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Sonnenschutz

Darauf musst du bei UV-Kleidung fürs Baby achten

Wenn die Sonne scheint, braucht die Haut Schutz vor zu viel Strahlung. Das gilt besonders für Babys und kleine Kinder. Was kaum einer weiß: Textilien haben eine bessere Schutzwirkung als Sonnencremes und sollten daher gerade beim Ausflug an den Strand oder ins Freibad immer dabei sein. Alle wichtigen Infos über UV-Schutzkleidung auf einen Blick.

Jede Kleidung bietet Schutz

Zuerst einmal: Jedes Kleidungsstück bietet einen gewissen Sonnenschutz – egal aus welchem Stoff. Dabei gilt: Je dicker und dichter das Material gewebt ist wie z. B. Polyester, Nylon oder Seide, desto weniger Strahlen dringen hindurch. Leichte, eher transparente Stoffe aus Baumwolle, Leinen oder Viskose lassen mehr Strahlung hindurch. Auch die Farbe spielt eine Rolle: Besonders kräftige oder dunkle Farben schützen besser als helle, blasse Farben. 

UPF: Der Lichtschutzfaktor für Stoffe

Was der Lichtschutzfaktor für Sonnenschutzmittel ist, ist der "Ultraviolet Protection Factor", kurz UPF, für Textilien. Er gibt an, wie lange man sich – mit UV-Schutzkleidung – in der Sonne aufhalten kann, ohne dass die Haut Schäden davon trägt. "Bei der Bestimmung des UPF wird von einer maximalen Strahlungsintensität mit dem Sonnenspektrum in Melbourne (Australien) am 1. Januar eines Jahres (also auf dem Höhepunkt des australischen Sommers) und dem empfindlichsten Hauttyp beim Träger ausgegangen", heißt es auf der Webseite des Bundesamtes für Strahlenschutz. Wenn ein Badeanzug, eine Badehose, ein UV-Shirt oder ein UV-Schwimmanzug mit einem UPF50 ausgezeichnet ist, wird die Haut also 50 mal länger geschützt als im unbekleideten Zustand.

Zum Vergleich: Ein ganz normales weißes T-Shirt aus Baumwolle hat einen Schutzfaktor von UPF10. Ein dunkles Baumwoll-T-Shirt hat ungefähr einen UPF20. Spezielle UV-Schutzkleidung besteht aus Chemiefasern, in die Titanoxidpartikel eingearbeitet werden. Diese kleinen Partikel, die auch in Sonnencremes zum Einsatz kommen, reflektieren UV-Strahlen und schützen die Haut dadurch besonders wirksam. Für gewöhnlich haben diese Textilien einen UV-Schutzfaktor von UPF50 oder sogar UPF50+. Sie blocken also 98 Prozent oder mehr an schädlichen UVA- und UVB-Strahlen ab. Für die Aufenthaltsdauer in der Sonne bedeutet das wie bei Sonnencremes: Bei einer Eigenschutzzeit der Haut von zehn Minuten verlängert ein UV-Shirt mit UPF50 die Zeit in der Sonne auf 500 Minuten, also rund acht Stunden. Kleine Kinder haben übrigens – je nach Hauttyp – meistens nur eine Eigenschutzzeit von weniger als zehn Minuten. 

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Unterschiedliche Prüfverfahren bei UV-Kleidung

Neben der Angabe zum UPF werden die meisten UV-Textilien auch noch einem Prüfverfahren unterzogen. Laut Bundesamt für Strahlenschutz ist eine Zertifizierung für Hersteller jedoch nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die härtesten Anforderungen müssen Textilien beim Test für das Siegel "UV Standard 801" durchlaufen. Die Bekleidung wird nass gemacht, gedehnt und mehrmals gewaschen. Der Test simuliert somit das "worst case"-Szenario, das der Realität am nächsten kommt. Schließlich rennen gerade Kinder am Strand oder im Freibad herum, sie baden, sie buddeln im Sand. Meistens wird UV-Badekleidung auch häufig gewaschen oder zumindest nach der Benutzung einmal ausgespült. Auch durch das Auswringen und Aufhängen im nassen Zustand leiert die Fasern natürlich aus. Wenn UV-Schutzkleidung nach dem Härtetest immer noch ausreichend vor Sonne schützt, wird es mit dem "UV Standard 801" ausgezeichnet.

Anders sieht es bei Textilien aus, die mit dem "australisch-neuseeländischem Standard" (AS/NZW 4399) oder dem "europäischen Standard" (EN13758) gekennzeichnet ist: Diese Bekleidung wird nur ein einziges Mal getestet – und zwar fabrikneu. Wie gut die Kleidung nach mehrmaligem Waschen oder Dehnen noch schützt, bleibt dabei offen. Wer also auf Nummer sicher gehen will, sollte gerade für Babys und Kleinkinder zu UV-Schutzkleidung mit "UV Standard 801" greifen. Und bei anderer Badebekleidung im Hinterkopf haben, dass die Schutzwirkung eventuell nach einiger Zeit nicht mehr ganz gewährleistet ist. 

Sonnencreme vs. UV-Schutzkleidung

Am Strand und im Freibad sind UV-Textlien mittlerweile bei Babys und Kleinkindern weit verbreitet. Gut so, denn sie schützen besser als Sonnencreme. Das liegt daran, dass Sonnenschutzmittel nur dann wirksam sind, wenn sie rechtzeitig und regelmäßig aufgetragen werden. Häufig wird der angegebene Lichtschutzfaktor auch nicht vollständig erreicht, weil schlichtweg zu wenig Creme genommen wird. UV-Kleidung ist im Umgang viel unkomplizierter, was sich gerade bei Kindern auszahlt.

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