Land in Sicht!
Und der Weg über Land war lang und gefährlich. Aber Wissenschaftler hatten inzwischen bemerkt, dass die Erde eine Kugel ist. So wurde klar, dass, wer nach Indien will, vielleicht auch in die andere Richtung segeln könnte, nach Westen. Als erster wagte Kolumbus diese Reise. Allerdings wusste er nicht, dass ihm der Weg versperrt war – durch einen weiteren Kontinent zwischen Europa und der "Rückseite" Asiens, nämlich Amerika. Nach 35 Tagen auf See erreichten er und die Besatzungen seiner Schiffe Land. Kolumbus dachte, er sei in Indien. Deshalb nannten die Menschen das Land, das er entdeckte, zunächst Westindien. Und deshalb heißen die Ureinwohner Amerikas bei uns noch immer Indianer.
Wenige Jahre später fand dann der Portugiese Vasco da Gama heraus, dass man auch um Afrika herumsegeln kann, um mit dem Schiff bis Indien zu kommen. Seine Entdeckung war ein wichtiger Fortschritt für alle, die in Indien Waren kauften, um sie in Europa wieder zu verkaufen. Blieb noch Australien. Als der Engländer James Cook 1768 auf eine Südseereise aufbrach, erzählten sich viele Seefahrer, man habe gehört, dass es in dieser Gegend noch einen weiteren unbekannten Kontinent zu finden gebe: das so genannte "Terra Australis incognita", das unbekannte südliche Land. Cook war kein Eroberer oder Kaufmann, sondern ein Wissenschaftler, der sich auch mit der Herstellung von Seekarten beschäftigte. Und die Gerüchte trafen zu: Bei seiner Reise erreichte er Australien. Nun konnte ein weiterer weißer Fleck auf der Weltkarte ausgefüllt werden.
Dr. Frank Nischk, Biologe, Köln
INFO
Wer sich für alte oder überhaupt für Schiffe interessiert, für den
lohnt sich ein Besuch im Deutschen Schifffahrtmuseum in Bremerhafen:
Hans-Scharoun-Platz 1,
geöffnet täglich
von 10 bis 18 Uhr,
Infos unter www.dsm.de