Harte Schale – weicher Kern

Die bunte Welt der Muscheln

Rund und geribbelt, lang und glatt, bunt oder einfarbig... Je nachdem wo du in den Ferien am Strand spazieren gehst und Muscheln aufsammelst, sehen sie ganz unterschiedlich aus. Aber was sind Muscheln überhaupt?




Harte Schale – weicher Kern
Foto: Wanders

Man kennt heute etwa 25.000 verschiedene Arten! Die bekannteste ist die Herzmuschel mit ihrer geribbelten herzförmigen Schale. Und die ovale schwarze oder braune Miesmuschel. Doch wusstest du, dass Muscheln eigentlich lebendige Tiere sind? Das, was du am Strand findest, sind nur die Muschelschalen aus Kalk. Eine lebende Muschel erkennst du daran, dass zwei Muschelschalen durch eine Art Scharnier verbunden und fest geschlossen sind. Drinnen steckt der weiche Körper der Muschel. Muscheln gehören zu den so genannten Weichtieren. Schnecken sind zum Beispiel auch Weichtiere. Ihre Schneckenhäuser findest du auch am Strand. Anders als die Muschelschalen sind sie immer spiralig gedreht und bestehen nur aus einem Stück. Die meisten Leute wissen das nicht und halten sie auch für Muscheln.

Schon vor vielen tausend Jahren haben die Menschen Muscheln und Schnecken gesammelt. Denn das weiche Fleisch vieler Arten kann man essen. Und aus den Schalen und Gehäusen kann man Halsketten und anderen Schmuck oder Werkzeuge machen. Früher nutzte man sie beispielsweise als Bohrer, Schöpfkellen oder Trinkgefäße.



Harte Schale - weicher Kern
Foto: sxc.hu

Tiere ohne Kopf und Beine?
Muscheln sind recht eigenartige Tiere: Sie haben keinen Kopf und keine Beine. Mit ihrem einzelnen kleinen Fuß halten sie sich am Untergrund fest. Sie verstecken sich am Meeresboden, an Felsen oder Korallen und bleiben dann ihr ganzes Leben dort. Leider werden die meisten Muscheln trotzdem gefunden. Denn viele Tiere, zum Beispiel Vögel, Fische oder Seesterne, fressen sie gern. Muscheln selbst ernähren sich von kleinen Algen und Pflanzenstoffen, die im Wasser herumtreiben. Sie "saugen" das Wasser in sich hinein und filtern die Stoffe einfach heraus. Eine nur drei Zentimeter große Herzmuschel kann so zweieinhalb Liter Wasser in der Stunde filtern!

Eine Herzmuschel wird mit viel Glück etwa acht Jahre alt.
Die meisten werden aber bis zum dritten Lebensjahr schon gefressen. Übrig bleiben dann nur ihre Schalen. Die kannst du dann am Strand aufsammeln und etwas Hübsches daraus basteln.



Harte Schale – weicher Kern
Foto: pixelquelle




Die Mutter aller Perlen

Wenn du dir das Innere einer Muschelschale genau anschaust, dann siehst du einen hellen, bunt schimmernden Belag – das Perlmutter. Vielleicht kennst du auch die Farbe "perlmutt" – die Bezeichnung kommt nämlich von "Perlmutter".

Ganz selten passiert es, dass ein Sandkörnchen in die geschlossene Muschel und an das Perlmutter gelangt. Nach und nach umhüllt die Muschel es mit vielen Schichten Perlmutter, bis nach einigen Jahren ein kugeliges Gebilde fertig ist: die Perle!

Heutzutage züchtet man diese Perlen sogar künstlich. Dafür steckt man Muscheln mit einer besonders prächtigen Perlmutterschicht extra ein Körnchen in die Schale. Wie in der freien Natur umhüllen sie es rundum mit Perlmutter, bis sich eine Perle bildet. Aus diesen Perlen kann man dann edle Knöpfe, Ohrringe oder Ketten machen.

Jetzt weißt du, woher der Ausdruck "Perlmutter" kommt: die so genannte Schicht in der Muschelschale bildet die Perlen – sie ist die "Mutter der Perle".