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Migräne

Migräne

Der besondere Kopfschmerz


Etwa zehn Millionen Bundesbürger kennen Migräne aus eigener Erfahrung. Die Diagnose, ob man an Migräne leidet, kann nur der Arzt stellen.


Migräne tritt meist einseitig auf, bei etwa einem Drittel der Betroffenen
auch beidseitig. Der pulsierende oder hämmernde Schmerz tritt bis zu sechs Mal pro Monat auf. Die Migräneattacken dauern zwischen 4 und 72 Stunden, gleichzeitig treten häufig Übelkeit und Erbrechen auf. Viele Betroffene reagieren empfindlich auf Licht, Lärm und Gerüche. Gelegentlich werden die Attacken von einer Aura mit Seh- oder Sprachstörungen begleitet. Typisch für Migräne ist, dass die Beschwerden durch Bewegung verstärkt werden. Auslöser
für Migräne sind Stress, bestimmte Speisen wie Nüsse oder ein geänderter Wach-Schlaf-Rhythmus, etwa beim Ausschlafen am Wochenende.


Kopfschmerzen vom Spannungstyp sind meist durch einen beidseitigen, schwachen bis mäßigen Schmerz gekennzeichnet. Die Schmerzen fühlen sich dumpf drückend an, aber nicht pulsierend. Dieser Kopfschmerz dauert Minuten bis Tage, Begleitsymptome wie bei der Migräne fehlen meist. Kopfschmerzen vom Spannungstyp zählen zu den häufigsten Gesundheitsstörungen überhaupt.
Leichte Bewegung, etwa ein Spaziergang, bessern diese Art der Kopfschmerzen.


Cluster-Kopfschmerzen treten episodisch auf. Über einen Zeitraum von vier bis zwölf Wochen schmerzt der Kopf mehrmals täglich für Minuten oder Stunden. Cluster-Kofschmerzen sind wehenartige, stechende Schmerzen, meist über einem Auge. Begleitet werden sie von Übelkeit, Überempfindlichkeit gegen Licht und Lärm, von Gesichtsrötungen, Schnupfen und tränenden Augen. Die Auslöser sind unbekannt.


Wer zu häufig Schmerzmittel einnimmt, der kann an einem Schmerzmittel-induzierten Kopfschmerz erkranken. Diese anhaltenden, pulsierenden Schmerzen sind meist beidseitig zu spüren und von leichter Übelkeit begleitet. Deshalb sollten Schmerzmittel nicht zu häufig eingenommen werden. Als Faustregel gilt: Höchstens an zehn Tagen pro Monat, höchstens an drei Tagen hintereinander. Wer häufiger zur Schmerztablette greifen muss, sollte mit dem Arzt reden.

 
Quelle: ABDA

 

Schmerzmittel bei Migräne

Schmerzmittel sind gegen Migräneattacken die erste Wahl. Viele
Migränepatienten warten mit der Einnahme so lange ab, bis sie es nicht mehr anders aushalten und nehmen eine zu geringe Dosis. Das ist falsch: Schmerzmittel sollten bereits bei beginnenden Migränesymptomen in ausreichender Menge eingenommen werden.
Eingesetzt werden vier Wirkstoffe in unterschiedlicher Dosis: Jeweils ein Gramm (das entspricht zwei handelsüblichen Tabletten) Acetylsalicylsäure (ASS) oder Paracetamol, 400 bis 600 Milligramm Ibuprofen oder 50 bis 100 Milligramm Diclofenac. Alle vier Wirkstoffe bekommt man in der Apotheke ohne Rezept. Die Wirkung setzt normalerweise nach etwa einer halben Stunde ein.

Der Erfolg muss sich an zwei Kriterien messen lassen: Sind die Kopfschmerzen zwei Stunden nach der Einnahme deutlich verringert oder verschwunden? Kann die positive Wirkung bei zwei von drei Migräneattacken wiederholt werden.
Falls beides zutrifft, ist das Schmerzmittel für die Behandlung ausreichend. Falls nicht, kann der Arzt andere Medikamente verordnen.
 
Nicht jedes Schmerzmittel ist für jeden geeignet. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte zu Paracetamol greifen. Paracetamol ist auch für Schwangere und Kinder die beste Wahl. Wenn Leber- oder Nierenschmerzen bekannt sind, ist Paracetamol nicht geeignet. Gleichgültig welcher Wirkstoff eingenommen wird: Schmerzmittel sollten nicht häufiger als zehnmal pro Monat eingenommen werden, sonst können sie selbst Kopfschmerzen verursachen.
 
Begleitend ist es sinnvoll, Mittel gegen Übelkeit einzunehmen. Die
verschreibungspflichtigen Wirkstoffe Metoclopramid (MCP) und Domperidon wirken nicht nur gegen Übelkeit, sondern beschleunigen auch die Aufnahme der Schmerzmittel aus dem Darm. Sie unterstützen damit deren schmerzstillende Wirkung. Schwangere sollten auf diese Medikamente verzichten.

Quelle: ABDA

 
 
 
 
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