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Zwillinge
Mit Zwillingsbabys das erste Mal zu Hause

Einer schreit immer – das weiß Anne Attersee aus eigener Erfahrung. Unter gleichnamigem Blog nimmt sie jede Zwillingsherausforderung spielerisch an und bloggt sich so durchs Leben. Stets an ihrer Seite: der beste Ehemann der Welt.

Da haben wir nun Zwillinge zu Hause. Noch nie zuvor ein Kind gewickelt und jetzt das Ganze gleich doppelt: doppelte Windeln, doppelter Schlafentzug, doppeltes Gefühlschaos, doppelter Schmutz. Denn Kinder machen zwar glücklich, aber nicht gleich am Anfang. Zumindest war das bei mir so, denn die Babys waren zu Beginn ein großes Rätsel: Warum brüllt Zwilling 1 jetzt eigentlich? Und warum stimmt Zwilling 2 sofort mit ein? Es heißt zwar, dass eine Mutter ihr Kind kennt, aber es ist definitiv ein Kennenlernprozess … Denn oft sind die satt, glücklich, haben gerade geschlafen – und weinen trotzdem. Aber warum?

Es geht in den ersten Wochen darum, Gesten zu deuten, die Mimik zu entschlüsseln und Situationen richtig einzuschätzen. Dieses ganze medial gehypte Friede-Freude-Eierkuchen-Gedöns mit glücklich glucksenden Kindern und einem sauberen Zuhause ist ein großer Selbstbetrug und ein unglaublicher Stressmacher für jede frischgebackene (Zwillings-)Mutter.

Denn: Manchmal ist man müde zum Umfallen, manchmal weiß man nicht weiter, und manchmal, ja manchmal (in stillen Momenten), da sehnt man sich nach seinem alten Leben zurück. Man denkt melancholisch an lange Fernsehnachmittage zurück, an glutamathaltiges Essen vom Liefer-Chinesen und an laue Sommerabende mit Prosecco und den Mädels. Kurzum: an ein selbstbestimmtes Leben ohne Verantwortung.

Denn, egal welchen verantwortungsvollen Superjob man hatte, wie engagiert man in Vereinen war oder wie wichtig die Freunde waren – Kinder ändern alles. Zwillinge sowieso. Denn den Kleinen ist es egal, ob Sonntag ist. Die haben auch da Hunger. Sie sind anstrengender als der Alltag zuvor – egal wie stressig der auch war: Zeit, um in Ruhe zu duschen, hatte man da immer.

Na gut – das Kinder-Ding bekommt man irgendwann in den Griff, dann traut man sich sogar mit zwei Kindern alleine außer Haus. Das ist übrigens ein organisatorisches Meisterstück, und jede Zwillingsmutter sollte nach ihrer Elternzeit einen Job als Managerin angeboten bekommen. Also: Man ist wieder mobil. Doch dann lernt man andere Mütter kennen. Auch Einlings-Mütter: Die sind entweder glücklich und völlig tiefenentspannt, oder sie sind hysterisch und machen jeden Frühförderkurs, den ein durchschnittlicher Elternratgeber so zu bieten hat.

Weil man aber auch als Zwillingsmutter nur zwei Hände hat, ist einem das Babyschwimmen mit zwei Kindern versagt. Und auch sonst wird es ohne Hilfe schwierig. Und darum hat man schnell ein schlechtes Gewissen. WEG DAMIT! Niemandem hilft ein schlechtes Gewissen – weder Kindern noch Eltern. Darum halte ich mich ganz an den Spruch von Erziehungsguru Jesper Juul: „Gut genug ist das neue PERFEKT!“

Mein Tipp also: ruhig bleiben. Das eigene Ding durchziehen. Auf die eigenen Gefühle vertrauen. Andere Zwillingsmütter suchen – nur die verstehen einen. Und selbstverständlich: entschleunigen und Zwillingsblogs lesen.

Zwillingsmama Anne Attersee

Anne gibt Auskunft darüber, warum Eltern Zwillinge nur mit Humor und Augenzwinkern groß bekommen und alles, wirklich alles im Zweitakt läuft.
Lies mal: www.einerschreitimmer.com – die ungeschminkte Wahrheit über Zwillinge.

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Unsere Autorin

Irlana Nörtemann

Irlana Nörtemann ist seit vielen Jahren mit Herzblut Redakteurin bei Junior Medien. Zu ihren Aufgaben zählt auch Content Management.

Als Mutter eines Jungen lässt sie ihre Alltagserfahrungen in ihre Artikel mit einfließen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Reise und Gesundheit.

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