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Stillhilfe

Stillzubehör: So wird das Stillen leichter

Stillzubehör kann das Stillen ungemein erleichtern. Unsere Hebamme Franziska, selbst stillerfahren, erklärt, welche Utensilien wirklich praktisch sind.

Zum Stillen brauchst du eigentlich nur eine Sache – beziehungsweise zwei: deine Brüste. Aber es gibt noch einige Dinge, die dir das Leben als stillende Mama erleichtern können. 

Stillen ist eigentlich ganz leicht: Du musst einfach nur dein Baby an die Brust anlegen. Die Betonung liegt auf "eigentlich". Denn, die ersten Wochen der Stillbeziehung können mitunter ganz schön holprig sein.

Dranzubleiben und durchzuhalten zahlt sich jedoch aus. Denn, wie mittlerweile wohl jeder weiß: Stillen ist das Beste für dein Baby und auch dich. Während dein Kind perfekt abgestimmte Muttermilch – inklusive Immunsystem-Booster – bekommt, sinkt bei der Mutter zum Beispiel das Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Dennoch gibt es einige Hilfsmittel, die dir den Still-Alltag erleichtern können.

1. Stillkissen

Ein Stillkissen ist ein schlauchförmiges, meistens mit kleinen Kunstoff-Kügelchen gefülltes Kissen mit einer Länge von gut 190 cm. Die meisten Mütter kaufen sich ein Stillkissen schon während der Schwangerschaft. Denn ab einem gewissen Punkt ist der Bauch so groß, dass es mitunter schwerfällt, eine gute Schlafposition z finden.

Ein Stillkissen kann hier Abhilfe schaffen. Sein eigentliche Zweck besteht  natürlich darin, das Stillen zu erleichtern. Das Kissen soll dir helfen, dein Baby auf einer guten Höhe zum Anlegen zu positionieren. Somit kannst du entspannt sitzen und musst es nicht komplett mit deinem Arm oder deinen Händen stützen. Dadurch verkrampfst du dich nicht in Schulter und Rückenbereich und kannst deutlich entspannter Stillen.

Kosten: Rund 20 bis 100 Euro
Nutzen: Absolut, das es lange und vielseitig nutzbar ist. Gerade beim Still-Start und auch während der Schwangerschaft wirklich eine gute Sache.

2. Stilleinlagen

Wenn die Milch erstmal fließt, sind diese kleinen Einlagen nicht mehr wegzudenken. Die Stilleinlagen saugen die Überschüssige Milch – ähnlich wie Binden – einfach auf. Denn: Beim Stillen läuft die Milch meistens auf beiden Seiten heraus, nicht nur an der Brust, an der das Baby gerade trinkt.

Abgesehen davon läuft die Milch auch gerne mal, wenn dein Baby weint oder wenn die Brust einfach sehr voll ist. Es gibt auch Stilleinlagen aus Stoff, die waschbar und somit wiederverwendbar sind. Ähnlich wie Stoffwindeln ist das natürlich nicht jederfraus Sache. Ich persönlich würde hier, aus eigener Erfahrung, zu dem Wegwerf-Produkt greifen.

Kosten: Rund zwei bis fünf Euro pro Packung
Nutzen: Ein absolutes Must-have für alle Still-Mamas.

3. Elektrische Milchpumpe/Handpumpe

Einige Mütter müssen pumpen, wenn es nicht so recht klappt, oder zu wenig Milch da ist. Andere möchten pumpen, um auch Papa die Möglichkeit zu geben, das Baby zu füttern.  

Wenn es medizinische Gründe für das Pumpen gibt, kannst du auf Kosten der Krankenkasse mit einem Rezept eine elektrische Pumpe in der Apotheke leihen. Das geht auch ohne Rezept. Die Kosten für das Leihen liegen bei rund ein bis zwei Euro pro Tag.

Wenn du nur ab und zu pumpen möchtest, gibt es zwei Möglichkeiten: Eine Handpumpe oder eine elektrische Milchpumpe. Beide kann man online oder stationär im Baby-Fachmarkt kaufen. Ich würde immer zu einer elektrischen Pumpe wie zum Beispiel der "Medela Swing" raten. Diese kleine Elektropumpe ist einfach in der Anwendung und deutlich effektiver als eine Handpumpe.

Kosten: Rund 30 bis 400 Euro
Nutzen: Nicht pauschal für jede Mutter nötig.

4. Stillhütchen

Ein Stillhütchen ist eine nachgeformte Brustwarze aus Silikon. Diese Hütchen setzt man wie eine Art Deckel auf die Brustwarze auf. Einige Mütter haben zu flache Brustwarzen, sodass das Baby diese nicht zu fassen bekommt. Andere haben einfach Probleme das Kind anzulegen.

Hier kann ein Stillhütchen eine tolle Hilfe sein. Auch, wenn die Brustwarzen gereizt sind, kann es eine Lösung sein. Jedoch sollte immer eine Fach-Person (zum Beispiel eine Hebamme) dich beraten, ob ein Stillhütchen für dich sinnvoll ist. Dies ist besonders wichtig, da es verschiedene Größen gibt. Ob mit oder ohne Hütchen: Das Wichtigste ist, dass dein Kind an deine Brust geht und gestillt werden kann. 

Kosten: Rund 10 Euro
Nutzen: Für viele unverzichtbar, jedoch nicht für jede Mutter nötig.

5. Brustwarzen-Creme

Wenn die Brustwarzen vom Stillen wund geworden sind, kann eine gute Brustwarzen-Creme deine Rettung sein. Sie besteht meistens aus reinem Lanolin (Wollwachs). Wenn du das Preisschild siehst, wirst du sicherlich erstmal erschrecken, da nur eine kleine Menge in der Tube ist.

Aber du brauchst nur eine sehr kleine Menge und kommst mit einer winzigen Tube durch die gesamte Stillzeit. Die Creme wird nach dem Stillen dünn auf die Brustwarze aufgetragen. Das Gute ist: Vor dem nächsten Stillen muss die Creme nicht abgewischt werden. Marktführer sind "Medela" und "Lasinoh".

Kosten: Je nach Größe der Tube zwischen acht und 25 Euro
Nutzen: Auf jeden Fall für jede Still-Mama sinnvoll.

6. Still-BH

In der Stillzeit geht es eigentlich nicht ohne einen Still-BH. Denn durch die praktischen Clips zum Öffnen kannst du schneller an die Brust kommen und somit dein Baby schneller stillen. Das wichtigste beim Still-BH ist, dass dieser gut sitzt. Denn ein schlecht sitzender Still-BH kann sogar zu einem Milchstau führen.

Der beste Zeitpunkt für den BH-Kauf ist auf keinen Fall in der Schwangerschaft, sondern rund vierzehn Tage nach der Geburt. Lass dich am besten beraten und deine Brust ausmessen. Still-BHs müssen zum Glück nicht mehr fleischfarben und unansehnlich sein. Es gibt sie mittlerweile in alles möglichen Farben und auch mit Spitze und anderen Details.

Kosten: Zwischen 25 und 150 Euro
Nutzen: In der Stillzeit nahezu unverzichtbar.

7. Stillzubehör-Packliste für die Klinik

Folgendes sollte deine Kliniktasche auf jeden Fall beinhalten:

  • Zwei bis vier Spucktücher
  • Still-Tops und/oder Bustiers
  • ein Stillkissen
  • "Multi-Mam"-Kompressen gegen wunde Brustwarzen
  • Stilleinlagen
  • ein Nachtlicht mit Batterien

8. Fazit

Du wirst sicher nicht alle Stillhilfsmittel brauchen. Einige können dir die Stillzeit jedoch maßgeblich erleichtern. Gerade das Stillkissen ist vielseitig nutzbar und auch für die Schwangerschaft ein guter Begleiter.

Bei einigen Dingen macht die Anschaffung bereits vor der Geburt Sinn, Brustwarzen-Creme, Stilhütchen und eine Milchpumpe bekommst du bei Bedarf auch nach der Geburt und sogar direkt im Krankenhaus.

Lass dich am besten von deiner Hebamme beraten, welche Hilfsmittel speziell für dich sinnvoll sind. Gut ausgestattet still es sich gleich viel entspannter, das verspreche ich dir.

Unsere Expertin

Franziska Luck lebt und arbeitet in Hamburg. Die ausgebildete Hebamme ist selbst Mutter von zwei Kindern. Sie arbeitet nebenbei als Texterin und bloggt in ihrer Freizeit.

Auf wireltern.de schreibt sie vor allem viel zum Thema Geburtsvorbereitung, Baby und Ernährung.

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