Potzblitz und Donnerwetter!

Wie Gewitter entstehen und du dich davor schützen kannst

Ein Gewitter ist eine überirdische göttliche Botschaft. Das jedenfalls dachten die Menschen vor einigen tausend Jahren. Donner und Blitze galten als Waffen, die Götter auf die Erde schleuderten. Heute weiß man, wie Gewitter wirklich entstehen. Und wie man sich vor einem Blitzschlag schützen kann.




Potzblitz und Donnerwetter!
Foto: Deutscher Wetter Dienst

Ausgerechnet im Sommer bei bestem Badewetter gibt es ganz plötzlich ein Gewitter. So ein Pech! Doch solche Wärmegewitter sind ebenso schnell wieder vorüber, wie sie gekommen sind. Wie der Name es schon verrät, haben sie mit Wärme zu tun. Wenn an heißen Sommertagen die Sonne die Erde stark erhitzt, steigt feuchte warme Luft in den Himmel auf. Weit oben in den kalten Luftschichten angekommen kühlt sich die feuchte Luft ab und bildet wieder ganze Wassertropfen. Man sagt, sie kondensiert. Dieser Wasserdampf türmt sich zu riesigen Gewitterwolken auf – den "Cumulonimbus-Wolken".

Es sind die größten Wolken, die man kennt.
Manche von ihnen ragen über zehn Kilometer in den Himmel. Innen drin wirbeln starke Winde die Tropfen immer wieder in die Höhe. Dabei sammeln sie immer mehr Wasser, bis sie dick und schwer zur Erde fallen: Es regnet! Ganz oben ist es so kalt, dass Eiskristalle entstehen. So fallen manchmal sogar im Sommer große Hagelkörner vom Himmel.

Durch die starken Wirbeleien laden sich die Tröpfchen und Staubteilchen in der Gewitterwolke elektrisch auf. Manche von ihnen sind positiv geladen und sammeln sich an der Oberseite der Wolke. Ihre Unterseite wird dann negativ – ähnlich wie bei einer Batterie. Herrscht zu viel Elektrizität zwischen beiden, muss sie sich irgendwo entladen: Es blitzt! Einige Blitze passieren innerhalb der Wolken. Andere springen zur Erde über. Immer wieder kommen dabei auch Menschen zu Schaden, weil sie die einfachen Gewitterregeln nicht beachten: Fern halten von Kirchtürmen, Masten, Bäumen oder Zäunen! Der Blitz sucht sich auf der Erde nämlich immer einen besonders hohen Punkt, um sich zu entladen. Wasser leitet auch geringste Blitzströme und ist darum besonders gefährlich. Darum raus aus dem Schwimmbecken oder dem Badesee, und auch kein Boot fahren. Am sichersten bist du in einem Gebäude oder im Auto. Denn sie leiten den Blitz um dich herum in die Erde.

Geräusche breiten sich mit einer Geschwindigkeit von 330 Metern pro Sekunde aus: 330 m/s. Man nennt das Schallgeschwindigkeit. Wenn etwas noch schneller ist, durchbricht es die so genannte "Schallmauer". Das gibt dann einen Riesenknall. Genauso ist das beim Donner. Dort, wo es in der Wolke blitzt, wird die Luft plötzlich ein paar tausend Grad heiß. Dadurch dehnt sie sich ex-plosionsartig aus. Sie ist dabei schneller als der Schall und durchbricht die "Schallmauer": Es donnert! Den Donner hören wir aber nicht zur gleichen Zeit, wie wir den Blitz sehen. Denn wie wir wissen, kann er ja nur 330 Meter pro Sekunde zurücklegen. Der Lichtblitz ist viel schneller. Ihn sehen wir sofort. Wie weit der Blitz entfernt ist, kannst du ganz einfach ausrechnen: Zähle die Sekunden zwischen Blitz und Donner und teile das Ergebnis durch drei. Vergehen zwischen beiden sechs Sekunden, war der Blitz also zwei Kilometer entfernt.




Potzblitz und Donnerwetter!
Illustration: Friedrich

Gute Wetterpropheten

Tiere haben einen guten Instinkt. Vor allem Bienen, Ameisen und Spinnen wittern ein Unwetter schon viele Stunden zuvor und suchen Schutz. Spinnen zerstören sogar ihr eigenes Netz und hängen sich an langen Fäden in einen Schlupfwinkel, um sich vor dem Sturm zu schützen. Wenn im Sommer also das emsige Treiben und Summen der Insekten verstummt, zieht bald ein Gewitter auf. Am besten gehst auch du dann nach Hause und schaust dir das Spektakel vom Fenster aus an.