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So helfen alle mit

Arbeitsteilung im Haushalt

Aufräumen, Putzen, Küchendienst? Von allein machen die Kleinen das nicht. Trotzdem kann der Frühjahrsputz zum netten Familienritual werden – auch wenn es Nerven kostet.

 

Der große Frühjahrputz steht an. Und alle sind begeistert. „Dürfen wir helfen?“, fragen die Kinder und holen den Staubsauger. Mein Mann springt auf, um die Oberlichter der Fenster zu putzen. Vier Stunden später sieht unser Zuhause aus wie das Musterappartement im neuen Superior-Premium-Resort, das uns regelmäßig Prospekte schickt. Dekorativ picken Tochter und Sohn Gemüse auf die Gabel, das ich soeben – frisch gekocht – zum Lachsfilet serviert habe.

Hä? Spinnen die? Was ist das denn für eine Familie? Nein, sorry, ich habe nur geträumt. Denn die Realität sieht bei uns anders aus. Frühjahrsputz? Das ist auch jetzt wieder genauso leidig wie jedes Jahr. 

 

Keine Zeit, plötzliche Schmerzen und ganz wichtige Schularbeiten

Plötzlich haben die Kinder keine Zeit, spüren schlimme Schmerzen an Stellen, die geschont werden müssen oder müssen was Wichtiges für die Schule tun. Klar, dass das vorgeht. Auch mein Mann erwidert meine Frühlings-Putzgelüste nicht so recht. Ausgerechnet heute wollte er ja noch was besorgen. Die Sippe ist sich einig: Die Idee ist gut, die Erkenntnis, dass das Ganze eine Gemeinschaftsaufgabe ist, lässt sich nicht leugnen. Deshalb kann ich ja schon mal anfangen, und jeder kommt dazu, sobald er Zeit hat. Stopp! Wenn ich die anderen jetzt ziehen lasse, sehe ich sie erst wieder, wenn alles blitzeblank ist. Kenne ich. Diskutieren dauert bei uns meist länger als mal eben selbst machen. 

 

Diskutieren dauert mir zu lange, deshalb mache ich alles selbst

Also mache ich fast immer mal eben alles selbst. Schon seit Jahren. Das kann nicht ewig so weitergehen. Sonst ziehen die Kinder eines Tages aus und haben noch nie ein Bett gemacht. Zum Glück gibt‘s nicht nur praktische, sondern auch gute pädagogische Gründe für die Mithilfe im Haushalt. Zum Beispiel,  weil die Kids lernen Verantwortung zu übernehmen, ein Pflichtgefühl zu entwickeln, sich zu überwinden, durchzuhalten und Erfolgserlebnisse zu genießen, die stark machen. Weiterer Pluspunkt: Wertschätzung der eigenen Familie. Klingt gut, bringt auch mehr als jede Schulaufgabe. 

 

Mit Musik und Aussicht auf Pizza arbeiten wir uns schrittweise vor

Bevor sich alle verkrümeln, hat jeder einen Job. Diskutiert wird nicht. Jonathan (6) muss sein Zimmer von allem befreien, was nicht am richtigen Ort liegt. Damit ihn das nicht überfordert, darf er Spielzeug in Kisten schmeißen und muss bei den Klamotten nur zwischen „noch tragbar“ oder „reif für die Waschmaschine“ entscheiden. Natürlich stopft er erst mal alles in die Wäsche (ist ja leichter als  falten). Ich mache den Schnüffeltest und gebe zurück, was gefaltet werden muss. Anna (10) schafft schon mehr. Ihr eigenes Zimmer ist so vorsortiert, dass ich mit dem Staubtuch durch kann, bevor sie mit dem Sauger kommt. So arbeiten wir uns schritt- und zimmerweise durchs Haus. Ich nehme mir die Küche (schwer) und das Schlafzimmer (leicht) vor. Mein Mann schrubbt das Bad und bringt das Wohnzimmer auf Vordermann.

 

Damit die Arbeit überschaubar wird, verteilen wir sie auf zwei Tage

Kleiderschränke aufräumen und altes Zeug ausmisten – das verschieben wir auf Tag zwei des Frühjahrsputzes. Der Keller kommt irgendwann mal dran. So bleibt die Sache überschaubar. Das Wichtigste: Wir meckern uns nicht gegenseitig an, loben die Kinder, hören alle zusammen laut Musik und freuen uns über jeden erledigten Schritt. Lachs mit Gemüse schaffe ich natürlich nicht nebenbei. Dafür treibt eine viel bessere Aussicht die Kinder an. Wenn jeder sein Pensum geschafft hat, lassen wir uns Pizza liefern. Und siehe da: Am Ende mampfen wir die genüsslich in unserer strahlend sauberen Küche und erkennen: Das Ganze hat doch ein bisschen Spaß gemacht.

 

Frühjahrsputz in drei Schritten

1. Freie Flächen schaffen

Spielzeug liegt auf dem Boden herum, Kleidung auf dem Sofa, überall stapeln sich Dinge, die da nicht hingehören. Um das Chaos zu beseitigen, verteile kleine, konkrete Aufgaben an die Kinder, („Jan, du räumst alle Schuhe an ihren Platz“ statt „Bring mal den Flur in Ordnung“). Wichtig: Jungen und Mädchen sollten nur Aufgaben übernehmen, die sie ihrem Alter entsprechend allein erfüllen können. 

2. Wisch und weg

Nun sind die wichtigsten Flächen frei zum Staubwischen. Jedes Familienmitglied kann einen Raum übernehmen. Grundregel, die schon Kinder verstehen: Geputzt wird von oben nach unten und von hinten nach vorne. Achtung: Kleine Kinder dürfen nicht mit Putzmitteln in Berührung kommen. Bad, WC und Küche übernehmen besser die Erwachsenen. 

3. Boden säubern

Zum Schluss kommt der Boden dran. Größere Kinder dürfen durchaus mal staubsaugen oder den Boden wischen. Im Kindergartenalter sind sie aber damit meist noch überfordert.

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