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Warum Stillen so wichtig ist

Superfood Muttermilch

Gestillte Kinder profitieren von den einzigartigen Inhaltsstoffen der Muttermilch gesundheitlich gleich mehrfach – wie neueste Studien erneut eindrucksvoll belegen.

Gestillte Kinder leiden seltener unter Infektionen der Atemwege, des Magen-Darmtraktes und der Harnwege, sind im späteren Leben besser vor Übergewicht und nicht übertragbaren chronischen Krankheiten geschützt und die Gehirnentwicklung wird positiv beeinflusst. Muttermilch enthält eine Vielzahl an bioaktiven Inhaltsstoffen wie Hormone, Wachstumsfaktoren, entzündungshemmende und immunmodulierende Komponenten. Im Hinblick auf den Gehalt an Mehrfachzuckern (Oligosaccharide) ist menschliche Muttermilch zudem einzigartig: Keine andere Milch enthält diese Zucker in einer vergleichbaren Menge und Komplexität. 

Bis vor kurzem ging man davon aus, dass diese Oligosaccharide nur Nahrung für die Mikroorganismen im Darm sind. Neue Untersuchungen zeigen jedoch, dass sie einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit des Säuglings leisten: Wie Professor Lars Bode (San Diego/USA) jetzt auf einem Fachsymposium in Berlin erläuterte, verhindern sie, dass sich Keime an die Schleimhäute anlagern, sie wirken antibakteriell und beeinflussen das Immunsystem positiv. So schützen sie eindrucksvoll vor Infektionen. 

 

Muttermilch bietet Schutz vor späteren chronischen Krankheiten

Schwangerschaft und die ersten Lebensjahre spielen schon eine zentrale Rolle, um nicht übertragbaren chronischen Erkrankungen im späteren Leben vorzubeugen, wie Professorin Donna Geddes (University of Western Australia, Perth) berichtete. Muttermilch mit ihrem, genau auf den Bedarf des Säuglings zugeschnittenen Gehalt an Nährstoffen und einer einzigartigen Vielfalt an bioaktiven Inhaltsstoffen, vermindere das Risiko für Übergewicht im späteren Leben. Gestillte Kinder erkranken seltener an einem Metabolischen Syndrom, das seinerseits als Risikofaktor für Herz- Kreislauf- Erkrankungen und Diabetes mellitus gilt. Die Untersuchungen in Australien haben auch ergeben, dass die Ernährung mit Muttermilch positiv auf die Gehirnentwicklung, das Auftreten von Allergien, die Knochendichte und die Fruchtbarkeit auswirkt. Kinder, die über vier Monate voll gestillt werden, entwickeln in den ersten fünf Lebensjahren seltener eine Lebensmittelallergie oder Neurodermitis und leiden auch noch 17 Jahre später weniger an Asthma als früher nichtgestillte Kinder.

 

Was Mama mag – mag später auch das Kind

Die Ernährung der Mutter in der Stillzeit legt zudem einen wichtigen Grundstein für die „kulinarischen” Vorlieben des Kindes: Ernährt sie sich abwechslungsreich und mit viel Gemüse, ist das Kind aufgeschlossener gegenüber neuen Lebensmitteln. Daher ermuntert Forscherin Geddes alle Mütter ausdrücklich zum Stillen: 95 Prozent aller Frauen sind in der Lage, ausreichend Milch zur Ernährung ihres Kindes zu bilden. 

Allerdings: Alles was die Mama isst, geht in kleinsten Mengen auch in die Muttermilch über. Entsprechend sollte das kindliche Immunsystem langsam an verschiedene Nahrungsmittel gewöhnt werden. Häufige Allergieauslöser wie Kuhmilch, Hühnereier oder Fisch sollten deswegen häufiger von der Mama gegessen werden. Neue Untersuchungen belegen, dass Heuschnupfen oder Neurodermitis seltener auftreten, wenn die stillende Mutter regelmäßig Fisch genießt. 

Was aber tun Mütter, die nicht stillen können oder wollen? Wie können sie Allergien vorbeugen? In den ersten Lebensmonaten sollte es Fertigmilch, also HA-Nahrungen sein. Bei dieser hyperallergenen Milch sind die Eiweiße teilweise aufgespalten (hydrolisiert), sie sind deshalb weniger allergieauslösend als herkömmliches Kuhmilcheiweiß. HA-Nahrungen gibt es als Anfangsnahrungen (Pre-HA oder HA-1) und als Folgenahrungen (HA-2). Generell sollte keine Kuhmilch, aber auch keine Säuglingsnahrung auf Basis der Milch von Ziege, Schaf oder Stuten gefüttert werden. Auch Sojamilch ist nichts für allergiegefährdete Säuglinge – oft tritt dann nämlich in den ersten sechs Monaten eine Sojaallergie auf. 

 

Was tun bei Kuhmilchallergie?

Wenn bei dem Säugling eine Kuhmilchallergie schon festgestellt ist, darf auch keine HA-Nahrung gefüttert werden. Sie enthält noch größere Bruchstücke des Kuhmilcheiweißes. Dann sollten die Eltern in der Apotheke stark hydrolysierte Nahrung oder Elementardiäten auf Basis von Aminosäuren kaufen. Die Kosten werden bei einer vom Arzt attestierten Allergie meist von den Krankenkassen übernommen.

 

Allergieprävention 

 

Verzicht: Keine andere Nahrung ist so maßgeschneidert wie Muttermilch für dein Kind. Auch wenn eine Allergie während der Stillzeit auftritt, sollte die ersten sechs Monate gestillt werden. Dann muss aber die Mama z. B. bei einer Kuhmilchallergie besser auf Milchprodukte verzichten. 

Fluorid: Säuglinge sollten ab der 2. Lebenswoche täglich Vitamin D3 zur Kariesprophylaxe bekommen – manche der verwendeten Fluorid-Tabletten enthalten Laktose oder Erdnussöl. Um eine selten auftretende Reaktion beim Kind zu vermeiden, frage deine Arzt nach milcheiweißfreien Präparaten.

Beikost: Allergisch veranlagte Kinder entwickeln im ersten Lebensjahr um so häufiger ein Ekzem, je früher sie Beikost zugefüttert bekommen und je vielfältiger diese zusammengesetzt sind. Deshalb sollte Beikost dann nicht vor dem 7. Monat angeboten werden.

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