Babyfon

Was muss ein Babyfon können?

Große Reichweite, wenig Strahlung, mit oder ohne Kamera - unsere Autorin Silke Schröckert ist seit zwei Jahren auf der Suche nach dem perfekten Babyfon. Gefunden hat sie es bislang nicht. Dafür weiß sie, was ein Babyfon alles können sollte, um Babys Schlaf optimal zu überwachen und den Eltern ein gutes Gefühl zu geben.

Als 2014 unser Sohn auf die Welt kam, stand für mich sofort fest: Wir brauchen ein Babyfon! Und zwar eines mit Videoübertragung. Im Wohnzimmer sitzen, während das Kind unbeobachtet im Schlafzimmer vor sich hin schlummert? Undenkbar! Der Gedanke, dieses wunderbare Bündel Mensch auch nur eine einzige Minute aus den Augen zu lassen, rief bei mir schiere Panik hervor.

Babyfonkauf auf gut Glück?

Eigentlich bin ich ein Impulskäufer. Sale-Angebote und gut gerankte Google-
Ergebnisse – weiter ging meine einge­übte Recherche bei Neuanschaffungen nie. Und eigentlich bin ich mit dieser Strategie immer gut gefahren. Eigentlich. Bis ich als absoluter Neuling zur Babyfon-Käuferin wurde.

Unser erstes Modell war ein No-Name-Produkt. Installation: super einfach. Bild- und Tonqualität: einfach super. Allerdings nur auf dem Babyfon selbst. Netflix-Abende waren passé – denn das Signal des Fons störte das Streaming-Signal so sehr, dass weder Ton noch Bild unserer Lieblingsserien auf dem Bildschirm ankamen. (Für alle, die das hier vor der Geburt des ersten Kindes lesen: Netflix-Abende auf der Couch sind das, was Kino-, Restaurant- und alle anderen Ausgeh-Abende für eine lange Zeit ablöst. Und deshalb sind sie HEILIG!)

Nervig, aber sinnvoll: viele Babyfone vergleichen

Günstige Geräte senden ihre Signale auf einer sehr niedrigen Frequenz. Das kann nicht nur beim Filmegucken zu Störungen führen: Auch euer WLAN oder schnurloses Festnetztelefon kann betroffen sein. Wobei das aus frischgebackener Mamasicht noch das kleinere Übel ist.

Unangenehmer ist der umgekehrte Fall: wenn ein PC-Download das Signal des Babyfons überlagert – und die Übertragung aus dem Kinderzimmer abbricht.
Laut dem Serviceportal „www.babyphone-vergleich.info“ sollten ab einer Frequenz von 1,9 GHz kaum Probleme auftreten. (Vergleiche: Billige Modelle arbeiten mit Frequenzen ab 40 MHz.) Achtet beim Kauf einfach auf die Herstellerangabe.

Babyfon mit großer Reichweite

Der nächste Punkt mag in ­einer Wohnung überflüssig klingen. Doch spätestens in einem Einfamilienhaus spielt die Reichweite des Signals eine erhebliche Rolle. Kinderzimmer im ersten Stock, Arbeitszimmer im Keller? Überschlagt lieber, ob die angegebene Sendereichweite wirklich genügt. Bei uns war die Enttäuschung groß, dass ­Babyfon Nr. 2 nicht bis ins Wohnzimmer der Nachbarn reichte. Netflix auf der eigenen Couch lief mit dem neuen (teureren) Modell zwar super – doch die Idee, zum Quatschen „einfach mal nach nebenan“ zu gehen, war auch mit diesem Fon gestorben.

Bei Entfernung: mit dem Babyfon ab ins Netz

Für Babyfone, die sich ans WLAN anschließen lassen, sind Reichweitenangaben irrelevant. Sie übertragen das Signal auch bis zum Italiener an der Ecke aufs Handydisplay. Aber: Sie sind abhängig von der Netzstärke. Ich gebe zu: Mir ist das zu viel Technik.

Mit der Installation und Einrichtung war ich schlicht überfordert. Doch wer Spaß an und ein bisschen Ahnung von Technik hat, für den sind internetbasierte Babyfone eine gute Lösung. Allerdings: Digitale Baby­fone erzeugen mehr Strahlung als analoge. Wer Wert auf eine geringe Strahlung legt, sollte sich bei Stiftung Warentest oder Öko-Test konkret über die Testergebnisse des jeweiligen Modells informieren. Mein Tipp: das Fon ans Fuß-, nicht ans Kopfende stellen – und das in einem Abstand von mindestens einem Meter, besser zwei.

Das perfekte Babyfon?

Das für uns optimale Babyfon war bisher noch nicht dabei. Deshalb recherchiere und suche ich eifrig weiter. Nun steht mein Sohn neben mir. Allein aufgestanden und brav hier rübergetapst. „Mama, Durst!“, murmelt er und reibt sich die müden Augen. Erstaunlich. Die Botschaft kam ganz ohne Babyfon bei mir an. Offensichtlich ist Kind Nr. 1 raus aus dem Babyfon-Alter. Wie gut. So habe ich noch bis Dezember Zeit für meine Recherche, wenn Kind Nr. 2 auf die Welt kommt. Dann brauchen wir wieder ein Babyfon!

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