Kinderwagen im Vergleich Welcher Kinderwagen passt wirklich zu mir?

Spitzendeckchen und Rüschen: Mami-REPORTERIN Silke hatte romantische Vorstellungen von ihrem Kinderwagen. Nach zwei Jahren mit Sohn Tom weiß sie, worauf es wirklich ankommt. Und stellt ihre aktuellen Lieblingsmodelle vor.

 

Disney-Filme liebe ich. Schon als ich sieben war, habe ich davon geträumt, in einem Palast zu leben wie Prinzessin Jasmin. Dazu wünschte ich mir eine wallende Mähne wie Meerjungfrau Arielle. Und mein Baby wollte ich à la Mary Poppins in einen nostalgischen Kinderwagen mit schneeweißer Seidendecke betten.

25 Jahre später. Mit klatschnassen Haaren nestele ich in meiner Wickeltasche nach dem Haustürschlüssel. Die vierspurige Straße hinter mir lärmt fast so laut wie mein Sohn Tom. Den nervt die wasserdichte Folie über seinem Kinderwagen genauso sehr wie mich: von außen Regen, von innen flüssig-klebrige Essensreste. Eins von beidem läuft gleich eh wieder aufs Sitzpolster. Egal, kommt auch nicht mehr drauf an. Ich packe mit einer Hand mein Kind, mit der anderen den Wagen und schiebe mit dem Hintern endlich die Tür auf.

Ja, ich habe resigniert: Mein Leben ist kein Disney-Film. Meine Haare sind dünn und strähnig, wir wohnen weit entfernt von jedem Palast direkt an der B5, und Toms Kinderwagen sieht aus wie Sau. 

So ein Vintage-Wagen wäre schon zauberhaft gewesen. Als ich das erste Mal mit meinem Mann Kinderwagen begutachtete, war ich begeistert von den riesigen Speichenrädern, dem funkelnden Chromgestell, der zierlichen Spitzenborte und dem Kopfkisschen aus Seide. 

 

Wendige Kinderwagen

Ich sah mich damit in Gedanken elfengleich durch Hamburgs Straßen schweben, die neidischen Blicke anderer Mütter auf meine märchenhafte Gesamterscheinung geheftet. Wann immer mir Eltern mit bekleckerten, schmutzigen Standard-Kinderwagen begegneten (oder gar welche ohne farblich aufeinander abgestimmtes Bettzeug, pah!), rümpfte ich von da an pikiert mein unwissendes Näschen. DAS würde MIR nicht passieren. 

Wenn ich heute sehe, wie sich zierliche Jungmamis mit ihrem ganzen Körpergewicht auf die Lenkstange stemmen, um ihre schwerfälligen Kinderwagen mit Speichenrädern kurvenreich zu manövrieren, bin ich meinem Mann dankbar, dass er mich am dritten Kinderwagen-Testfahr-Samstag zur Vernunft brachte. 

 

Praktische Kinderwagen sind wichtiger als besonders hübsche

Unser Kinderwagen hat kleine Gummi-Schwenkräder. Damit kann ich selbst in engsten Supermarkt-Reihen direkt wenden. Das Kunststoffgestell funkelt nicht, läuft aber auch nicht an – und wird mit einem einzigen Feuchttuch-Wisch gereinigt. Natürlich ist nichts aus Seide. Dafür ist das gesamte Innenleben waschmaschinen- und trocknerfest. Ein Segen. 

Ich frage mich ernsthaft, wie man sonst Bananenreste entfernen soll, die ein Zweijähriger erst eine Viertelstunde in der Hand zerdrückt, dann angelutscht und schließlich unter seinem eigenen Hintern plattgesessen hat.

Wenn es keine Banane ist, ist es Zwieback. Oder Schnodder. Oder Sabber. Oft auch Kombinationen aus allem. Die einzelnen Stoff-Elemente passen farblich längst nicht mehr zueinander (zu oft gewaschen). Und im Kinderwagennetz fahre ich seit Wochen Pfandflaschen und Müll umher, weil ich einfach nicht zum Ausräumen komme. 

Und soll ich euch was sagen? Das ist alles so was von egal. Denn auch wenn meine romantischen Vorstellungen vom Mami-Dasein durch Bananenpampe und Babykotze entzaubert wurden: Dieses krümelnde, sabbernde, matschverteilende Kleinkind in seinem dreckigen Kinderwagen lässt mich ganz ohne Seidenkopfkissen und Spitze einfach nur strahlen vor Glück. Und zwar schöner und zauberhafter als jede Disney-Prinzessin.

 

Unbezahlbar: Mami-Kinderwagen-Erfahrungswerte

Und dennoch: Es gibt eine lange Liste mit Dingen, die ich gern VOR dem Kauf unseres Kinderwagens gewusst hätte. Unser Modell war sicher kein Fehlkauf, das wäre übertrieben. Aber an manchen Stellen beneide ich andere Mamis wirklich um die Funktionalität ihrer Wagen.

Da wäre zum einen das Thema Platz. Schon klar: Wenn man umgerechnet sechs Euro in Pfandflaschen mit sich rumschiebt, bleibt nicht viel Raum für andere Dinge. Aber auch im aufgeräumten Zustand bietet unser Kinderwagen kaum Möglichkeiten, Spielplatz-Spielzeug UND Einkäufe sicher (und bequem) zu verstauen. Aus heutiger Sicht würde ich immer auf eine mögliche Erweiterung in dieser Hinsicht achten.

 

Kinderwagen fürs Geschwisterkind?

Noch viel wesentlicher aber ist die Nachwuchsplanung: Vor lauter Aufregung über die Schwangerschaft haben wir bei der Erstausstattung keinen Gedanken an ein zweites Kind verschwendet (obwohl immer klar war, dass Tom kein Einzelkind bleiben soll). Nun bin ich wieder schwanger. Wenn Nummer 2 kommt, ist Tom zwei Jahre alt. Gerade alt genug, um auf dem Laufrad nebenher zu flitzen. Auf langen Strecken – spätestens wenn das Genörgel losgeht – werde ich aber sicher bereuen, dass wir uns nicht von vornherein für ein erweiterbares Modell entschieden haben, in dem ein Kleinkind und ein Baby gemeinsam Platz finden.

 

Dieser Geschwisterwagen ist ein echter Outdoor-Könner

Zoom Air von ABC Design

Mit diesem Wagen wären wir gewappnet gewesen: Der "Zoom Air" von ABC Design ist fit für jedes Gelände, extrem wendig und trotzdem mit wenigen Handgriffen auf Minimalmaß zusammengefaltet. Praktisch für Supermarkt und Shoppingtouren: Wer nur mit einem Kind unterwegs ist, kann den zweiten Platz für eine extragroße Einkaufstasche nutzen (separat erhältlich). Mit zwei Sportsitzen gibt es ihn für etwa 770 Euro. Babywannen kosten rund 170 Euro.

 

Werdende Mamis: Macht euch vorab über Kinderwagen schlau!

Alles in allem: Der Kauf eines Kinderwagens ist vermutlich mit genau so vielen Entscheidungen verbunden wie die Anschaffung eines Autos. Und wie man es unter Autofahrern ganz automatisch tut, kann ich euch auch bei diesem Kauf nur empfehlen: Tauscht euch aus! Fragt andere Mamis nach ihren Erfahrungen mit ihrem Modell

Und überlegt euch vorher, welche Funktionen und welche Optik euch persönlich wichtig sind. Nicht nur jetzt, sondern auch in sechs Monaten und sogar in zwei Jahren. Dann bekommt ihr einen guten Überblick darüber, welche Modelle überhaupt infrage kommen und welche Ausstattungsmerkmale die wichtigsten für euch sind. Und ich rate einfach mal: Das sind vermutlich auch in eurem Fall keine Speichenräder und Spitzendeckchen…

 

Der Kinderwagen für Designverliebte

Cybex Priam

Aussehen ist nicht alles – aber seien wir ehrlich: Beim Anblick des „Cybex Priam“ bleibt einem schon kurz der Mund offenstehen. Wir finden: Dieses Designobjekt auf Rädern ist der derzeit stylischste Kinderwagen auf dem Markt. Das finden übrigens auch Promis wie Josh Hartnett, Keira Knightly, Liv Tyler oder Cate Blanchett – und schieben ihren Nachwuchs in diesem Wagen spazieren.

  • Gewicht: mit Light Rädern: 12,9 kg, mit All Terrain Rädern: 13,5kg, mit Trekking Rädern: 13,2 kg
  • Maße*: zusammengeklappt 95,5 x 57,5 x 31 cm
  • Besonderheiten: verschiedene Rad-Sets für ebene, holprige oder wechselnde Oberflächen

 

Der Kinderwagen für Aktive

Deltim X-Pulse

Heute Ausflug aufs Land, morgen Einkaufsbummel in der Großstadt?
Wer viele abwechslungsreiche Aktivitäten mit seinem Kind unternehmen will, braucht einen flexiblen Kinderwagen. Super geeignet ist dafür
der 3-in-1-Kinderwagen „X-Pulse“ aus der „X-lander“-Produktreihe von Deltim. Das Kind kann vorwärts oder rückwärts und flach liegend mitfahren. Der Einkaufskorb ist erweiterbar – für mehr Platz, wann immer man ihn braucht!

  • Gewicht: mit Babywanne: 11,9 kg, mit Sportsitz: 11,2 kg
  • Maße*: zusammengeklappt 72 x 43 x 57 cm
  • Besonderheiten: Leuchtdioden zur Sicherheit, Teleskop-Handgriffe – einstellbar für jede Erwachsenengröße

 

Der Kinderwagen für mobile Eltern

Seed Papilio

Der Kinderwagen muss auch in einem kleinen Kofferraum Platz finden? Oder soll oft auf Reisen im Zug oder Flugzeug mitgenommen werden? Dann ist der „Seed Papilio“ unser Tipp für euch! Er ist der kompakteste Kinderwagen auf dem Markt: Zusammengeklappt passt er mit einer Höhe von 22 cm in wirklich jeden Kleinwagen.

  • Gewicht: 12,2 kg
  • Maße*: zusammengeklappt 83 x 56 x 22 cm
  • Besonderheiten: Verwendung von Schrauben an Stelle von Nieten (wartungsfreundlich)

 

Der Kinderwagen für vorausschauende Eltern

Joolz Geo Ridge – auch für Geschwister

Der zweite Nachwuchs kündigt sich schon an, da ist der erste noch gar nicht ganz sicher auf den eigenen Beinen?
Der „Joolz Geo Ridge“ ist die perfekte Lösung für alle Eltern, die in der ersten Schwangerschaft schon an das nächste Kind denken: Er kann bei Bedarf sowohl mit Sportsitz plus Babyschale oder sogar mit zwei Sitzen jeweils untereinander kombiniert werden. Auch zwei Babyschalen können gleichzeitig eingesetzt werden. Super für Zwillinge!

  • Gewicht: mit Babywanne und Einkaufskorb: 14,3 kg, mit Sportsitz und Babywanne: 15,1 kg
  • Maße*: zusammengeklappt 97 x 60 x 42 cm
  • Besonderheiten: designt in limitierter Edition

 

*Angaben in Länge x Breite x Höhe

 

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