht so etwas verloren geht. Häng ihn am besten gleich in den Ärmel, wenn du die Jacke zur Garderobe bringst.“ So lernen Kinder früh, selbst Verantwortung für ihre Sachen zu übernehmen und ersparen sich und ihren Familien damit viel Ärger.
Manuela Hethmann, per E-Mail

 

Gemeinsam auf die Suche nach verlorenen Sachen gehen
Dass kleine Kinder häufig unachtsam mit Dingen umgehen, die für Erwachsene wertvoll sind, liegt am Alter. Sie können es noch nicht besser, aber sie können es lernen! Ich frage meine vierjährige Tochter immer, bevor wir aus der Kindergartentür gehen, ob sie alles dabei hat. Dann überlegen wir gemeinsam, was dazu gehört und mit welchen Sachen wir morgens losgegangen sind. Bisher hat sie noch keine wertvollen Kleidungsstücke verloren. Unser 8-jähriger Sohn hingegen lässt öfters mal was liegen, wenn er unterwegs ist. Da kann ich Eltern nur raten, es den Kindern nicht allzu bequem zu machen. Wir haben immer darauf bestanden, dass unser Sohn mitkommt, wenn wir abends noch mal los müssen, um auf dem Sportplatz nach seiner Trainingsjacke zu suchen. Wenn die Kinder merken, dass Erwachsene ihnen diese Mühe nicht abnehmen und dass sie selbst die Konsequenzen tragen müssen, gehen sie achtsamer mit ihren Sachen um.
Brigitte G., München

 

Zweimal im Jahr wird im Kindergarten aufgeräumt
Wenn die Kinder zeitig dazu angehalten werden, ihre Jacken an einem festen Platz aufzuhängen und weitere Teile in die dafür vorgesehenen Fächer zu legen, passiert es nicht so leicht, dass jemand etwas verliert. Wichtig ist nur, dass die Garderobe nicht ständig mit Regenjacken oder anderen vergessenen Teilen belegt ist. Wir machen zwei Mal im Jahr Großaufräumen im Kindergarten. Da werden dann alle gefundenen Sachen ausgebreitet, so dass die Eltern sie sehen können und mitnehmen, was dem eigenen Kind gehört. Alles, was keinen Besitzer mehr findet, kommt in eine Kiste, aus der wir Wechselkleidung nehmen, wenn mal etwas nass oder schmutzig geworden ist und ein Kind sich im Kindergarten umziehen muss.
Dorothee Lenz, per E-Mail

 
 
 
 
Video: Das passiert in der 28. bis 32. SSW

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