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Mythen-Check

Stoffwindel versus Wegwerfwindel: Was ist wirklich besser?

Wegwerfwindeln haben einen schlechten Ruf: Sie machen Müll, der viele Jahrzehnte braucht, um wieder abgebaut zu werden. Eine Alternative sind Windeln zum Waschen und Wiederverwenden. Aber ist das wirklich besser? Mit dieser Frage hat sich Hebamme Franziska Luck auseinandergesetzt. Sie ist bei ihrer Recherche auf eine interessante Antwort gestoßen.

Wegwerfen oder doch nicht?

Für viele ist es keine Option, überhaupt etwas anderes als die bekannten Wegwerfwindeln zu verwenden. Jedoch gibt es ebenfalls einen großen Markt an Herstellern für Waschwindeln. Aber ist das viele Waschen ökologisch gesehen wirklich besser als die Verwendung von Wegwerfwindeln? Der erste Gedanke ist sicherlich: Ja klar! Wiederverwenden ist schließlich immer besser als Wegwerfen. Aber so eindeutig ist es in diesem Falle nicht. Beide Varianten haben ganz klare Vor- und Nachteile. Doch wenn es um die Ökobilanz geht, ist die Antwort eher überraschend.

Wegwerfwindeln

Jeder kennt sie, du kannst sie überall kaufen und sie sind von unseren Wickeltischen kaum wegzudenken: Wegwerfwindeln. Sie sind praktisch, hygienisch und waren eine Revolution der Babybranche. Wegwerfwindeln sind dünn, saugfähig und halten stundenlang trocken. Außerdem sind sie sehr leicht in der Handhabung. Diese praktische Erfindung hat jedoch einen großen Nachteil: den Müll. Ein Kind verbraucht während drei Jahren in Windeln gut 5.000 Stück – und das bedeutet wiederum circa eine Tonne Müll. Dieser Müll braucht um die 300 Jahre, um wieder abgebaut zu werden.

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Waschwindeln

Mittlerweile gibt es sie in vielen Variationen – über 200 verschiedene Anbieter und Möglichkeiten eröffnen sich in der Welt der Waschwindel. Diese landen nach der Benutzung nicht im Müll, sondern in der Waschmaschine. Einige Windeln haben eine Einlage, die entweder im Müll oder im WC entsorgt werden kann. Nach kurzer Übungszeit klappt das Wickeln genauso schnell wie mit einer Wegwerfwindel.

Ab dem zweiten Kind in Waschwindeln ist es auf jeden Fall finanziell eine geringere Belastung, da diese verwendet werden können, bis sie letztlich kaputt sind. Aber eine der größten Schwachpunkte dieser Windel ist ganz klar: Wohin mit den dreckigen und mitunter stinkenden Windeln? Erst recht, wenn man unterwegs ist! Hinzukommt: Möchte man wirklich ökologisch bewusst handeln, darf man nicht so häufig und heiß waschen. Aber das ist dann wiederum unhygienisch.

Fazit: Was ist denn nun besser?

Wenn man sich eine repräsentative Studie aus England von 2008 anschaut, macht es ökologisch gesehen keinen Unterschied, ob du Wegwerfwindeln oder Waschwindeln verwendest. Diese Erkenntnis wird sicherlich einige überraschen. Jedoch ergibt es auch Sinn, wenn man überlegt, wie viel Wasser und Energie beim Waschen verbraucht werden.

Es gibt aber Möglichkeiten, wie man die Ökobilanz verbessern kann, nämlich indem man seltener und weniger heiß wäscht. Du kannst der Umwelt zuliebe zum Beispiel zu Hause anstelle von Feuchttüchern & Co. waschbare Waschlappen verwenden. Somit produzierst du weniger Müll, hast den großen "Haufen" aber in der Mülltonne entsorgt. Schlussendlich ist es eine Geschmackssache, wie du dein Kind wickelst. Ganz nach dem Motto "Cool moms don't judge" oder auch: Jede Familie sollte das machen, was für sie das Beste ist.

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Unsere Autorin

Franziska Luck

Unsere Autorin Franziska Luck ist seit 2009 ausgebildete Hebamme. Sie arbeitet in der Metropolregion Hamburg und lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern südlich der Elbe.

Franziska schreibt aufgrund ihres Fachwissens und ihrer langjährigen Erfahrung als Hebamme für wireltern.de vor allem zum Thema: Schwangerschaft, Geburt und Baby.

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