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Schwitzen erlaubt

Schwitzen erlaubt

Sauna während der Schwangerschaft?

Was gibt es Schöneres, als sich an einem kalten Wintertag in der heißen Sauna aufzuwärmen? Oder sich nach einem Schneespaziergang in ein entspannendes Vollbad gleiten zu lassen? In dem feuchten Nass können sich Schwangere wunderbar erholen.

 
entspannend

Foto: djd

Schon die alten Römer wussten: Wasser wirkt auf den menschlichen Körper beruhigend. Ihre antiken Thermen dienten als Vorbild für moderne Wellnessanlagen, in denen sich unterschiedliche Badestationen wie Kalt- und Warmwasserbecken, Süß- und Salzwasserpool oder Heiß- und Dampfsauna wieder finden.
Standen damals jedoch oft Politik und Geschäft auf dem Plan, geht es uns heute um das Gegenteil: den Alltag vor der Tür abstreifen, die Seele baumeln und den Körper verwöhnen lassen. Wellnessoasen und Spas – Spa steht für „sanus per aquam“, Gesundheit durch Wasser – bieten auch Schwangeren ein Ambiente für wohltuend erholsame Stunden...

Beim Schwimmen gehen Probleme baden
Im Wasser genießen werdende Mütter besonders das entlastende Gefühl der Schwerelosigkeit. Die Auftriebskraft schont Rücken und Gelenke, gleichzeitig stärken die Bewegungen gegen den Wasserwiderstand die Muskulatur. Schwimmen und Aqua-Gymnastik tun jeder Schwangeren gut! Probieren Sie ruhig die unterschiedlichen Bassins aus – ideal sind jetzt Temperaturen zwischen 28° und 32° Celsius. Lassen Sie sich einfach treiben und erfreuen Sie sich an dem Gefühl, genau wie Ihr ungeborenes Kind vom Wasser umschlossen und geborgen zu sein. Tipp für die öffentliche Badeanstalt: Spezielle Schwimmtampons können verhindern, dass Wasser in die Scheide eindringt und schützen so vor vaginalen Infektionen.

Ebenso entspannend ist ein Bad in der Wanne. Achten Sie - ob als Anwendung im Spa oder als Vollbad zu Hause - darauf, nur in pflanzliche Badeessenzen, frei von künstlichen Farb- und Duftstoffen, einzutauchen. Bei maximal 37 °Celsius sollten Sie nicht länger als zwanzig Minuten in der Wanne verbringen. Heißeres und längeres Baden belastet den Kreislauf und trocknet die Haut aus. Gönnen Sie sich nach dem Bad eine halbe Stunde Ruhe.

In der Sauna schmilzt der Stress
Regelmäßige Saunabesuche stärken das Immunsystem gegen Erkältungskrankheiten, fördern die Durchblutung, entwässern den Körper und entspannen Psyche und Muskulatur – lauter positive Eigenschaften für werdende Mütter

 

Was Schwanger beim Saunabaden beachten sollten, erklärt Prof. Dr. Eberhard Conradi, Vorsitzender des Deutschen Sauna-Bundes e.V.:

Darf jede Schwangere in die Sauna gehen?
Jede gesunde Schwangere kann in die Sauna gehen. Wir raten allerdings werdenden Müttern, die noch nie sauniert haben, nicht in den ersten acht Wochen der Schwangerschaft damit anzufangen. Das ist für den Körper zu anstrengend. Wer regelmäßige Besuche gewohnt ist, kann von Beginn der Schwangerschaft bis kurz vor der Geburt in die Sauna gehen. Generell empfehlen wir jeder Schwangeren, sich individuell mit ihrem Arzt oder ihrer Hebamme zu beraten, ob sie saunieren darf oder nicht.

Worauf sollte die werdende Mutter in der Saunakabine besonders achten?
Sie sollte sich auf ihr Gefühl verlassen und keine Wettkämpfe oder Dauerleistung versuchen. Also nicht auf die Zeit pochen, sondern, sobald sie sich unwohl fühlt, die Sauna verlassen! Auch sollte sie sich nicht unbedingt auf die höchste Stufe legen, wo es am heißesten ist – wir empfehlen die mittlere Bank. Vor dem nächsten Saunagang – zwei pro Besuch sind für Schwangere übrigens ausreichend – raten wir, ein warmes Fußbad zu machen. Das aktiviert die Durchblutung und bereitet den Kreislauf auf die nächste Schwitzrunde vor.

Und nach dem Saunagang?
Besonders gegen Ende der Schwangerschaft ist ein kaltes Tauchbad nicht zu empfehlen. Zum Abkühlen sollten werdende Mütter besser nicht oder nur bis zu den Knien ins Tauchbecken gehen, und ansonsten Schlauch und Dusche benutzen. Zuerst sollten sie Beine und Arme abspritzen, dann Rücken und Bauch.

Welche Vorteile bringt das Saunieren?
Der weibliche Körper neigt in der Schwangerschaft zu Wassereinlagerungen im Gewebe; in der Sauna verliert der Körper durch das Schwitzen Flüssigkeit. Dieser Verlust wird durch das eingelagerte Wasser ausgeglichen – ein durchaus positiver Effekt! Weiterhin können regelmäßige Saunagängerinnen eine einfachere Geburt haben: Ihre Muskulatur ist weicher und entspannter, die Geburt geht oft schneller.

Ist Schwangeren auch das Dampfbad erlaubt?

Prof. Conradi: Wenn sie es gewohnt sind, ja. Manche Schwangere haben durch den hochdrückenden Bauch jedoch Atemprobleme. Die feuchte Luft im Dampfbad kann das verstärken. Andere empfinden die feuchte Hitze kreislaufbelastender als die normale Sauna.


 
 
 
 
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