Babymassage

Babyglück mit Massage & Co.

Nichts genießt ein Säugling so sehr wie liebevolle Berührungen, Körperkontakt und intensive Interaktion mit Mama und Papa. Babymassagen und Yoga bieten dafür wunderbare Inspiration.

 

Ein zärtliches Streicheln, eine innige Umarmung – wohl jeder Mensch braucht das ab und zu. Aber besonders für Babys ist der Körperkontakt eine wichtige Voraussetzung zur gesunden Entwicklung. Schließlich erfährt schon der winzige Fötus im Bauch seine ersten Sinneseindrücke über den Tastsinn und das Fühlen – lange bevor er sehen, schmecken oder hören kann. Und auch in den ersten Lebensmonaten und -jahren ist dies von zentraler Bedeutung. Neben dem täglichen Schmusen und Umhertragen sind auch spezielle Massagekurse eine gute Gelegenheit, die Nähe intensiv zu fördern.

 

Körperkontakt fördert die Bindung

„Eltern schenken ihrem Baby besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung über Berührung und Massage“, erläutert Sandra Lindner – Hebamme, Diplom-Psychologin und Heilpraktikerin für Psychotherapie bei der Fundus Hebammengemeinschaft in Hamburg – die Vorteile der Babymassage. Durch den körperlichen Kontakt werde außerdem die Bindung zum Kind gefördert. Um die besten Techniken und Methoden zu erlernen, sind Kurse, die häufig von Hebammen oder Familienzentren angeboten werden, besonders gut geeignet. Für Mütter und Väter ist das oft auch ein schöner Anlass, sich mit anderen Eltern auszutauschen.

 

So funktionierte Babymassage

Wer intuitiv massiert, macht immer das Richtige

Eine Babymassage folgt keinen Gesetzen. Wer es schafft, sich auf seinen Instinkt zu verlassen und aufmerksam zu sein, tut meistens das Richtige. Wichtig ist, auf das Baby zu hören und ihm die Massage nicht „aufzudrängen“. Eltern müssen akzeptieren, wenn das Baby nicht will. Darüber lernt der Sprössling, dass seine Bedürfnisse ernst genommen werden, und es entsteht Vertrauen. Schön ist, wenn Mama und Papa aus der Massage ein Ritual werden lassen. Beispielsweise immer zu einer bestimmten Uhrzeit. Die immer gleiche entspannende Musik oder gesungene Lieder stimmen das Baby auf das nun folgende „Programm“ ein und geben Sicherheit und Orientierung. Abgedunkeltes Licht lässt Gemütlichkeit aufkommen. Und natürlich fühlt der Nachwuchs sich auf einer weichen Unterlage (die auch ein kleines „Malheur“ verkraftet) in einem warmen Raum am wohlsten. Das kann auf einem Handtuch, auf dem Bett oder auf einer Kuscheldecke auf dem Fußboden sein. Gerne auch auf Mamas oder Papas Beinen liegend.
Wichtig: Die Position sollte auch für die massierende Person angenehm sein. Die Hände der Eltern sollten nicht zu kalt sein – am besten die Hände mehrmals schnell aneinanderreiben und ein möglichst geruchsneutrales Baby-Massageöl verwenden.

Während einer Babymassage streichelt man mit den Händen sanft und rhythmisch über den Körper des Säuglings. Auch die kleinen Hände, Füße, Fingerchen und Zehen lassen sich zart massieren. „Die Stimulation hat eine positive Wirkung auf das Körpererleben, die Verdauung und den Schlaf“, erklärt Sandra Lindner. „Je nach Massagetechnik, wie zum Beispiel der Schmetterlingsmassage, können Babys beruhigt oder vitalisiert werden.“ Während der Massage sollten Mama oder Papa möglichst Augenkontakt zu dem Kind halten und liebevoll mit ihm sprechen.

 

Am besten weder satt noch hungrig massieren

Optimaler Zeitpunkt für eine Anwendung ist die Phase zwischen zwei Mahlzeiten, wenn das Kleine weder hungrig noch zu satt ist. Babys wollen berührt werden. Sie haben ein Bedürfnis nach Nähe, Wärme und Körperkontakt. Über ihren Körper erfahren und erleben sie sich und ihre Welt. Berührung ist außerdem Sprache – zärtliche Berührungen drücken häufig so viel mehr aus als Worte. Und auch das Baby kommuniziert fleißig mit und schult so die Eltern im Umgang mit ihm. Sie lernen, Körpersignale des Babys sensibler wahrzunehmen und zu beachten. So unterstützt die Babymassage eine Bindung, die für die Entwicklung äußerst bedeutsam und lebenslang wichtig ist. Schon ein paar Minuten dieses intensiven Kontakts wirken harmonisierend.

Eine Beispielübung, um die Durchblutung anzuregen und die Muskulatur zu stärken, ist diese:

Mit einer Hand sanft den Arm des Kindes umschließen und von der Schulter bis zu den Händen hinunterstreichen, dabei immer nur in die eine Richtung vorgehen. Anschließend ist der andere Arm dran. Genauso kann man mit beiden Beinen fortfahren – hier massiert man immer von den Leisten bis zu den Füßen.

 

Gymnastik-Übungen mit Baby

Baby-Shiatsu und Baby-Yoga

Außer der „normalen“ Babymassage gibt es auch die spezielle Technik des Baby-Shiatsu. Die asiatische Methode lockert die Muskeln und stimuliert die zwölf Energie-Meridiane, die laut der traditionellen chinesischen Medizin den Körper durchziehen. Auch Energieblockaden werden gelöst. Die Anwendungen unterstützen Babys und Kleinkinder bei Unruhe, Reizüberflutung und Entwicklungsstörungen. Auch diese Kurse bieten Familien- und Therapiezentren, Hebammen und Therapeuten an. 

Beim Baby-Yoga wiederum sollen Mutter (oder Vater) und Kind gemeinsam relaxen. Die Stunden beinhalten üblicherweise gezielte Übungen zur Stärkung von Nacken, Rücken und Schultern, weil diese bei jungen Mamas meist besonders beansprucht sind. Das Baby wird dabei spielerisch miteinbezogen und macht mit elterlicher Unterstützung leichte Dehnübungen. Eine Massage für das Kleine bildet dann den meditativ-entspannenden Abschluss.

 

Babys fühlen sich im warmen Wasser pudelwohl

Baby beim Baden

 

Nicht nur Erwachsene wissen die entspannende Wirkung eines Vollbades zu schätzen – auch die Kleinsten fühlen sich im warmen Wasser pudelwohl. 

Besonders angenehm ist es, wenn das Baden als schönes Ritual zelebriert wird. So sollte man in aller Ruhe vorgehen, Waschlappen, eventuell eine Waschlotion und ein kuscheliges Handtuch bereitlegen und das Baby die ganze Zeit mit sanftem Griff sicher halten. Leises Singen und Sprechen steigern den Wohlfühlfaktor zusätzlich. Die Raumtemperatur sollte schön warm sein, die Wassertemperatur zwischen 36 und 38 Grad liegen. Viele Kinder genießen es, wenn Mama oder Papa mit in die Wanne steigt. Dann ist es aber wichtig, dass jemand den kleinen Schatz am Ende der Bade-Session in Empfang nimmt.

 

Babyöle eignen sich für die sensible Haut

Grundsätze der Babymassage

Die Babymassage ist meist eine sanfte Streichmassage. Am schönsten ist es, wenn die Streichbewegungen langsam, ruhig und gleichmäßig vonstattengehen. Babys lieben es, wenn die Massage an den Beinen beginnt, da Arme und Brustregion oft sehr berührungsempfindlich sind. Grundsätzlich wirken Massagegriffe von der Körpermitte nach außen entspannend, während Griffe, die von außen zum Körper hinführen, anregend wirken. Berührungen, bei denen beide Hände den Kopf des Babys umschließen, vermitteln Sicherheit und Geborgenheit. Kitzeln sollte man verhindern, denn hier ist das Baby ausgeliefert und angespannt.

 

Babymassage – wo kann ich’s lernen?

Babys Entwicklung fördern

Die Deutsche Gesellschaft für Baby- und Kindermassage e. V. (DGBM) bietet bundesweit Babymassagekurse mit jeweils etwa fünf Einheiten á 90 Minuten an. Hier kann man sich auch zur Kursleiterin für Baby- und Kindermassage ausbilden lassen. Der Verein handelt nach dem Konzept „Berührung mit Respekt“. Das bedeutet, dass die oder der Massierende genau auf die Signale des Babys achtet und hört. Damit trägt man einen wichtigen Teil zum Wohlbefinden des Babys und zur positiven Bindung bei. www.dgbm.de

 
Hebamme Sandra Lindner. Foto: Privat

Unsere Babymassage-Expertin

Sandra Lindner
Hebamme, Diplom-Psychologin und Heilpraktikerin für Psychotherapie bei der Fundus Hebammengemeinschaft, Hamburg

 

wirEltern.de - Newsletter

Gewinnspiele und deine Themen. Jede Woche neu.