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Impf-Info

Masern in Kitas: So schützt du dein Kind!

"Masern-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff", "Masern-Alarm in Kitas": Im Frühjahr 2019 ploppten fast täglich Nachrichten von neuen Masernausbrüchen auf. Wie gefährlich sind Masern wirklich und wie können Eltern ihre Sprösslinge davor schützen? Jetzt mehr erfahren.

Einen Impfstoff gegen Masern gibt es bereits seit 40 Jahren. Trotzdem tauchen die Masernviren in Deutschland immer wieder auf. Gerade im Frühjahr 2019 registrierten wir wieder vermehrt Meldungen über Masernausbrüche. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn fiel diese Entwicklung auf. Er möchte Kita- und Schulkinder zukünftig stärker schützen und legte Anfang Mai einen Gesetzesentwurf zur Impfpflicht gegen Masern vor. "Ich will die Masern ausrotten. Aber dafür müssen nicht 93, sondern mindestens 95 Prozent zwei Masernimpfungen haben", sagte er in einem Interview mit der BamS. Die "BILD" berichtete, dass geschätzt etwa 361.000 Kinder in Kitas und Schulen nicht ausreichend gegen Masern geimpft sind. Schon im März 2020 könnte die Masern-Impfpflicht gelten. Und dann gilt: Alle Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen, müssen mit Geldstrafen von bis zu 2.500 Euro und einem Ausschluss vom Kita-Besuch rechnen. Werden sich Impfgegner davon überzeugen lassen? 

Wie gefährlich Masernviren sein können, zeigen wir dir im Folgenden. Wir blicken auf die Symtome und Folgen der Erkrankung.

Masernviren sind äußerst wanderfreudig. Selbst wenn der kleine Patient in Kinderzimmer-Quarantäne liegt und dort hustet, können die Erreger sogar die extra ausquartierten Geschwister im Nebenzimmer erreichen. Die Viren verbreiten sich via Tröpfcheninfektion über die Luft – und haben eine Ansteckungsrate von fast hundert Prozent! Zu Beginn der Krankheit ähneln die Symptome einer Grippe: Wer sich ansteckt, hat starken Fließschnupfen, Husten und bis zu 41 Grad Fieber, oft begleitet von einer Bindehautentzündung. Erst in der zweiten Krankheitsphase zeigen sich die charakteristischen roten Punkte auf der Haut, die nicht jucken und zuerst hinter den Ohren und im Gesicht und bald am ganzen Körper auftauchen.

Die gute Nachricht: Wenn die Krankheit normal verläuft, sind die kleinen Patienten nach etwa zwei Wochen gesund – und ihr Leben lang gegen Masernviren immun. Doch bei zehn bis 15 Prozent der Kinder treten Komplikationen auf, zum Beispiel eine Mittelohrentzündung oder Lungenentzündung, die nicht selten einen Krankenhausaufenthalt nötig machen. Masern bergen zudem eine weitere Gefahr: Nachwirkungen sind bis zu zehn Jahre später möglich. Es kommt zwar sehr selten vor – etwa bei einem von 10.000 Erkrankten – doch Kinder, die sich besonders früh mit Masernviren auseinandersetzen mussten, können noch im Grundschulalter an einer lebensbedrohlichen, chronischen Gehirnentzündung (SSPE) erkranken.

Das Ziel, die Masern bis 2015 in Deutschland auszurotten, wurde nicht erreicht

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat den Masern schon lange den Kampf angesagt: Da sie nur den Menschen befallen, könnten sie durch Impfungen ausgerottet werden. Denn wer geimpft ist, kann die Erreger nicht mehr weitertragen – und die Krankheit verschwindet mit der Zeit einfach. Damit das gelingt, müssten jedoch 95 Prozent der Einwohner eines Landes immunisiert sein.

In den USA ist das schon annährend gelungen, durch strenge Impfregeln tauchen die Masern dort nur selten in den Krankenstatistiken auf. In den meisten europäischen Ländern ist es dagegen noch nicht so weit. Auch in Deutschland sind die Masern wieder auf dem Vormarsch.

Eine Impfdosis schützt nur zu etwa 85 Prozent, erst eine zweite Immunisierung, frühestens vier bis sechs Wochen später, schraubt den Schutz auf annähernd 100 Prozent nach oben.

Doch während knapp 95 Prozent der deutschen Kinder die erste Impfung erhalten haben, sind immer noch zu wenig mit der zweiten Dosis gegen die Masern immunisiert – und die Erreger können bei den nur einmal geimpften Kindern trotzdem eine Erkrankung auslösen. Deshalb müssen sich Eltern unbedingt darum kümmern, dass ihre Sprösslinge beide Impfungen erhalten. 

Doch wer weiß, eventuell steht es bald Eltern nicht mehr frei, ob sie ihre Kinder impfen lassen. Ginge es nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, wird Eltern diese Entscheidung ab März 2020 abgenommen. Ab diesem Zeitpunkt würde die Impfpflicht greifen.

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Die MMR-Impfung wirkt gleich dreifach

Um die Krankheit hierzulande zurückzudrängen, empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO, Kleinkinder schon ab einem Alter von elf Monaten mit der ersten Impfung gegen die Masern zu wappnen. Die Wiederholungsimpfung kann dann vor dem zweiten Geburtstag stattfinden, sodass die Kleinen vor dem Start in den Kindergarten gegen die hoch ansteckenden Masern immun sind. Ärzte verabreichen zumeist die MMR-Impfung, ein Kombipräparat, das den Körper auch gleich vor Mumps und Röteln schützt. Der Impfstoff enthält abgeschwächte Virenstämme. Zumeist vertragen Kinder das Präparat gut, es können aber bei etwa zwei Prozent der Geimpften leichte und nicht ansteckende Symptome auftreten, etwa die Impfmasern. Bei etwa fünf bis 15 Prozent klettert das Fieber über 39 Grad. Im Vergleich zu einer Infektion mit echten Viren schätzen Ärzte die Risiken nach einer Impfung allerdings als deutlich geringer ein. Und schwere Komplikationen wie SSPE treten nach einer Impfung gar nicht erst auf.

Auch Erwachsene sollten ihren Impfstatus überprüfen

Übrigens: Auch Mama und Papa sind vor dem Masernvirus nicht sicher. Schließlich wissen viele Eltern selbst nicht genau, ob sie in jungen Jahren tatsächlich alle Kinderkrankheiten durchgemacht oder zwei Impfungen erhalten haben. Wenn sich Erwachsene jedoch mit Masern anstecken, ist das Risiko für Komplikationen sogar höher als beim Nachwuchs. Deshalb rät die STIKO allen Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden, ihren Impfpass vom Hausarzt überprüfen zu lassen – und im Zweifel die vergessene Immunisierung nachzuholen. Nicht nur, um sich und die eigene Familie zu schützen. Sondern auch, um den wanderfreudigen Masernviren keine Chance zu geben, sich weiter auszubreiten. 

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