Holz oder Plastik? Spielzeug fürs Kind

Tasten, Sehen, Hören, Riechen – Wahrnehmen mit allen Sinnen ist eine wichtige Voraussetzung für die körperliche, geistige und emotionale Entwicklung des Kindes

Das Tolle ist: All das erfahren unsere Kinder beim Spielen. Aber welches Spielzeug ist altersgemäß, macht Spaß und fördert gleichzeitig die Entwicklung? Das Angebot auf dem Spielzeugmarkt ist riesengroß und erscheint unüberschaubar.

Unsere Autorin Adrienne Friedlaender verschafft Ihnen einen Überblick über altersgemäße Spielideen:

 

0 bis 2 Monate

Ihr Baby braucht jetzt noch kein Spielzeug. Es hat genug damit zu tun, sich mit Licht und Dunkelheit, Stimmen, Geräuschen und Gerüchen in seiner neuen Welt auseinanderzusetzen.

Ab drei Monaten

Ihr Baby wird jetzt neugieriger und nimmt zunehmend Bewegungen, Geräusche und seine Umwelt wahr. Zeit für bunte Kinderwagenketten, Rasseln, Spieluhren und Stoffpüppchen. Außerdem ab sofort toll: ein Badeentchen. Das Spielen im Wasser trainiert die Augen-Hand-Koordination und fördert die Konzentration. Wichtig: Halten Sie Ihr Kind in der Wanne gut fest!

Ab sechs Monaten

Ihr Baby kann den Kopf halten, versucht sich aufzurichten und zu sitzen. Es spielt mit seinen Händen und Füßen und greift sicher nach Gegenständen, die es dann gern auf den Boden wirft. Prima ist jetzt ein Babyspielbogen. Auf seiner Decke liegend, greift das Baby nach den lustigen Mobileteilchen und freut sich über deren Bewegungen. Weitere Spielzeuge: Beißring, Stoffball, Tiere und Puppen zum Werfen, Zeit auch für das erste Holz- oder Stoffbilderbuch mit Tieren und Gegenständen aus Babys Welt.

Ab zehn Monaten

Ihr Baby wird jetzt immer aktiver, versucht zu stehen und greift sicher. Es probiert, Dinge zu ziehen und zu schieben. Ideal für dieses Alter sind bunte Bauklötze. Sie fördern viele Sinne gleichzeitig:

Beim Spielen mit den Steinen nutzen Babys ihren Tastsinn, bekommen beim Bauen ein Gefühl für Gewicht, Form und Reihenfolge und freuen sich über ihre ersten Konstruktionen. Weiteres Spielzeug: Stapelbecher, Ringpyramiden, Rutschfahrzeuge – und der Plastik- und Holz-Inhalt von Küchenschubladen.

Ab einem Jahr

Ihr Kind steht jetzt schon mit beiden Beinen im Leben – am liebsten in einer Sandkiste. Das Spielen im Sand steht jetzt für viele Kleinkinder an ers-ter Stelle. Bauen, Buddeln und Matschen machen nicht nur Spaß, sondern schulen die Sinne und vermitteln erste Ideen über Rauminhalt. Das Tragen von Eimern im Sand schult den Gleichgewichtssinn und die grobmotorischen Fähigkeiten. Weiteres Spielzeug: Puppenwagen,  Kleinkindschaukel, Rutschfahrzeuge, Schaukelpferd, einfache Holzpuzzle.

Ab zwei Jahren

Die Motorik Ihres Kindes macht weiter große Fortschritte: Ihr Kind beginnt nun, Ursache und Wirkung zu begreifen, wie Spielsachen funktionieren, auseinander- und zusammengesetzt werden und erforscht seine Welt in einem immer größeren Radius. In diesem Alter ist der Bollerwagen ein guter Begleiter: Das Kind kann Blätter, Steine, Stöcke und andere Entdeckungen einladen. Dazu lernt es beim Ziehen des Wagens seine eigenen Kräfte kennen – und wenn diese erschöpft sind, kann Mami den müden Abenteurer nach Hause fahren. Weiteres Spielzeug: Fingerfarben, Angelspiel, Dreirad, Bilderbücher unterstützen die Sprachentwicklung, die in diesem Alter auf Hochtouren läuft.

Ab drei Jahren

Dreijährige toben, springen, klettern. Sie sind schon recht geschickt und schneller, als den Eltern manchmal lieb ist! Soziale Erfahrungen mit Gleichaltrigen werden jetzt immer wichtiger. Beim Spiel mit anderen Kindern sind Rollenspiele beliebt: Der Kochlöffel wird zum Schwert, das Bobbycar zum Feuerwehrauto und der Filius zum Kinderarzt. Freunden werden Verbände angelegt, Haustiere mit dem Stethoskop abgehört und Teddybären mit Spritzen traktiert. Unverzichtbar für das Spiel ist ein Arztkoffer. Weiteres Spielzeug: Bilderdomino, Baukasten-Systeme, Knetmaterial, Holzfahrzeuge.

Ab vier Jahren

Die Fantasie von Vierjährigen scheint grenzenlos. Sie sind voller Ideen und Einfälle, die sie am liebsten sofort umsetzen. Kinder lieben das Nachspielen von Alltagssituationen: Einparken, ausparken – und ab in die Waschanlage. Ein stabiles Parkhaus schult die Feinmotorik und macht Spaß. Weiteres Spielzeug: Puppenküche, Piratenschiff, Puppentheater, erste, einfache Gesellschafts- und Tischspiele.

Und noch ein paar Spielregeln für Eltern:

  •  Lassen Sie Ihr Kind ungestört spielen. Wenn Ihr Kind häufig beim Spiel unterbrochen wird, lernt es nur schwer, sich zu konzentrieren. Wenn Unterbrechungen nötig sind, kündigen sie diese vorher an, damit Ihr Kind sich darauf einstellen und sein Spiel in Ruhe beenden kann.
  •  Schaffen Sie einen Platz, wo das Kind seine gebauten Kunstwerke zum Zeigen, Bewundern und Weiterbauen stehen lassen darf.
  •  Bieten Sie Ihrem Kind immer nur ein Spielzeug zur Zeit an. Eine zu große Auswahl überfordert das Kind, und es lernt nicht, sich länger mit einer Sache zu beschäftigen.
  •  Schenken Sie Ihrem Kind Aufmerksamkeit, wenn es Ihnen etwas zeigen möchte. Lob und Bestätigung gehören zum Spiel dazu.
  •  Helfen Sie Ihrem Kind, Ordnung zu halten. Im Chaos verlieren
  •  Kinder den Überblick – und damit auch schnell die Lust am Spielen.

Grundsätzlich gilt:

  •  Schaffen Sie stabiles und belastbares Spielzeug an.
  •  Achten Sie beim Kauf auf die Sicherheit des Spielzeuges. Je kleiner das Kind, desto größer muss das Spielzeug sein. EU-Richtlinien und europäische Sicherheitsnormen garantieren, dass das Kinderspielzeug den geltenden europäischen Richtlinien entspricht.
  •  Bieten Sie Spielzeug aus verschiedenen Materialien, Formen und Farben an. Gut ist eine Mischung aus Holz- und Plastikspielsachen.
  •  Je mehr man mit einem Spielzeug anfangen kann, umso besser. Bauklötze und Legosteine zum Beispiel sind vielfältig einsetzbar, regen die Kreativität an und bieten mehr Spielmöglichkeiten als ein Teil mit nur einer Funktion.
  •  Beachten Sie unbedingt die Altersangaben der Hersteller! Das schönste Spielzeug nützt nichts, wenn Ihr Kind damit überfordert ist.
  •  Versuchen Sie auch im Alltag Zeit für gemeinsame Beschäftigung zu finden. Denn auch das schönste Spielzeug ersetzt nicht Mami oder Papi!

ZUM WEITERLESEN:

Susanne Stöcklin-Meier: „Spiel: Sprache des Herzens. Wie wir Kindern eine reiche Kindheit schenken“, Kösel, 16,95 Euro.

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