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Erster Brei: 20 Tipps zum Beikost-Start

Nach rund sechs Monaten reicht Muttermilch allein nicht mehr aus. Zeit für den ersten Brei! Unsere 20 besten Tipps für einen entspannten Beikost-Start.

Immer mit der Ruhe!

1. Ob dein Baby bereit für den ersten Brei ist, zeigt sich zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat an folgenden Anzeichen: Das Kleine kaut auf seinen Fäustchen herum, es führt Dinge zum Mund und zeigt Interesse an Essen, greift nach Speisen auf deinem Teller.

2. Für den ersten Babybrei ist gutes Timing alles: Dein Baby sollte nicht übermüdet oder übermäßig hungrig, sondern guter Dinge sein und vielleicht schon eine kleine Milchmahlzeit zu sich genommen haben.

3. Versuche, möglichst entspannt und positiv zu bleiben. Dein Baby verbindet dann mit den Mahlzeiten Glücksgefühle und wird ihnen später positiv entgegensehen.

4. Sollte es beim Füttern die Nase rümpfen, bedeutet es nicht, dass es das angebotene Essen nicht mag. Versuche es erneut und biete ihm einen Löffel Brei an – aber ohne Druck. Öffnet es seinen Mund, ist es bereit, den Brei zu probieren. Wenn nicht, versuche es an einem anderen Tag noch einmal. Lehnt dein Baby anfangs die Beikost ab, kann es auch am unbekannten Geschmack liegen. Dann hilft vielleicht das Mischen des Möhrenbreis mit etwas Mutter- oder Säuglingsmilch. Ganz wichtig: Bitte das Baby nie zum Essen zwingen! Der erste Brei sollte weder für das Kind noch für seine Eltern Stress bedeuten. 

Der erste Brei: Gemüse, Gemüse, Gemüse ...

5. Gewöhnlich wird mit einzelnen Gemüsesorten begonnen, und die süß schmeckende Möhre oder Pastinake sind ein idealer Einstieg in die neue, ungewohnte Ernährung. Am Anfang ist es völlig normal, in der ersten Woche z. B. nur Möhre zu füttern, in der zweiten Pastinake. Dein Baby soll sich langsam an das neue Essen gewöhnen können. 

6. Besonders verträgliches Gemüse sind neben Möhre und Pastinake, Fenchel, Zucchini oder Kürbis. Bei Kartoffeln die grünen Stellen großzügig entfernen, sie enthalten das Nervengift Solanin. 

7. Zu Anfang immer nur ein Nahrungsmittel füttern, so lernt das Baby, die einzelnen Aromen zu unterscheiden. Es können bis zu zehn Versuche notwendig sein, bis das Kleine die neue Nahrung akzeptiert. Vom ersten Löffel Brei bis hin zu größeren Mengen können durchaus einige Wochen vergehen. 

8. Am einfachsten ist die Einführung neuer Zutaten vor dem siebten Monat. Mit dem Zufüttern jedoch nicht vor der 17. Woche beginnen. Nieren und Verdauungstrakt sind noch nicht in der Lage, feste Nahrung richtig zu verarbeiten.

9. In der Einführungsphase sollte das Baby zuerst dünnen, später dickeren, zerdrückten Brei und schließlich zerdrückte Kost mit weichen Stückchen bekommen.

10. Es empfiehlt sich, Brei auf Vorrat zu kochen und dann portionsweise einzufrieren. Praktisch hierfür sind Eiswürfelbehälter. Dann kannst du den Brei bei Bedarf aus dem Tiefkühler nehmen und kurz aufkochen. Das spart ordentlich Zeit. 

Kartoffeln, Fleisch und Fisch

11. Hat sich dein Baby an den Gemüsebrei gewöhnt, steht der Gemüse-Kartoffel-Brei auf dem Speiseplan. Der Brei wird also durch Kartoffeln ergänzt. Die Kartoffeln nur stampfen, nicht pürieren – ansonsten werden sie durch die Stärke zu einer schleimigen, zähen Masse. Anschließend wird der dritte Brei, der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei eingeführt. Dem Brei wird eisenreiches, mageres Fleisch hinzugefügt. Das Fleisch beim Schlachter fein durchdrehen lassen. Am besten erst mit einer Sorte, z. B. Rind, starten. Später kann man dann auch variieren und Schwein, Geflügel und Lamm anbieten. Einmal in der Woche sollte statt Fleisch Fisch auf dem Speiseplan stehen. Fetter Fisch wie z. B. Lachs enthält wichtige Omega-3-Fettsäuren.  

12. Bei Obst und Gemüse nur erntefrische, saisonale Ware kaufen und wenn möglich in Bio-Qualität, denn es enthält die wenigsten Schadstoffe. Alternativ kann auch auf Bio-Tiefkühl-Ware ohne jegliche Zusätze zurückgegriffen werden.

13.Salzige Speisen wie Parmesan, Speck, Räucherfisch oder -schinken vermeiden. Fertiggerichte enthalten ebenfalls viel Salz, sind deswegen genauso tabu wie Salz im selbst gekochten Gemüsebrei.

Weniger Milch, mehr Mahlzeiten

14. Etwa vier Wochen nach Einführen des Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breis wird die nächste Milchmahlzeit durch den Milch-Getreide-Brei ersetzt. Er wird gerne abends gefüttert, weil das enthaltene Getreide, meistens Hafer, schön satt macht. Anschließend, wieder ca. vier Wochen später, wird dem Kind dann der Obst-Getreide-Brei am Nachmittag angeboten. Er schmeckt schön süß und wird von den meisten Babys sehr gerne gegessen. 

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15. Auf zuckrige Lebensmittel sollte so lange wie möglich verzichtet werden. Das gilt auch für Säfte oder zuckerhaltige Tees. Dein Baby entwickelt dadurch schon frühzeitig eine Vorliebe für Süßes, die später zu Übergewicht führen kann.

16. Mit Beginn der Beikost solltest du deinem Baby auch Wasser zum Trinken anbieten. Keine Sorge, wenn es anfangs nur wenig trinkt. Durch die Milchmahlzeiten ist die Flüssigkeitszufuhr gewährleistet. Als ideales Getränk sind zuckerfreie Tees oder Wasser geeignet. Am besten nicht zu kaltes Leitungswasser (wenn der Nitratgehalt unter 20 mg liegt) oder Mineralwasser ohne Kohlensäure und mit dem Vermerk "geeignet zur Zubereitung von Säuglingsnahrung“.

17. Kuhmilch ist im ersten Lebensjahr als Getränk ebenfalls nicht geeignet, da sie in großen Mengen die Nieren belasten kann. Der Milch-Getreide-Brei kann aber mit Vollmilch (3,5 % Fett) angerührt werden. Außerdem geeignet sind pasteurisierte oder H-Milch. Natürlich geht auch Säuglings- oder Muttermilch. Roh- und Vorzugsmilch jedoch nicht, da sie Bakterien enthalten können. Sojamilch und Sojaprodukte nur nach Rücksprache mit dem Kinderarzt verwenden. Auch Honig ist in den ersten zwölf Lebensmonaten tabu, da er Keime enthalten kann. 

18. Den Brei nicht im Fläschchen füttern, so verliert das Baby sein natürliches Sättigungsgefühl und es kann überfüttert werden. Wenn es nicht essen mag, ist es vielleicht satt oder einfach noch nicht so weit, Beikost zu probieren. Auch von Abendfläschchen als Einschlafhilfe sollte man absehen - durch das Nuckeln kann Karies entstehen. 

19. Stets einen anderen Löffel zum Probieren des Breis verwenden. Kariesbakterien können von dir auf dein Baby übertragen werden. 

Es geht auch breifrei

20. Beikosteinführung geht auch ohne Brei. Beim sogenannten "Baby-led Weaning", kurz: BLW, übersetzt: "Vom Baby gesteuerte Beikosteinführung", nimmt das Baby das Essen selbst in die Hand - und bestimmt selbst, was und wieviel es isst. Die Eltern reichen reichen ihrem Baby bei dieser Methode Fingerfood, also mundgerechte Stücke wie Karottenstückchen, Blumenkohl, Nudeln, gekochtes Fleisch etc. Alles, was das Baby selbst greifen kann und verträgt. Also nichts Scharfes, Salziges, oder Gesüßtes. Teller und Löffel sind dabei völlig überflüssig.

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