In Schnee und Eis

So leben die Eskimos

Wenn bei uns zu Weihnachten vielleicht endlich der erste Schnee fällt, ist bei anderen Kindern auf der Erde schon lange Winter. Bei ihnen liegt viele Monate im Jahr Schnee und das Thermometer klettert nur selten über null Grad.



In Schnee und Eis
Foto: pixelio

Die Rede ist von den Inuit-Kindern.
Sie leben hoch oben im Norden in der Arktis. Man könnte auch sagen "am oberen Ende der Erde". Denn die Arktis ist das Gebiet rund um den Nordpol. Dazu gehören Alaska, der Norden Kanadas, Sibirien und Grönland. Und eine unglaublich große Insel aus gefrorenem Meerwasser. So ähnlich wie ein riesiger Eiswürfel. Die Eisplatte ist drei bis vier Meter dick, sodass die Inuit sogar mit Schlitten darauf fahren können.

Während wir schon bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bibbern, finden die Inuit das noch richtig angenehm. Denn für sie sind das "sommerliche" Temperaturen. Wärmer wird es bei ihnen das ganze Jahr nicht. Und im Winter kann es in der Arktis sogar minus 50 Grad kalt werden. Warum das so ist? Die Sonne scheint in dieser Zeit nicht auf diesen Teil der Erde. In der Arktis bleibt es von Oktober bis Februar vier Monate lang Tag und Nacht dunkel. Da wird es natürlich richtig kalt und ungemütlich. Und in dieser Kälte und in der Dunkelheit wachsen auch kaum Pflanzen. Die Weihnachtsbäume für die Inuit-Kinder werden daher aus anderen Gegenden mit Schiffen hierher transportiert!




Damit die Inuit in der Kälte überleben können, haben sie sich über viele tausend Jahre an die eisigen Lebensbedingungen angepasst. Sie haben sich zum Beispiel darauf spezialisiert, Rentiere, Eisbären, Robben oder Wale zu fangen. Aus den Tieren stellen sie alles her, was sie zum Leben brauchen: Essen, Kleidung, Werkzeuge, Öl, Medizin und vieles mehr. Und während wir ins Auto steigen, spannen die Inuit ihre Hunde vor einen Schlitten und sausen damit über das Eis. Wenn sie früher fern von ihrem Dorf auf der Jagd waren, haben sie sich auch ein Haus aus Eisblöcken gebaut: einen Iglu. Diese Hütten sind so raffiniert aus Schnee und Eis zusammengesetzt, dass sie die Inuit vor der eisigen Kälte und gefährlichen Stürmen schützen können. In einem Iglu kann es sogar 16 Grad warm werden, selbst wenn es draußen minus 40 Grad kalt ist.

Heute wissen nur noch wenige Inuit, wie man ein solches Schneehaus baut. Denn inzwischen hat sich auch in der Arktis die moderne Technik durchgesetzt: Die meisten Inuit benutzen jetzt Motorschlitten und wohnen in zentralbeheizten Häusern. Und längst nicht mehr alle gehen auf Beutefang nach Seehunden, Walen oder Fischen. Viele verdienen ihr Geld auf großen Fischkuttern oder Handelsschiffen. Und ein schön geschmückter Weihnachtsbaum gehört mittlerweile auch für die Inuit zum Weihnachtsfest dazu!