Alle im Wunnerland
Familienurlaub in Schleswig Holstein
Es müssen nicht immer die Inseln sein: Auch das Festland lockt mit einer spannenden Natur und familienfreundlichen Angeboten. In Nordfriesland, wo die Orte so ausgefallene Namen wie Klanxbüll tragen, treffen Kinder auf Muscheln, Wattwürmer oder eine steife Brise und erfahren, warum man sich hier von morgens bis abends mit „Moin“ grüßt.
"Immer locker in den Knien und dann einfach hinter mir her“, ruft Wattführer Horst Köchling und stapft mit strammen Schritten über den matschigen Boden. Leichter gesagt als getan: Die nackten Füße wagen sich vorsichtig auf den glitschigen Schlick und tasten sich Schritt für Schritt voran. Beneidenswert ist der kleine Jakob, der bestens ausgerüstet in Matschhose und Gummistiefeln auf dem weichen Untergrund eine weitaus bessere Figur macht als die Erwachsenen. Horst Köchling hat ihn zudem mit Eimer und Kescher versorgt, die der Fünfjährige stolz umklammert.
Ab ins Watt
Schauplatz Nordsee, im Wattenmeer in der Nähe von Husum. Und mitten im „Wunnerland“. Mit diesem plattdeutschen Ausdruck schmückt sich Schleswig-Holstein und verspricht Familienspaß zwischen Nord- und Ostsee. Die Wattwanderung entpuppt sich schon mal als tolles Erlebnis: Der Wind weht kräftig, an eine Frisur ist schon lange nicht mehr zu denken. Aber: Die Sonne gibt sich reichlich Mühe, zwischen den Wolken hervorzustrahlen. Die anfangs zögerlichen Wattwanderer wagen sich nun forscher voran. Ganz nebenbei erklärt Horst Köchling die Tier- und Pflanzenwelt, die im Watt heimisch ist. Wenig später fördert er nach einem beherzten Spatenstich einen Wattwurm zutage. Von neugierigen Augen verfolgt, gräbt sich der Wurm danach wieder tief in sein Revier. Dass das Watt auch Gefahren birgt, spürt die Gruppe am eigenen Leib, als Horst Köchling einem Mutigen die Augen verbindet und ihn „einfach nur geradeaus“ schickt. Kurz darauf findet sich der einsame Wattwanderer irgendwo wieder – nur nicht dort, wo er hinwollte. „Genauso ergeht es Wattwanderern bei Nebel“, erklärt Horst Köchling. „Da geht der Orientierungssinn einfach flöten.“ Mit matschigen Füßen und zerzaustem Haar, aber rundum glücklich, landet die Gruppe wieder auf festem Boden. Besonders die Kinder strahlen, tummeln sich in ihren Eimern doch unzählige Muscheln.
Auf nach Husum