Wettlauf zu den Polen
Am Nordpol, wo die Inuit seit Jahrtausenden leben, vermuteten Menschen aus anderen Erdteilen früher das Ende der Welt. Und die vielen Abenteurer, die den Nordpol erreichen wollten, mussten auf ihrem Weg immer wieder umkehren. Die Gefahr, mit den Schiffen im ewigen Eis stecken zu bleiben oder gar zu erfrieren, war einfach zu groß. Schließlich, vor etwa hundert Jahren, schafften es doch zwei: der Amerikaner Robert Peary und der Amerikaner Frederick Cook. Beide behaupteten, zuerst am Nordpol gewesen zu sein. Die Entdeckung und ihr Streit darum machten damals Schlagzeilen. Und so planten bald darauf zwei andere Abenteurer, jetzt den Südpol zu entdecken, also den entgegengesetzten Pol der Erde. Im gleichen Monat machten sie sich mit ihren Teams auf den Weg. Und ihre Entdeckungsreise wurde schnell zu einem Wettrennen. Am 14. Dezember 1911 schließlich erreichte Roald Amundsen mit seinen Begleitern als Erster das Ziel. Fast zwei Monate waren sie in Schnee und Eis unterwegs gewesen. Das andere Forscherteam erreichte den Südpol erst einen Monat später.
Damit die Inuit in der Kälte überleben können, haben sie sich
über viele tausend Jahre an die eisigen Lebensbedingungen angepasst. Sie
haben sich zum Beispiel darauf spezialisiert, Rentiere, Eisbären,
Robben oder Wale zu fangen. Aus den Tieren stellen sie alles her, was
sie zum Leben brauchen: Essen, Kleidung, Werkzeuge, Öl, Medizin und
vieles mehr. Und während wir ins Auto steigen, spannen die Inuit ihre
Hunde vor einen Schlitten und sausen damit über das Eis. Wenn sie
früher fern von ihrem Dorf auf der Jagd waren, haben sie sich auch ein
Haus aus Eisblöcken gebaut: einen Iglu. Diese Hütten sind so raffiniert
aus Schnee und Eis zusammengesetzt, dass sie die Inuit vor der eisigen
Kälte und gefährlichen Stürmen schützen können. In einem Iglu kann es
sogar 16 Grad warm werden, selbst wenn es draußen minus 40 Grad kalt
ist.
Heute wissen nur noch wenige Inuit, wie man ein solches Schneehaus baut. Denn
inzwischen hat sich auch in der Arktis die moderne Technik
durchgesetzt: Die meisten Inuit benutzen jetzt Motorschlitten und
wohnen in zentralbeheizten Häusern. Und längst nicht mehr alle gehen
auf Beutefang nach Seehunden, Walen oder Fischen. Viele verdienen ihr
Geld auf großen Fischkuttern oder Handelsschiffen. Und ein schön
geschmückter Weihnachtsbaum gehört mittlerweile auch für die Inuit zum
Weihnachtsfest dazu!