Windelfrei-Methode Von Geburt an ohne Windel

Windelfrei schon ab dem ersten Moment: Geht das wirklich? Derzeit ist die "TopFit"-Methode ja in aller Munde. "Abhalten" statt Windeln ist schwer im Trend.

Eines sollte dabei von Anfang an klar sein: "Windelfrei" ist der sanfte Weg, ein Kind nach und nach daran zu gewöhnen, auf die Toilette zu gehen. Sanft, weil es viel mehr Zeit dafür hat. Es bedeutet nicht, dass ein Baby von Anfang an trocken ist, sondern dass es ohne Windel großgezogen wird. 

Verfechter der Windelfrei-Technik gehen davon aus, dass jedes Baby seine Ausscheidungen kontrollieren kann, es ihm jedoch durch die Verwendung von Windeln wieder abtrainiert wird.

Ich möchte "Windelfrei" testen - Wann kann ich loslegen?

Der perfekte Zeitpunkt, um "Windelfrei" das erste Mal auszuprobieren, wird meist mit "sofort nach der Geburt" angegeben. Es ist jedoch auch innerhalb der ersten drei bis vier Monate noch möglich. Ab dem sechsten Monat wird es dann schon schwieriger, weil sich ein Kind schon an die Windeln gewöhnt hat. 

Die Eltern achten auf die Zeichen des Kindes. Bei Bedarf halten sie es zum Beispiel über einer Schüssel, der Toilette oder einem Waschbecken ab. In vielen Kulturen wird diese Methode seit etlichen Generationen praktiziert. Sie ist nicht nur umweltfreundlich und spart Windeln, sie soll außerdem die Bindung zwischen dem Baby und seinen Eltern stärken, da diese sich mehr mit den Bedürfnissen ihres Nachwuchses auseinandersetzen. Ein weiterer Vorteil ist natürlich, dass die Kleinen viel früher selbstständig aufs Töpfchen gehen, als "Windelbabys".

Kann ich mein Baby zwischendurch auch mal wickeln?

Viele Mütter und Väter greifen zum Beispiel zu Stoff-Windeln, wenn sie mit ihren Babys unterwegs sind und nicht wissen, ob es möglich sein wird, sie abzuhalten. Wichtig ist, dies nur im Notfall zu tun, da sonst nach kurzer Zeit die Gewöhnung einsetzen kann.

Wenn man sein Kind ohne Windel groß zieht, greift man am besten zu praktischer Kleidung. Sehr gut eignen sich zum Beispiel Zweiteiler. Einige Geschäfte bieten auch sogenannte "Split Pants" an, bei denen sich ein Schlitz im Schritt befindet, der nur auseinander gezogen werden muss. Dazu kann man zum Beispiel prima eine weiche Überhose kombinieren.

Wie merke ich, wenn mein Baby "mal muss"?

Windelfrei-Eltern lernen meist sehr schnell, bewusst auf die Signale ihrer Kinder zu hören. Säuglinge werden oft unruhig,  wenn sie auf die Toilette müssen. Beim Stillen lassen sie plötzlich los oder beginnen zu schreien.

Mit der Zeit hilft es dann sehr gut, Schlüsselwörter zu benutzen. Sehr oft werden dafür "Pipi" und "Kaka" verwendet. Die meisten Kinder hören darauf und beginnen erst mit ihrem Geschäft, wenn sie das Wort hören. 

Auch wenn ein Baby, was ja durchaus mal vorkommt, während des Stillvorgangs pinkeln muss, ist das kein Problem. Mama hält einfach ein Gefäß unter und fängt die Tropfen auf. 

Ohne Windeln schlafen

Profis empfehlen, nachts immer eine Schüssel sowie einige Stoffwindeln neben dem Bett liegen zu haben. Steht man dann zwischendurch zum Stillen auf, legt man dem Kleinen eine der Windeln an und prüft immer wieder, ob sie nass geworden ist. So findet man nach und nach heraus, um welche Uhrzeiten es so weit ist. Die meisten Babys entwickeln schnell einen festen Rhythmus. Sobald man ihn kennt, sollte man den Nachwuchs aber auch nachts auf jeden Fall abhalten. Ansonsten droht die Stillfalle: Das Baby gewöhnt sich daran, immer zu urinieren, wenn es gestillt wird. 

Zur Sicherheit geht natürlich nachts auch immer eine Einlage und ein guter Matratzenschoner mit ins Babybett. Das funktioniert prima, falls mal was daneben geht, und stört das Baby nicht beim Schlafen.

Wie sieht es mit dem Stuhlgang aus?

Irgendwie klingt das ja alles ziemlich gut. Und wenn man schon mal schwanger ist: Warum nicht mal ausprobieren? Eine enge Bindung zum Baby ist doch eigentlich genau das, was Mama sich wünscht. Doch irgendwie ist in allen Berichten immer nur die Rede von "Pipi". Wie sieht es aus, wenn mein Kind groß muss?

Auch hier heißt es auf Signale zu hören und diese zu erkennen. Oft lassen sich einzelne Laute richtig gut deuten. Plötzliche Ruhe, Strampeln, oder ein Rollen der Augen können ein Hinweis sein. Jedes Kind ist anders und alle Eltern kennen unterschiedliche Laute und Gesten bei ihrem Nachwuchs. Oft sind diese beim großen Geschäft sogar deutlicher zu erkennen, als bei "nur Pipi". Das "Poo Face" ist nicht ohne Grund ziemlich berühmt.

  • Macht das Baby blubbernde Geräusche mit den Lippen?
  • Schneidet es Grimassen?
  • Krümmt es sich oder drückt?
  • Pubst es viel oder deutet auf seinen Bauch?

Dann nichts wie zur Toilette! Dabei sollte im Normalfall nicht mehr schiefgehen, als beim kleinen Geschäft. Anschließend: Waschen, anziehen und alles ist gut.

Ist ohne Windel wirklich besser, als mit?

Welche Methode für dein Kind die richtige ist, könnt nur ihr beide gemeinsam herausfinden. Entscheidet man sich für "Windelfrei" hat man definitiv einige Vorteile. Natürlich kann auch mal was daneben gehen, aber das kennen "Windel-Eltern" genauso. Für die Windelfrei-Technik sprechen auf jeden Fall folgende Punkte:

  • Starke Bindung zwischen Eltern und Baby.
  • Weniger Abfall / weniger Stoffwindeln müssen gewaschen werden.
  • Enorme Geldersparnis.
  • Das mühsame, oft quälende "Trockenwerden" fällt weg.
  • "Windelfrei"-Babys können keinen Windelpo kriegen.

Wer sich für das Thema interessiert, findet sehr viele nützliche Infos im Netz und im Buchladen. Besonders gut recherchiert ist beispielsweise das Buch "Es geht auch ohne Windeln!" von Ingrid Bauer. Sehr gut finden wir außerde dieses Video:

 

Autorin: Anne Reis

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