„Ich schaffe es nicht mehr“

Burn-out, nein danke!

„Ich schaffe es nicht mehr“ – das denkt zwischendurch wohl jede Mutter. Doch das Gefühl darf nicht zum Dauerzustand werden.

Erschöpfung

Depressive Verstimmungen, Ängste, Ess- und Schlafstörungen – Überforderung hat viele Gesichter. Und sie ist auf dem Vormarsch: „Erschöpfung und Burn-out bei Müttern haben massiv zugenommen“, erklärt Anne Schilling, Geschäftsführerin des Deutschen Müttergenesungswerks. So sei zwischen 2003 und 2012 der Anteil von Müttern mit schweren Erschöpfungssymptomen in den Kureinrichtungen der Stiftung von 49 auf 82 Prozent gestiegen. „Es betrifft unglaublich viele“, weiß die Fachfrau. „Oft schleppen die Frauen das lange mit sich herum und messen den Symptomen keinen Krankheitswert bei. Das liegt auch am Rollenverständnis: Mütter sind so lange für andere da, bis sie gar nicht mehr können.“  

Keine Zeit, keine Anerkennung

Auf die Frage, was sie am meisten belastet, nennen die meisten Mütter ständigen Zeitdruck und Vereinbarkeitsprobleme von Beruf und Familie. Oft reiben sie sich zwischen Kita, Haushalt, Krankenpflege und Kinderterminen auf der einen und den Anforderungen des Chefs auf der anderen Seite regelrecht auf. Dass es für diese Leistung kaum Anerkennung gibt, nagt ebenfalls an der Psyche und liegt bei den erfragten Belastungen an dritter Stelle. Dazu kommen häufig noch Erziehungsschwierigkeiten, finanzielle und Partner-schaftsprobleme. „Betroffen sind Mütter aus allen Schichten und Einkommensstufen“, so Schilling. „Überdurchschnittlich vertreten sind Alleinerziehende und Mütter mit drei und mehr Kindern.“

Prioritäten neu setzen

Doch was können Frauen tun, um die Burn-out-Falle zu vermeiden? „Ganz wichtig ist: Mütter müssen sich selbst auf die Prioritätenliste setzen und Zeit für sich einplanen, in der sie Kraft tanken können“, rät Schilling. Auch sei es nötig, in der Familie über die Aufgabenteilung zu verhandeln. Viele Mütter machten sich kaputt, weil sie alles alleine bewältigen. Wer Partner und Kinder mit einspannt, hat es leichter. Außerdem sollten Frauen sich Hilfe von außen suchen, etwa bei anderen Müttern, Großeltern, Beratungsstellen und Mütterzentren. Auch eine Kur könne die Überforderungsspirale durchbrechen, weil sie mit Abstand vom Alltag neue Impulse vermittelt, mit denen sich zu Hause nachhaltige Veränderungen bewirken lassen. Und nicht zuletzt gibt Schilling Frauen folgendes Credo mit auf den Weg: „Mütter müssen nicht immer perfekt funktionieren“.

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