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Haargenau!

Haargenau!

Wie die menschliche Produktionsmaschine funktioniert

Sie sind glatt, wellig oder gelockt, rot, blond oder schwarz: Haare. Genau wie unsere Finger- und Fußnägel wachsen sie aus der Haut heraus. Und beide haben noch etwas gemeinsam: Schneiden tut nicht weh...

 
Haargenau!

Foto: moll

Schau dir einmal deine Handflächen, Fußsohlen und Lippen an. Was unterscheidet sie vom Rest deines Körpers? Richtig – es sind die einzigen Stellen der Haut, die nicht behaart sind. Sonst findest du Haare überall: Augenbrauen und Wimpern im Gesicht schützen die Augen vor Schweiß und Schmutz. Kleine Härchen an Armen, Beinen, Bauch und Rücken helfen je nach Temperatur mit, die Haut zu wärmen oder abzukühlen. Sogar in der Nase und im Ohr sind welche! Sie verhindern, dass Staub hineinkommt. Und natürlich haben wir Haare auf dem Kopf, die uns vor zu viel Sonne schützen. Dort finden sich je nach Haarfarbe ungefähr 100.000 Haare. Das sind vier Mal so viele wie am übrigen Körper!

30 Meter pro Tag
Jedes einzelne deiner Haare ist mit einer Tulpe vergleichbar: Wie die Blumenzwiebel im Boden liegt die Haarzwiebel tief in der Haut. Sie regt das Wachstum an. Während du bei der Tulpe über der Erde nur Blüte und Stil sehen kannst, ist es vom Haar nur der Schaft, der aus der Haut herausschaut. Die Haarzwiebeln auf dem Kopf sind besonders aktiv. Deshalb wachsen Kopfhaare mit einem Zentimeter im Monat doppelt so schnell wie zum Beispiel Augenbrauen. Bei ungefähr 100.000 Kopfhaaren werden alle zusammen also jeden Tag um 30 Meter länger – so hoch ist ein großer Baum! Bevor ein Haar ausfällt, ist es circa sechs Jahre Teil deiner Frisur. Die Lebensdauer einer Wimper dagegen ist viel kürzer: Sie beträgt 100 bis 150 Tage. Eine Wimper wächst auch nur bis zu einer Länge von circa einem Zentimeter, dann stoppt sie. Sonst würde sie ja das Auge bedecken und du könntest nicht mehr richtig gucken!

Löwenmähne oder Krauskopf?
Ob deine Frisur glatt oder lockig ist, bestimmt die Haarform: Ist sie rund, sind die Haare glatt. Eine ovale Form sorgt für glattes bis gewelltes Haar, eine sehr längliche Form ergibt viele kleine Locken. Die Haarfarbe hängt von dem Farbstoff Melanin ab, den es in Hell und Dunkel gibt. Je nach Hell-Dunkel-Mischung entstehen daraus alle möglichen Haarfarben – von Strohblond bis Tiefschwarz. Deine Haarfarbe und -form erbst du von deinen Eltern und Großeltern.

Schmerzloses Schneiden
Finger- und Zehennägel bestehen übrigens aus dem gleichen Stoff wie Haare: aus Horn. Ein Nagel ist aber viel härter, weil bei ihm bis zu 100 Schichten Horn übereinander liegen. Die Hornstücke, die aus der Haut herausschauen – wie der Schaft beim Haar und die weiße Spitze beim Nagel – sind nicht mehr lebendig. Deshalb tut Haare- und Nägelschneiden auch nicht weh!

   

 
 
 
 
Video: Das passiert in der 37. bis 40. SSW

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