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10 Warnsignale
Dann solltest du mit deinem Baby unbedingt zum Arzt

Gerade frisch gebackene Eltern machen sich häufig Sorgen um ihr Baby, wenn es Symptome wie Schnupfen, Husten, etwas Fieber oder Durchfall hat. Sollte das Kind gleich zum Arzt? Nicht immer ist das notwendig. Lies hier, welche Warnsignale eine ärztliche Untersuchung erfordern.

Dein Kind schreit, ist quengelig, hat vielleicht Schnupfen oder Husten – für besorgte Eltern ist gerade zu Beginn einer Erkrankung schwer zu unterscheiden, ob es sich lediglich um harmlose Symptome einer Erkältung handelt und ab wann sie mit dem Säugling oder kleinen Kind zum Arzt müssen. Dazu kommt dass das Kind in den ersten Lebensjahren noch nicht selbst sagen kann, wie es sich fühlt. Doch es gibt einige Anzeichen, die dir verraten, wann du mit deinem Kind einen Arzt aufsuchen solltest.

Anzeichen für eine Erkältung beim Baby oder Kleinkind

Schläft dein Kind mehr als sonst und isst weniger als normal, können das erste Anzeichen einer Erkältung sein – es wirkt erschöpft. Oft sind Babys und kleine Kinder bei Krankheit und Fieber weinerlich und verlangen nach viel Aufmerksamkeit. Schreitet die Erkältung voran, erkennst du dies an folgenden Symptomen.

Schnupfen

Anfänglich setzt meist eine verstopfte Nase deinem Baby zu. Das kann dazu führen, dass der Säugling beim Stillen nicht mehr gut saugen und trinken kann oder ältere Kinder Brei sowie die Flasche meiden. Die Nahrungsaufnahme wird durch die verstopfte Nase anstrengend und es kommt vermehrt zum Verschlucken der Nahrung. Ein paar Tage, an denen dein Baby weniger isst, sind erst einmal nicht tragisch – so lange dein Kind genügend trinkt und gut mit Flüssigkeit versorgt ist. Das kannst du daran erkennen, dass die Windel regelmäßig nass ist.

Sobald die Nase läuft und der Schleim dickflüssiger wird, ist der Schnupfen richtig ausgeprägt. Ist der Schleim gelb bis grünlich handelt es sich um eine bakterielle Infektion, ein typisches Anzeichen für eine Erkältung.

Ohrenschmerzen

Wenn sich Sekret aus der Nase im Gehörgang ansammelt, kann dies eine Mittelohrentzündung zur Folge haben. Fasst sich dein Kind während einer Erkältung häufig ans Ohr, solltest du diesen Verdacht daher von einem Kinderarzt überprüfen lassen. 

Husten

Oft geht eine Erkältung beim kleinen Kind oder Baby mit Husten einher. Dieser kann von trockenem Husten in produktiven Husten mit dickflüssigem Schleim übergehen. Wichtig ist, dass der zähe Schleim sich löst und dein Kind ihn gut abhusten kann, damit dieser sich nicht in den Atemwegen festsetzt und womöglich zu chronischem Husten wird.

Lies hier mehr zum Thema Reizhusten bei Kindern.

Halsschmerzen

Das kennst du sicher selbst noch von deiner letzten Erkältung: Trockener Husten kann Halsschmerzen auslösen. Das ist bei deinem Kind nicht anders. Möglicherweis kommen dadurch Beschwerden beim Schlucken hinzu. Wenn dein Baby wenig isst, aber dafür viel Durst hat, kann das also an den Halsschmerzen liegen und ist ein weiteres Symptom der Erkältung. 

Solltest du einen Arzt aufsuchen, wenn dein Kind erkältet ist?

Generell ist ein Arztbesuch nicht unbedingt notwendig, wenn es sich um eine normale Erkältung handelt. Hier helfen oft schon einfache Hausmittel wie zum Beispiel Nasentropfen aus Salzwasser für die verstopfte Nase, Hustensaft für den fest sitzenden Husten oder Spaziergänge an der frischen Luft.

Sollten die Symptome jedoch nach etwa einer Woche nicht deutlich besser werden, ist es sinnvoll, dein Kind von einem Arzt untersuchen und gegebenenfalls gezielt behandeln zu lassen.

Weitere sanfte Methoden, die bei einer Erkältung helfen, findest du hier.

10 Warnsignale, bei denen dein Kind zum Arzt sollte

Als Elternteil solltest du auf deine Intuition hören. Du kennst dein Kind am besten und merkst sicher schnell, wenn es ihm nicht gut geht oder etwas nicht normal ist. Dennoch ist es gut, zur Sicherheit einige Warnsignale zu kennen, bei denen du dir die Unterstützung eines Arztes holen solltest. Im Folgenden findest du 10 Warnsignale, bei denen du einen Arzt aufsuchen oder gegebenenfalls sogar einen Notarzt rufen solltest.

1. Gelbfärbung der Haut

Wenn sich die Haut beim Säugling in den ersten Tagen nach der Geburt gelb verfärbt, kann das ein Anzeichen für eine Stoffwechselstörung sein. Mögliche Gelbsucht bei Neugeborenen sollte gleich behandelt werden, um Folgeschäden zu vermeiden.

2. Erbrechen oder Durchfall

Der oft durch Magen-Darm-Infekte verursachte Flüssigkeitsmangel kann gerade für ein Kleinkind gefährlich sein. Umso kleiner das Kind ist, desto eher besteht die Gefahr, dass es austrocknet. Erste Warnsignale auf einen Flüssigkeitsmangel sind Schläfrigkeit und eine mehr als zwölf Stunden lang trockene Windel. Bei diesen Anzeichen solltest du mit deinem Kind lieber zügig einen Arzt aufsuchen.

Hier findest du Informationen zum weltweit häufigsten Erreger von Magen-Darm-Infekten.

3. Dein Baby schreit ungewöhnlich viel

Als Elternteil kannst du selbst am besten einschätzen, wie viel Geschrei für dein Baby normal ist. Gerade in starken Wachstumsphasen oder bei Überreizung durch ungewohnte Eindrücke wie Geräusche und Gerüche, muss viel Schreien nicht unbedingt ein Signal für eine Krankheit sein. Sollte das Schreien aber sehr lange andauern und dein Kind unruhiger sein als normalerweise, solltest du vom Kinderarzt mögliche Ursachen abklären lassen.

4. Dein Baby hat keinen Hunger

Es ist in Ordnung, wenn dein Kind Phasen hat, in denen es nicht so hungrig ist. Doch Appetitlosigkeit, die über einen längeren Zeitraum anhält und zu einem Gewichtsverlust bei deinem Kind führt, solltest du vom Kinderarzt untersuchen lassen.

5. Fieber und Ausschlag

Hautreizungen und Ausschläge können unterschiedliche Ursachen haben und sehr plötzlich auftreten. Bei wunder Haut am Po handelt es sich möglicherweise um eine Windeldermatitis. Diese kann schlagartig entstehen und ist dennoch unbedenklich. Sollte der Hautausschlag mit weiteren Symptomen wie Fieber einhergehen, ist dagegen Vorsicht geboten. Hier solltest du einen Arzt um Rat fragen.

6. Sturz vom Wickeltisch

Auch wenn du noch so sehr aufpasst, kann es passieren, dass dein Kind vom Wickeltisch oder Sofa fällt. Anstatt in dieser Schocksituation in Panik zu geraten, ist es jetzt wichtig, dass du einen kühlen Kopf behältst. Prüfe eindeutige Warnsignale: War dein Kind bewusstlos oder musste es erbrechen? Läuft klare Flüssigkeit aus der Nase oder tritt Blut aus den Ohren aus? Diese Anzeichen können auf eine Gehirnerschütterung oder andere gefährliche Kopfverletzungen hindeuten. In diesem Fall solltest du schleunigst einen Arzt aufsuchen oder direkt ins Krankenhaus fahren.

7. Probleme beim Atmen

Dein Baby bekommt schlecht Luft, atmet röchelnd und kämpft um fast jeden Atemzug? Sollten zudem Lippen und Haut eine bläuliche Farbe annehmen, deutet dies auf einen Sauerstoffmangel hin. Hier solltest du schnell Hilfe beim Notarzt oder im Krankenhaus suchen.

8. Stark erhöhte Körpertemperatur

Zum Thema hohes Fieber empfiehlt Dr. Ulrich Fegeler auf der Webseite "Kinder- & Jugendärzte im Netz", bei einem Kind, das jünger als drei Monate ist, ab einer Körpertemperatur vom 38 Grad Celsius zum Arzt zu gehen. Bei älteren Babys ab drei Monaten ist Fieber erst ab 39 Grad Celsius kritisch. Genauso solltest du den Arzt aufsuchen, wenn hohes Fieber in Schüben auftritt oder bei einem Kind unter zwei Jahren länger als 24 Stunden anhält. Mit älteren Kindern solltest du bei über drei Tage anhaltendem Fieber den Arzt aufsuchen. Die Körpertemperatur misst du beim Baby am besten im Po oder mit einem speziellen Ohrenthermometer für Babys und Kleinkinder. Nur auf diese Weise kannst du die erhöhte Temperatur zuverlässig feststellen.

9. Krampfanfälle

Durch erhöhte Körpertemperatur oder hohes Fieber werden manchmal Krampfanfälle ausgelöst. Diese können aber auch andere Ursachen haben. Einen Krampfanfall erkennst du am Zucken von Armen und Beinen sowie am Verdrehen der Augen. Dein Kind ist bei einem Krampfanfall nicht mehr ansprechbar und du solltest sofort einen Notarzt zur Hilfe holen.

10. Gerötete Augen

Wenn dein Baby rote, verklebte und wässrige Augen hat, handelt es sich eventuell um eine Bindehautentzündung. Da diese sehr unangenehm und vor allem hoch ansteckend ist, solltest du damit schnell zum Arzt, am besten gehst du direkt mit dem kleinen Patienten zum Augenarzt.

Sei auf einen Notfall vorbereitet

Die erste Zeit mit dem Kind ist besonders aufregend. Gerade wenn dein Baby noch kein Jahr alt ist, möchtest du alles richtig machen und auf keinen Fall Anzeichen einer Erkrankung übersehen oder versäumen, rechtzeitig eine ärztliche Meinung einzuholen. Dennoch solltest du dich nicht zu sehr verrückt machen. Viele Symptome sind erst einmal nicht gefährlich und du kannst sie einige Zeit beobachten. Erst wenn sich dann keine Besserung einstellt, ist der Arztbesuch erforderlich. Es wird dich aber auch kein Arzt abweisen, wenn du auf Nummer sicher gehen und dir seinen Rat schon früher holen möchtest.

Wichtig ist, dass du lebensbedrohliche Anzeichen wie einen Krampfanfall oder Gelbsucht sofort erkennst. Bei einem akuten Notfall wie einem Knochenbruch oder Atemnot solltest du nicht zögern und sofort den Notarzt rufen. Lege dir dazu einige Notfalltelefonnummern und -adressen bereit. So kannst du die Zeit mit deinem Kind beruhigt genießen und im Ernstfall schnell reagieren.

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