Passivrauchen kann Schwangerschaft noch Jahre später beeinträchtigen
Selbst wenn die Exposition gegenüber Tabakrauch schon Jahre zurückliegt, kann sie negative Auswirkungen auf die Schwangerschaft von Frauen haben. „Frauen, die regelmäßig Zigarettenrauch in ihrer Umgebung ausgesetzt sind, können auch noch Jahre später Schwierigkeiten haben schwanger zu werden.
Zudem ist das Risiko eine Fehlgeburt zu erleiden erhöht", erklärt Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) und beruft sich dabei auf eine Studie um Luke Joseph Peppone von der University of Rochester (USA), die vom Fachmagazin „Tob Control" online vorab veröffentlicht wurde. „Die Untersuchung ermahnt einmal mehr, welche negativen Langzeitauswirkungen Zigarettenrauch auf die Fruchtbarkeit von Frauen haben kann - selbst wenn die Exposition nur passiv erfolgt ist."
Für die Studie wurden die Daten von Frauen ausgewertet, die zwischen 1982 und 1998 an Screening-Untersuchungen des Roswell Park Cancer Instituts teilgenommen hatten. Im Rahmen dieser Gesundheitsuntersuchungen hatten die Frauen mit Hilfe eines umfangreichen Fragebogens Auskünfte zu ihrem Lebensstil, ihrer Krankheitsgeschichte und Einflüssen aus ihrer Umgebung erteilt, darunter auch zur Exposition gegenüber Tabakrauch.
Zudem berichteten die Teilnehmerinnen inwieweit sie Schwierigkeiten hatten schwanger zu werden und ob sie Fehlgeburten erlitten hatten.
4.804 der befragten Frauen gaben an, dass sie zumindest einmal schwanger gewesen waren oder versucht hatten schwanger zu werden. 80 Prozent dieser Frauen waren im Verlauf ihres Lebens (Kindheit, Arbeitsplatz, Kontakt mit Rauchern) längerfristig, nämlich sechs oder mehr Stunden pro Tag, Zigarettenrauch ausgesetzt - etwa zwei Drittel waren zum Zeitpunkt der Umfrage weiterhin Passivrauch ausgesetzt.
Von den Frauen, die regelmäßig Tabakrauch ausgesetzt waren, berichteten 11 Prozent von Schwierigkeiten beim schwanger werden. 32 Prozent von den Teilnehmerinnen gaben an, eine Fehlgeburt erlitten zu haben und 12 Prozent berichteten von mehreren Fehlgeburten. Insgesamt waren 40 Prozent der Frauen, die in ihrem Leben Passivrauch ausgesetzt waren, von Komplikationen bei der Fruchtbarkeit und beim Austragen der Kinder betroffen.
„In der Vergangenheit haben viele Studien gezeigt, dass aktives Rauchen die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern behindern kann, sich negativ auf ein Ungeborenes auswirken kann und auch, dass Raucherinnen früher in die Wechseljahre kommen. Die amerikanische Untersuchung verdeutlicht nun, dass auch die passive Aufnahme von Tabakrauch die weibliche Fruchtbarkeit längerfristig beeinträchtigen kann", mahnt der Präsident des BVF.
Quelle: Frauenärzte im Netz