Dein wirEltern-Newsletter

Alles über die Themen Schwangerschaft, Erziehung & Gesundheit

Babyhaut

Was tun bei Hautveränderungen?

Was tun, wenn es beim Baby zu Hautveränderungen kommt? Unsere Hebamme Franziska hat wertvolle Hautpflegetipps für Euch.

"Haut wie ein Baby." Wer kennt diese Aussage nicht, wenn es um die Beschreibung perfekter Haut geht. Doch in der Realität kann das auch mal anders aussehen: Babakne, Kopfgneis, Hitzepickel.

Viele Babys bekommen solche Hautirritationen – sogar recht häufig. Die Ursache hierfür sind häufig die Hormone der Mutter beziehungsweise die Hormonumstellung nach der Geburt.

Die Gute Nachricht: Diese Irritationen sind meistens völlig harmlos. Bei einigen Hautproblemen gibt es gute Möglichkeiten die Haut des Babys bei der Heilung zu unterstützen.

Baby-Hautpflege für alle Fälle

  1. Baby-/Neugeborenen-Akne
  2. Kopfgneis
  3. Milien
  4. Hitzepickel

1. Baby-/Neugeborenen-Akne

Die Baby-Akne tritt bei sehr vielen Babys – insbesondere im Gesicht – um die dritte Lebenswoche auf. Wie der Name schon sagt: Diese Irritation sieht aus wie Akne oder ein Hautausschlag.

Der Ausschlag tritt hauptsächlich im Gesicht und auf der Brust des Babys auf. Die Pickel entstehen aufgrund der hormonellen Veränderung nach der Geburt. Das Gute ist: Der Ausschlag ist völlig harmlos – aber er kann schlimm aussehen, da dieser bei einigen Babys sehr großflächig auftritt. Bei Unsicherheit, ob der Hautausschlag etwas anderes als Babyakne ist, frage einfach deine Hebamme oder deinen Kinderarzt um Rat.

Was hilft?

Auf keinen Fall darfst du Anti-Pickelmittel verwenden und auch andere Cremes verschlimmern es meistens nur. Die betroffenen Stellen sollten nur mit klarem Wasser  gesäubert werden, denn mehr Pflege braucht die Babyhaut eigentlich nicht. Wer mag, kann etwas Muttermilch drauf geben.

Hebammentipp: Stiefmütterchen-Tee aus der Apotheke hilft Wunder! Einen Esslöffel Tee auf eine Tasse kochendes Wasser geben und zehn Minuten ziehen lassen. Mit dem Tee mehrmals am Tag die betroffenen Stellen mit einem Wattepad abtupfen. Durch den Tee heilen die Pickel meistens viel schneller ab.

2. Kopfgneis

Die schuppigen, meist gelblichen Stellen auf der Kopfhaut beziehungsweise auf der Stirn werden im Vollksmund oft fälschlicherweise als Milchschorf bezeichnet. In den meisten Fällen handelt es sich dabei jedoch um Kopfgneis.

Kopfgneis ist völlig harmlos. Er beginnt meistens im zweiten Lebensmonat und bildet sich langsam über die Kopfhaut des Neugeborenen aus. Die schuppigen Stellen, die meist vom Haaransatz bis über die Fontanelle hinausgehen, sind komplett trocken und schuppig.

Ganz im Gegensatz zu Milchschorf. Dieser nässt und juckt zusätzlich auch noch. Der Milchschorf sollte in keinem Fall in Eigenregie behandelt werden, sondern einem Kinderarzt vorgestellt werden. Früher dachte man, Kopfgneis sei ein Vorbote für Neurodermitis, das stimmt allerdings nicht. Denn gut 50 Prozent der Kinder haben Kopfgneis, aber natürlich nicht alle Neurodermitis.

Wenn du aber vom fachlicher Seite die "Diagnose" Kopfgneis bekommen hast, gibt es ein paar Hausmittel die sehr gut beim entfernen  helfen. Von alleine geht der Kopfgneis erst nach sehr langer Zeit oder auch erst nach Jahren weg, deshalb darf man ihn auch sanft entfernen. 

Was hilft?

Ein reines Öl wie zum Beispiel Mandelöl oder auch Kokosöl auf die betroffenen Stellen auftragen und mindestens 20 Minuten einwirken lassen. Im Anschluss kann man mit einem feinen Kamm die Schuppen vorsichtig durch Kämmen entfernen.

Danach einfach die Haare mit sanften Baby-Shampo waschen. Bei Bedarf kann die Behandlung nach einigen Tagen wiederholt werden. Nicht erschrecken, es kann auch vorkommen, dass einige einzelne Haare von der Kopfhaut zusammen mit dem Kopfgneis entfernt werden. Zusätzlich gibt es in der Apotheke auch Gele und Öle, die dir bei der Entfernung helfen.

Achtung: Bitte nie die trockenen Stellen so abpulen, dies kann zu Hautverletzungen führen.

junge familie im Abo

junge familie berät, gibt Tipps und liefert spannende Beiträge zu allem, was werdende und frischgebackene Eltern interessiert.

Mehr Infos

3. Milien

Diese Steckkopfnadelgroßen weißen Pünkten auf der Haut, treten hauptsächlich im Gesicht auf. Die meisten Babys bekommen diese Hautveränderung innerhalb der ersten zwei bis drei Lebenswochen. Jedoch werden auch einige Kinder mit diesen auch Grießkörnern genannten Punkten geboren.

Grund zur Sorge gibt es überhaupt nicht, denn diese weißen Stellen sind vollkommen harmlos. Schuld daran sind mal wieder hier Hormone der Mutter, beziehungsweise die Hormonumstellung nach der Geburt. Einige Babys haben nur eine kleine Stelle auf der Nase, andere haben das ganze Gesicht voll mit Milien. Die kleinen Punkte gehen meist so schnell sie gekommen sind und das von ganz alleine.

Was hilft?

Gar nichts! Sie gehen von alleine weg.

Achtung: Nicht an den Milien drücken, pulen oder quetschen. Du musst einfach ein bisschen Geduld haben, denn sie verschwinden von alleine. 

4. Hitzepickel

Gerade im Sommer macht dieser Ausschlag auch nicht vor der Haut der Babys Halt. Wenn dem Neugeborenen warm ist und es schwitzt, können auch diese Pickelchen entstehen. Schlimm ist das natürlich nicht – genau so wie bei Erwachsenen. Dieser Hautausschlag verschwindet meist recht schnell 

Was hilft?

Abwarten. Die Pickelchen verschwinden von ganz alleine.

Achtung: Bitte nicht pulen oder drücken, dadurch verschlimmert sich der Zustand nur.

5. Fazit

Ob dein Baby nun Baby-Akne oder Kopfgneis bekommt: Das wichtige ist, dass weder das eine noch das andere schlimm ist. Gegen die Ursache kannst du sowieso nichts tun. Denn die Hormonveränderung nach der Geburt kann man logischerweise nicht aufhalten.

Bei den meisten Hautirritationen hilft einfach abwarten. Frage deine Hebamme oder den Kinderarzt um Rat, wenn du dir unsicher bist, ob das Hautbild deines Neugeborenen normal ist. Auch wenn dein Baby diese Hautirritationen bekommt, nimmt es natürlich kein bisschen des Zaubers, den dein Baby hat. Und nach ein paar Tagen ist der Spuk ja auch von ganz alleine wieder vorbei.

Unsere Expertin

Franziska Luck lebt und arbeitet in Hamburg. Die ausgebildete Hebamme ist selbst Mutter von zwei Kindern. Sie arbeitet nebenbei als Texterin und bloggt in ihrer Freizeit.

Auf wireltern.de schreibt sie vor allem viel zum Thema Geburtsvorbereitung, Baby und Ernährung.

Teile diesen Artikel:

]