Kolumbus & Co.

Die großen Entdecker der Welt

Heutzutage fliegen wir in 20 Stunden bis nach Australien. Doch vor 1000 Jahren wussten die Menschen in Europa nicht, dass es einen Kontinent namens Australien oder Amerika gibt. Genauso wenig hatten die Leute dort noch nie von Europa gehört. Bis die grossen Entdecker ihre Reisen machten.

Wenn man sich einen Globus anschaut, erscheint alles ganz klar.
Auf unserer Erde finden wir sieben große Kontinente: Europa, Asien, Afrika, Australien, Nord- und Südamerika und ganz im Süden die unbewohnte Antarktis. Wenn man dazu Lust hat, kann man schnell mal seine Tante in Brasilien anrufen oder nach Thailand in den Urlaub fliegen. Aber war das schon immer so?



Kolumbus & Co.
Christoph Kolumbus (Foto: sxc.hu)

Die ersten Menschen lebten in Afrika. Lange bevor es Städte oder gar Autos gab, wanderte ein kleiner Teil von ihnen immer ein bisschen weiter. So erreichte die Menschheit mit der Zeit fast jeden Winkel der Erde. Schon vor über 30.000 Jahren kamen so die ersten Bewohner auf den Kontinent Nordamerika. Eigentlich waren also diese Siedler die wahren Entdecker Amerikas. Warum aber nennen wir heute den italienischen Seefahrer Christoph Kolumbus, der 1492 von Spanien nach Amerika segelte, einen Entdecker?

Wie kommt man nach Indien?
Der Mensch hatte zwar schon die ganze Welt besiedelt. Doch die Vorstellung, wie diese Welt aussieht, war früher anders als heute. Große Reisen konnte man noch nicht unternehmen. Und es gab keine Erinnerung daran, welche Menschen sich wann und wo niedergelassen hatten. Die Leute in Europa wussten noch nicht einmal, dass es Australien oder Amerika überhaupt gibt.

Doch der technische Fortschritt veränderte die Welt. Man lernte Pferde zu reiten, mit Booten zu segeln. So wurden die Reisen der Menschen immer länger und die bekannte Welt immer größer. Als Christoph Kolumbus zu seiner Seereise aufbrach, kannten die Europäer alle Länder, mit denen ihr Kontinent über Landbrücken verbunden ist: Das Reich des Griechen Alexander reichte schon vor über 2000 Jahren vom heutigen Griechenland bis weit nach Indien. Doch viele Jahre lang fand man keine Möglichkeit, mit dem Schiff von Europa nach Indien zu segeln.



Land in Sicht!
Und der Weg über Land war lang und gefährlich. Aber Wissenschaftler hatten inzwischen bemerkt, dass die Erde eine Kugel ist. So wurde klar, dass, wer nach Indien will, vielleicht auch in die andere Richtung segeln könnte, nach Westen. Als erster wagte Kolumbus diese Reise. Allerdings wusste er nicht, dass ihm der Weg versperrt war – durch einen weiteren Kontinent zwischen Europa und der "Rückseite" Asiens, nämlich Amerika. Nach 35 Tagen auf See erreichten er und die Besatzungen seiner Schiffe Land. Kolumbus dachte, er sei in Indien. Deshalb nannten die Menschen das Land, das er entdeckte, zunächst Westindien. Und deshalb heißen die Ureinwohner Amerikas bei uns noch immer Indianer.

Wenige Jahre später fand dann der Portugiese Vasco da Gama heraus, dass man auch um Afrika herumsegeln kann, um mit dem Schiff bis Indien zu kommen. Seine Entdeckung war ein wichtiger Fortschritt für alle, die in Indien Waren kauften, um sie in Europa wieder zu verkaufen. Blieb noch Australien. Als der Engländer James Cook 1768 auf eine Südseereise aufbrach, erzählten sich viele Seefahrer, man habe gehört, dass es in dieser Gegend noch einen weiteren unbekannten Kontinent zu finden gebe: das so genannte "Terra Australis incognita", das unbekannte südliche Land. Cook war kein Eroberer oder Kaufmann, sondern ein Wissenschaftler, der sich auch mit der Herstellung von Seekarten beschäftigte. Und die Gerüchte trafen zu: Bei seiner Reise erreichte er Australien. Nun konnte ein weiterer weißer Fleck auf der Weltkarte ausgefüllt werden.

Dr. Frank Nischk, Biologe, Köln


INFO

Wer sich für alte oder überhaupt für Schiffe interessiert, für den lohnt sich ein Besuch im Deutschen Schifffahrtmuseum in Bremerhafen:

Hans-Scharoun-Platz 1,
geöffnet täglich
von 10 bis 18 Uhr,
Infos unter www.dsm.de