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Babygläschen

Worauf Eltern bei Babybrei achten sollten

Die Auswahl an Babygläschen im Supermarkt und der Drogerie ist riesig. Aber sind sie auch wirklich gut? Wir zeigen, auf welche Zutaten es ankommt.

Im vierten und fünften Monat des Babys ist es DAS Thema in Krabbelgruppen und auf dem Spielplatz: Der Beikost-Start. Viele Mütter und Väter tendieren dazu, den Brei im ersten Lebensjahr fürs Baby selbst zu kochen. Nicht selten werden Babygläschen sogar regelrecht verteufelt. Das liegt mitunter auch daran, dass Stiftung Warentest und Öko-Test bei Überprüfungen immer mal wieder Grund zu Beanstandungen haben. Und die sowieso schon sensible Gruppe, nämlich junge Eltern, bleibt dann verunsichert zurück. Schließlich wollen sie nur das Beste für ihr Baby und fragen sich dann, ob es in Ordnung ist, Brei aus Gläschen zu füttern. 

Babybrei kaufen oder selber kochen?

Eines vorab: Fertigbreie sind viel besser als ihr Ruf. Denn selbst gekochter Babybrei ist  nicht grundsätzlich besser als fertiger Babybrei, nur weil er frische Zutaten enthält, selbst ausgesucht und zubereitet ist. Er hat diese Vorzüge nur dann, wenn die Lebensmittel dem Alter entsprechend, frisch, schadstoffarm, sauber und nährstoffschonend verarbeitet sind.

Wer also auf Babygläschen zurückgreifen möchte, kann dies ohne schlechtes Gewissen tun. Viele Hersteller haben bieten ähnliche Breie an – wichtig ist es, auf die Zutaten zu achten und das Kleingedruckte zu lesen. Und letztlich kommt es natürlich auch darauf an, was dem Baby schmeckt und was nicht. Was nützt der tollste Brei mit Lebensmitteln in Öko-Qualität, wenn der Nachwuchs ihn verschmäht? Wir zeigen, worauf Eltern laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) beim Kauf von fertigen Gläschen achten sollten. 

Wenige Zutaten

Die besten Fertigbreie für Babys sind einfach zusammengesetzt und enthalten nur wenige Zutaten. Eine Gemüse-, Obst- oder Getreidesorte im Brei reicht. Mischungen sind erst dann unproblematisch, wenn jede Sorte bereits auf Geschmack und Verträglichkeit getestet wurde. Wegen ihrer guten Nährstoffzusammensetzung sind Breie mit Kartoffeln oder Vollkorngetreide die bessere Wahl.

Ohne unnötige Zusätze

Häufig enthalten Fertigbreie geschmacksgebende Zutaten wie Salz, Zucker und andere Süßungsmittel (zum Beispiel Honig, Ahornsirup, Fruchtdicksaft), Schokolade und Kakao. Sie sind in der Baby-Ernährung überflüssig. Das gilt auch für Nüsse, Gewürze und Aromen, die allergieauslösend wirken können. Häufig sind Breie mit der auffälligen Aufschrift "ohne Kristallzucker" gekennzeichnet. Die Zutatenliste zeigt aber, dass sich Zucker unter anderen Namen im Produkt verbirgt. Zum Beispiel: Saccharose (Haushaltszucker), Glukose (Traubenzucker), Glukosesirup, Fruktose (Fruchtzucker) oder Maltose (Malzzucker). 

Mit Zusatz von Jod

Babygläschen sollten so wenig Salz wie möglich enthalten. Der Zusatz von Kaliumjodid oder Kaliumjodat hingegen ist erwünscht, denn er trägt dazu bei, den erhöhten Jodbedarf des schnell wachsenden Babys ausreichend zu decken. Jod ist ein Spurenelement, das das Baby für sein Wachstum sowie für seine körperliche und geistige Entwicklung braucht.

Gemüse-Fleisch- und Getreide-Obst-Breie ohne Milch und Milcherzeugnisse

Gemüse, Fleisch und Vollkorngetreideerzeugnisse versorgen das Baby mit dem Spurenelement Eisen, das es, wie Jod, in zunehmender Menge für Wachstum und Entwicklung braucht. Enthält die Mahlzeit bzw. der Brei gleichzeitig Milch oder Milchprodukte, bilden Kalzium und Eisen eine für den Körper schwer verwertbare Verbindung. Deshalb sollten Gemüse-Fleisch-Breie keinen Käse und keine Sahne sowie Getreide-Obst-Breie keine Milch, keinen Jogurt und keine Sahne enthalten.

Fehlendes Vitamin C hinzufügen

Vitamin C verbessert die Aufnahme von Eisen im Körper. Gemüsebreie ohne den Zusatz von Vitamin C (siehe Zutatenliste auf dem Etikett) sollten mit ein bis zwei Esslöffeln Saft ergänzt werden (einfach nach dem Erwärmen unterrühren). Alternativ kann man den Brei auch mit püriertem Obst aufpeppen oder dem Baby zum Essen Wasser mit einem Schuss Saft anbieten.

Fettarme Breie ergänzen

Fertige Gemüse- und Getreide-Obst-Breie sind häufig sehr fettarm. Das schnell wachsende Baby braucht aber ausreichend Fett für die Deckung seines hohen Energiebedarfs. Liegt der Fettgehalt von Gemüsebreien unter 8 g pro Portion (siehe Nährwertangabe auf dem Etikett) und der von Getreide-Obst-Breien unter 5 g pro Portion, kann der Brei mit bis zu einem Teelöffel Rapsöl oder Butter (1 TL = 4 g) ergänzt werden - es sei denn, die Fettzufuhr wird mit den anderen Mahlzeiten ausgeglichen.

Baby-Snacks in Maßen

Baby-Joghurts, Baby-Kekse oder Baby-Pudding enthalten oft viele unnötige Zusatzstoffe,  darunter zu viel Kuhmilch und Zucker. In den ersten Monaten von Babys Beikost sollte man, wenn man möglich, auf solche Snacks vollkommen verzichten. 

Babygläschen erwärmen

Wie selbstgekochte Breie profitieren auch Fertigbreie von einer schonenden Zubereitung. Wenn möglich sollten sie also langsam im Wasserbad erhitzt werden. Wenn das Baby anfangs noch nicht so viel isst, entnimmt man nur eine Teilmenge und erhitzt diese. 

Die Mikrowelle wird zum Aufwärmen häufig verteufelt– zu Unrecht. Gerade, wenn es mal schnell gehen muss oder man unterwegs keine andere Möglichkeit zum Aufwärmen hat, kann sie auch sehr praktisch sein. Man sollte nur auf folgende Punkte achten:

  • Das Gläschen nie verschlossen erhitzen – sonst können diese explodieren.
  • Den Brei am besten für knapp 60 Sekunden bei etwa 300 - 350 Watt in die Mikrowelle stellen. 
  • Der Gläschchen-Inhalt wird in der Mikrowelle nicht gleichmäßig durcherhitzt. Deshalb muss der Brei vor dem Füttern gründlich umgerührt und die Temperatur überprüft werden. 

Brei, der schon einmal erwärmt wurde, bitte kein weiteres Mal füttern. Nur Brei-Reste, die noch nicht erhitzt wurden, können ein bis zwei Tage lang verschlossen im Kühschrank aufbewahrt werden. 

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