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Mythen-Check

Darf man einem Baby die Haare im ersten Lebensjahr nicht schneiden?

Ob kleine Kringellöckchen oder ein feiner Flaum im Vokuhila-Stil: Die Haare von Babys sind ein viel diskutiertes Thema unter Eltern. Und spätestens, wenn einer zur Schere gegriffen hat, taucht immer wieder die Behauptung auf, man dürfe Babys vor dem ersten Geburtstag nicht die Haare schneiden. Aber stimmt das wirklich?

Viele Mamas und Papas müssen sich mit dem Haareschneiden in den ersten Monaten gar nicht beschäftigen, da viele Babys schlichtweg kaum Haare auf dem Kopf haben. Falls aber doch – keine Panik! Es gab Zeiten, in denen man dachte, man würde Babys ihres Lebensglückes berauben, wenn man ihnen im ersten Lebensjahr die Haare schneidet. Alles Aberglaube, sagt Hebamme Franziska Luck. "Du darfst natürlich – egal in welchem Alter – deinem Baby die Haare schneiden. Wenn Babys zum Beispiel mit vielen, langen oder dicken Haaren geboren werden, ist es manchmal auch einfach notwendig, vor dem ersten Geburtstag die Schere anzulegen und ein paar Zentimeter abzuschneiden. In einigen Kulturen werden Babys auch die Haare komplett abrasiert, da dort die Meinung vertreten wird, dass die Haare dann besser und stärken nachwachsen."

Letztere Aussage ist übrigens auch ein Gerücht. Haare wachsen nicht schneller und kräftiger nach, wenn sie häufiger geschnitten oder gar abrasiert werden. Sie sehen durch das Schneiden lediglich voller aus. Die Struktur der Haare ist genetisch veranlagt und kann  – leider, leider – nicht von außen beeinflusst werden. Der Haarschnitt schon. Und damit der gelingt, kommen hier die besten Tipps.

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Dem Baby selbst die Haare schneiden: So geht's

Mal Hand aufs Herz: Die meisten Mütter und Väter haben wohl schon mal selbst zur Schere gegriffen, um dem Nachwuchs die Haare ein wenig zu kürzen. Gerade am Anfang kann man so natürlich auch ganz gut Geld sparen. Und: In den ersten zwei Jahren geht es beim Haareschneiden bei den meisten Kindern auch weniger um eine richtige Frisur als darum, überstehende Strähnen zu kürzen und die Haare ungefähr auf eine Länge zu bringen. Es muss also nicht unbedingt ein Profi ran. Wenn du deinem Kind selbst die Haare schneiden möchtest oder es zumindest einmal ausprobieren willst, ist das natürlich völlig in Ordnung. Du solltest lediglich folgende Dinge beachten:

1. Haushaltsscheren eignen sich nicht zum Schneiden, da sie zu stumpf sind und besonders Babyhaare noch sehr fein sind. Eine professionelle Haarschneideschere gibt es in der Drogerie oder im Fachgeschäft schon ab etwa 20 Euro. Sie sollte ausschließlich fürs Haareschneiden verwendet werden, damit die Klingen möglichst lange scharf bleiben. 

2. Dem Nachwuchs am besten einen Malkittel anziehen oder ein Handtuch um die Schultern legen, da abgeschnittene Haare auf der Haut piksen können. Oder anschließend unter die Dusche stellen. 

3. Gerade kleine Kinder können noch nicht lange stillsitzen. Es macht also Sinn, das Projekt Haareschneiden zu zweit anzugehen: Einer schnippelt, der andere lenkt ab. Und bloß nicht zu lange an einer Stelle aufhalten – besser zügig schneiden. Apropos Ablenkung: Erlaubt ist alles, was hilft! Ob malen, essen oder vielleicht auch mal ein wenig fernsehen? Hauptsache, es wird für ein paar Minuten still gesessen.

4. Die Haare sollten höchstens leicht angefeuchtet werden, sie dürfen nicht nass sein. Besser ist es, sie im trockenen Zustand zu schneiden. So sieht man besser, wie die Haare fallen. 

5. Jetzt geht's los: Eine Strähne mit einem Kamm abteilen, zwischen Mittel-und Zeigefinger klemmen und vom Kopf vorsichtig wegziehen. Die überstehenden Spitzen wegschneiden. Eine Profi-Schere hat ganz schön scharfe Klingen und ist recht spitz. Empfindliche Partien wie Stirn, Augen, Ohren und Nacken beim Schneiden am besten mit der anderen Hand abschirmen, um Verletzungen zu vermeiden.

6. Auch wenn es logisch klingt: Lieber erst einmal nur wenig als zu viel abschneiden. Besonders bei glatten Haaren sieht man Patzer ziemlich schnell. 

Kindern die Angst vorm Haareschneiden oder dem Friseur nehmen

Wenn Kinder älter werden, fürchten sie manchmal, die Schere könnte sie verletzen. Oder abgeschnittene Haare könnten weh tun. Das liegt daran, dass Kinder denken, Haare seien richtige Körperteile. Aber auch hier gibt es ein paar Tricks, mit denen man die Kleinen vom Haareschneiden überzeugen kann. 

1.  Wenn Mama und Papa ohnehin zum Friseur müssen, können sie ihren Nachwuchs einfach mitnehmen. So sehen Kinder, dass abgeschnittene Haare überhaupt nicht schlimm sind. 

2. Viele Friseurläden sind auf kleine Gäste bestens vorbereitet: Manchmal sieht der Friseurstuhl wie ein Auto aus, manchmal gibt es als Belohnung wie beim Arzt ein kleines Spielzeug oder eine Süßigkeit. So bleibt der erste Friseurbesuch bestimmt gut in Erinnerung. 

3. Auch Friseur spielen nimmt vielen Kindern die Angst: Entweder dürfen die Kids bei Mama oder Papa eine kleine Haarsträhne abschnippeln oder die Puppe bekommt einen neuen Haarschnitt verpasst. So macht Haareschneiden sogar richtig Spaß!

4. Wenn Kinder ganz unruhig sind und sich partout nicht die Haare schneiden lassen wollen, sollte man sie dazu nicht zwingen. Speichern Kinder Haareschneiden erst einmal als stressige Situation ab, wird es auch künftig immer wieder Geschrei geben. Am besten hilft man sich erst einmal mit Haarspangen und Haarbändern über die Runden und wagt dann einen neuen Versuch. Irgendwann wird es schon klappen!

Gut zu wissen

Auch wenn Babys am Anfang nur ganz dünne Haare haben oder vielleicht auch fast gar keine, sagt das rein gar nichts über die spätere Haarbeschaffenheit aus. Das Haarwachstum, was letztlich dafür sorgt, wie unsere Haare einmal aussehen, entwickelt sich erst zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr. Wenn ein Baby also mit ganz feinen Fisselhärchen auf die Welt kommt, kann daraus trotzdem noch eine richtig schön dicke Matte werden. 

Stillsitzen beim Schneiden

Bei YouTube haben wir dieses süße Video gefunden. Friseurmeister Daniel Golz zeigt darin, wie er seine jungen Gäste mit einem kleinen Trick zum Stillsitzen bewegt. Viel Spaß beim Anschauen!

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Unsere Autorin

Jana Kalla

Jana Kalla ist freiberufliche Journalistin und war viele Jahre lang hauptsächlich im Beauty-Kosmos unterwegs.

Seit sie einen eigenen kleinen Sohn hat, ist ihr Leben nicht nur um einiges turbulenter geworden, es hat auch dazu geführt, dass sie ihr Themenspektrum erweitert hat. Und was könnte es Schöneres geben, als über Windeln und Wimperntusche zu schreiben?

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