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Alles Geschmackssache


Deine Schoko-Geburtstagstorte war sooo lecker! Der Kartoffelsalat von Tante Ilse aber nicht? Und warum mag Mama Käse gerne, Papa lieber Schinken?

Wenn du dir vorm Spiegel mal selbst die Zunge rausstreckst, kannst du sie sehen: Hunderte winziger Pickelchen, die deine Zungenoberfläche ganz rau machen. Wir nennen sie Geschmacksknospen. Jede Geschmacksknospe reagiert besonders auf einen bestimmten Geschmack: Es gibt welche für süß, sauer, salzig und bitter. An der Zungenspitze sitzen die süßen und mit den Geschmacksknospen an den Rändern kannst du Saures und Salziges gut erschmecken. Ganz hinten auf deiner Zunge sind die Knospen für alles, was bitter schmeckt.

Wie funktioniert Schmecken?

Wenn du ein Stück Schokolade im Mund schmelzen lässt, werden deine Geschmacksknospen für süß aktiv. Die Geschmacksknospen stehen mit deinem Gehirn in Verbindung und schicken blitzschnell die Information dorthin „Hier ist etwas Süßes im Mund“. Dass du schmecken kannst ist lebenswichtig, denn dein Körper kann dich so davor warnen, etwas Falsches zu essen – wie Verdorbenes oder Giftiges. Giftige Substanzen schmecken beispielsweise oftmals bitter; deswegen sind deine Geschmacksknospen für Bitterstoffe zehntausendmal empfindlicher als die für Süß.
 

Schmecken ist Riechen!

Schmecken bedeutet nicht nur, süß, sauer, salzig und bitter zu unterscheiden. Sonst würde ein Stück Traubenzucker ja genauso schmecken wie ein Lolly oder eine süße Kirsche! Vielleicht hast du bemerkt, dass du schlechter schmecken kannst, wenn du einen Schnupfen hast? Schmecken passiert nämlich nicht nur im Mund, sondern auch in der Nase: Mehr als die Hälfte eines Geschmacks riechst du eigentlich nur. Deine Nase nimmt beim Essen die unterschiedlichen Aromen wahr. Dadurch schmeckt ein Apfel nicht nur süß und ein wenig sauer, sondern eben richtig nach Apfel!

Auch die Umgebung, in der du isst, und die Temperatur des Essens sind entscheidend für seinen Geschmack. Ist dir aufgefallen, dass bestimmte Dinge im Urlaub viel besser schmecken als zuhause? Oder dass kalte Pizza nicht so lecker ist wie warme? Auch besagt ein Sprichwort „Das Auge isst mit“ – oder besser gesagt „schmeckt mit“: Sieht etwas besonders unappetitlich aus oder ist nicht schön angerichtet, schmeckt es automatisch schlechter.

Guter Geschmack – schlechter Geschmack

Was uns schmeckt und was nicht hängt auch davon ab, mit welchen Erinnerungen wir eine Speise verbinden. Wenn du bei deiner Oma immer ein Bananenbrot bekommst, während sie dir ein Märchen vorliest, wirst du Bananenbrote vermutlich dein Leben lang mögen. Zusätzlich – behaupten Forscher – wird unser Geschmack von Geburt an von unserer Veranlagung bestimmt. So haben manche Menschen auch einen ausgeprägteren Geschmackssinn als andere. Sie haben von Natur aus mehr Geschmacksknospen und sind besonders feinfühlige "Schmecker".

Schmecken ist gesund

Den Geschmackssinn hat die Natur nicht ohne Grund eingerichtet: Um gesund zu bleiben, braucht dein Körper ganz unterschiedliche Nährstoffe. Der Geschmack sagt ihm, welche Stoffe in den Lebensmitteln stecken und welche du gerade zu dir nimmst. Wenn du Appetit auf etwas Salziges hast, dann signalisiert dein Körper damit, dass er dringend Mineralien (Salze) benötigt. Verschiedene Sachen zu probieren und zu schmecken macht also nicht nur Riesenspaß, es hilft dir auch gesund zu bleiben!