Nichts in der Natur fliegt von alleine, auch wenn es noch so leicht ist.
Selbst zarte Seifenblasen sinken zur Erde hinab. Für einen Ballon, der fliegen kann, gibt es also kein natürliches Vorbild. Vielleicht hatten die Menschen deshalb erst recht spät die Idee für ein Gefährt, das von der Luft getragen wird, so wie ein Schiff vom Wasser. Den ersten Ballon bauten die französischen Gebrüder Montgolfier. Sie beobachteten eines Tages, wie die heiße Luft eines Kaminfeuers kleine Papierblätter aufwirbelte. Und da hatten sie eine Idee: Wäre es nicht möglich, überlegten sie, dass man diese heiße Luft in einer Hülle einfängt, die dann genauso aufsteigt wie das Papier über dem Feuer?
Die erste Ballonfahrt
Es war möglich! Am 5. Juni 1783 erhitzten die Brüder die Luft in einer großen Stoffhülle. Und siehe da, das Experiment funktionierte: Die Hülle stieg 2000 Meter hoch und schwebte zehn Minuten am Himmel. Der Heißluftballon war erfunden! Kurz darauf reisten in einem Käfig die ersten Passagiere mit: eine Ente, ein Hahn und ein Hammel. Wohlbehalten kamen sie wieder auf der Erde an, nur der Hammel trat der Ente beim Aussteigen auf den Flügel. Darauf wagten auch die ersten Menschen eine Ballonfahrt. Einer von ihnen hieß Pilatre. Nach ihm wurden später alle kundigen Luftfahrer Piloten genannt. Die ersten Heißluftballons hießen nach ihren Erfindern Montgolfieren. Etwa zur gleichen Zeit entdeckte ein Wissenschaftler den Wasserstoff – ein Gas, das 15 mal weniger wiegt als Luft. Es steigt von alleine auf, ohne dass man es erwärmen muss. Das machten sich die Ballonfahrer zunutze. Nur wenige Monate nach dem Heißluftballon der Montgolfiers schwebte der erste mit Wasserstoff gefüllte Ballon in den Himmel. Immer mehr Menschen wollten jetzt dieses spannende Abenteuer erleben. Sie saßen während der Fahrt in einem Korb, der mit dicken Seilen an der Ballonhülle festgebunden war, und blickten staunend und begeistert auf die Welt hinunter.