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Kopfkissen und Bettdecke für Babys lebensgefährlich

Bettzeug für Babys

Neuseeländische und deutsche Forscher haben die Daten von Todesfällen bei Kindern untersucht, die einen plötzlichen Kindstod erlitten hatten. Dabei stellten sie fest, dass diese Kinder häufig verschwitzt schienen und ihr Kopf von Bettzeug bedeckt war, als sie gefunden wurden.

„In Deutschland gilt als eine der Empfehlungen zur Vermeidung des plötzlichen Kindstods, dass der Säugling ohne Kopfkissen in einem Babyschlafsack auf dem Rücken schlafen sollte. Die Studie bestätigt diese Vorgehensweise wieder: Ein passender Schlafsack verhindert, dass das Kind unter eine Bettdecke rutscht. Ein Kissen birgt die Gefahr, dass es über den Kopf gerät und die Atmung behindert und gehört deshalb auch nicht ins Babybettchen“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit. Schweres Bettzeug war demnach besonders gefährlich.

Tod durch Ersticken
Die Autoren um Dr. Edwin A. Mitchell, von der Universität von Auckland in Neuseeland, gingen gezielt der Frage nach, ob Kopfkissen bzw. Bettdecken zum plötzlichen Kindstod beitragen können. Dazu analysierten die Forscher die Daten von 393 Kinder-Todesfällen in Neuseeland und von 333 Fällen in Deutschland, die auf einen plötzlichen Kindstod zurückgingen. Das Ergebnis: Bei insgesamt 15,6% der Säuglinge in Neuseeland und 28,1% in Deutschland waren die Köpfe bedeckt. Die kleinen Kinder, dessen Köpfe unter Bettzeug lagen, waren oft sehr verschwitzt, weshalb die Forscher vermuten, dass sie vor Eintrittdes Todes darunter gerieten und in der Folge zu Tode kamen.

Tod durch Überwärmung
Diese Tatsache spricht auch für die These der Überwärmung als Faktor beim Auftreten des plötzlichen Kindstods. Den höheren Anteil von älteren Säuglingen, die mit zugedecktem Kopf gefunden wurden, erklären die Forscher mit einer besseren motorischen Entwicklung. „Ältere Säuglinge haben einen größeren Bewegungsspielraum, so dass sie das Bett oder Kissen leichter wegstoßen - bis über den Kopf“, so Dr. Fegeler. Wie die Kinder ins Bett gelegt wurden und wie sie schließlich lagen, hatte laut den Wissenschaftlern keinen Einfluss darauf, ob das Kind unter das Kissen oder die Decke geriet. Sowohl bei den Daten aus Neuseeland als auch bei denjenigen aus Deutschland fanden die Forscher u.a. gehäuft im Thymus (Wachstumsdrüse hinter dem Brustbein) kleinere Blutungen. “Diese sind Folge einer vermehrten Atemarbeit bei Sauerstoffmangel und eine oft beobachtete Erscheinung beim plötzlichen Kindstod“, erläutert Dr. Fegeler.

Quelle: Kinderärzte im Netz

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