Gelassen bleiben 7 SOS-Tipps gegen Zoff unterm Tannenbaum

Weihnachten kann vor allem Eltern ganz schön stressen. Hier die wichtigsten Regeln, damit das Fest für alle gelingt.

1. Gut für die Nerven: Schraub die Erwartungen herunter

Vergiss nicht: Gerade an Feiertagen liegen die Nerven oft blank. Wer ausgerechnet dann erwartet, dass alle immer nur lieb zueinander sein müssen, programmiert Enttäuschungen vor. Konflikte dürfen genauso ausgetragen werden wie sonst. Um unterschiedliche Erwartungen unter einen Hut zu bekommen, hilft ein kleiner Trick: Frage alle Familienmitglieder, was ihnen besonders wichtig ist, und versuche, von jedem einen Wunsch zu erfüllen. Das kann mühsam sein, weil man viele verschiedene Bedürfnisse in Einklang bringen muss. Doch es lohnt sich. Wer vorher gefragt wird, steht in der Verantwortung, lässt sich leichter in die Vorbereitungen einbeziehen, wird schneller zufrieden und meckert weniger.

2. Weniger ist manchmal mehr: Perfektion muss nicht sein

Der traditionelle Gänsebraten, fünfzehn verschiedene Plätzchen-Sorten und selbstgebackener Lebkuchen – das muss nicht sein. Viele Familien sind zum Beispiel am Heiligabend mit Wiener Würstchen und Kartoffelsalat rundum glücklich. Komplizierte Kekse kann man kaufen und sich beim Selberbacken mit einfachen Modellen begnügen. Brich ruhig mit allzu aufwendigen Traditionen, die niemandem Spaß machen und nur weiterleben, „weil das schon immer so war“.

3. Arbeitsaufteilung – jeder bekommt kleine Aufgaben

Kochen, Einkaufen, den großen Hausputz vorm Fest und das Weihnachtskarten-Schreiben – alles hängt nur an Mama? Besser nicht. Trau dich ruhig, die notwendigen Arbeiten an alle Familienmitglieder zu verteilen. Das stört keineswegs die Harmonie. Im Gegenteil: Kinder sind oft stolz, wenn sie ihrem Alter angemessene Hilfsarbeiten machen dürfen. Und dass Papa sich nicht drückt, sollte selbstverständlich sein.

4. Singen, Spielen, Basteln: Zeit für Gemeinsamkeit

Fange ruhig frühzeitig mit den Planungen an, sodass zwischendurch immer noch Zeit zum Innehalten bleibt. Vereinbare gemeinsame Spaziergänge, einen Bastelnachmittag, Spiele-, Sing- oder Vorlesestunden am Abend. So kommt weihnachtliche Stimmung auf. Auch ein Weihnachtskonzert kann sehr erholsam sein.

5. Den Wert des Schenkens als Zeichen der Zuneigung erkennen

Kinder wünschen sich gerne ganz viel. Das ist verständlich. Doch Eltern tun ihn mit einem Überangebot an Geschenken keinen Gefallen – zumal ja auch meist auch noch Großeltern und andere Verwandte Weihnachtsfreuden bereiten wollen. Gegen das Schenken als Zeichen der Liebe ist nichts einzuwenden. Aber es sollte unbedingt mit Augenmaß geschehen. Ein großer Herzenswunsch darf erfüllt werden – und zwar auch dann, wenn die Eltern ausgerechnet dieses Geschenk nicht mögen. Wer sein Kind gut kennt, findet heraus, welcher Wunsch ihm tatsächlich wichtig ist. Dann können noch kleine Überraschungen dazu kommen. Mehr muss nicht sein. Auch die Kinder selbst sollen den Wert des Schenkens als Zeichen der Zuneigung erleben. Uneigennütziges Schenken – zum Beispiel in Form von selbst gebastelten Kleinigkeiten – macht nämlich Spaß.

6. In Ruhe genießen: Mach nicht alles gleichzeitig

Im Eiltempo über den Weihnachtsmarkt, nebenbei noch schnell etwas einkaufen und zwischendurch die E-Mails am Smartphone beantworten – wer versucht, so viel wie möglich gleichzeitig zu machen, um die Pflichten kurz und effektiv hinter sich zu bringen, kann den vorweihnachtlichen Zauber kaum genießen. Konzentriere dich zum Beispiel zusammen mit den Kindern nur auf den Weihnachtsmarkt. Was gibt es dort alles zu sehen, zu hören, zu riechen, zu schmecken? So wird das Erlebnis viel intensiver.

7. Heute hier, morgen dort? Besuche in Grenzen halten

Heute kommen Oma und Opa mütterlicherseits und morgen laden die Schwiegereltern ein. Ob Tanten, Onkel, Neffen, Nichten, Expartner oder Halbgeschwister – wer eine große Familie hat, hetzt an den Feiertagen häufig von einem Besuchstermin zum nächsten. Vor allem wenn die lieben Verwandten weit weg wohnen und stundenlange Autofahrten nötig sind, um alle abzufeiern, sollten Familien das Programm etwas reduzieren. Gönne dir selbst und den Kindern ruhig einen Feiertag zu Hause. Schließlich muss ja auch Zeit bleiben, um ausgiebig mit den Geschenken zu spielen.

Bitte nicht zu viel Zucker

Im Dezember gibt’s meist sehr viel mehr Süßes als sonst. Damit das nicht mit Bauchschmerzen und Zusatz-Kilos endet, helfen diese Regeln.

Feste Zeiten ohne Naschen Junior kommt mit einem Riesen-Nikolaus nach Haus und will den gleich auffuttern, obwohl das Mittagessen schon fertig ist? Stopp! Süßigkeiten dürfen keine Mahlzeiten ersetzen. Bis zu zwei Stunden vorher wird gar nicht genascht.

Genuss statt Verdruss Auch wenn dein Kind jetzt sauer ist, solltest du nicht nachgeben. Es kann sich zum Beispiel einen kleinen Teil vom Nikolaus abbrechen und den auf einem Teller als Nachtisch zubereiten. So lässt sich Süßes intensiver genießen, und man kommt mit weniger aus.  

Schönes ohne Schoko Dezembertage müssen nicht mit Schokolade beginnen, wenn Sie den Adventskalender mit Kleinkram befüllen: Mal ein Stift, mal ein Mini-Spielzeug oder ein Malblock tun`s auch.

Keine Selbstbedienung Selbst wenn die Naschteller und -tüten sichtbar herumstehen, heißt das nicht, dass jeder sich nach Lust und Laune bedient. Sprich ab, wer sich wann wie viel nehmen darf.

Handeln erlaubt Kinder lassen sich gerne auf kleine „Geschäfte“ ein: Erst ein Dominostein, dann eine Mandarine. Erst ein Lebkuchen, dann Zähneputzen. Erst das Butterbrot, dann der Baumkuchen.

Feierlich mit Vollkorn Weihnachtliches „Gebäck“ muss nicht immer zuckrig sein: Ein ganz normales Abendessen bekommt feierliche Atmosphäre, wenn du die Vollkornbrote mit der Sternform vom Plätzchenbacken ausstichst.

Keks-Kerzen-Stunde Heimlich und mit schlechtem Gewissen viel herunter zu schlingen, macht keinen Spaß. Lass dein Kind das merken, indem du ein Keks-Stündchen am Nachmittag bewusst genießt. Mit Kerzen und Musik wird`s unvergesslich gemütlich, und das Kind spürt, dass auch wenig glücklich macht.  

Kommt Papa jetzt wieder?

Wenn Eltern getrennt leben, tut das Weihnachten besonders weh. Wie kann man das regeln?

Patchwork an den Festtagen – da stellt sich immer wieder die Frage: Sollen Expartner den Kindern zuliebe über Weihnachten zusammen kommen? Besser nicht, raten Erziehungsexperten. Wenn Mama und Papa plötzlich so tun, als sei nichts gewesen und die Familie wieder gemeinsam etwas macht wie früher, spielen sie ein Pseudo-Glück vor, das keinem Kind guttut. Vor allem kleine Kinder brauchen einen festen Rahmen. Sie suchen Orientierung. Wird ihnen übergangsweise eine heile Welt vorgegaukelt, weckt das falsche Hoffnungen. Sie freuen sich zwar, weil sie davon ausgehen, dass Mama und Papa jetzt wieder ein Paar sind. Die Enttäuschung danach ist umso größer, wenn ein Partner abends wieder geht. Das verunsichert unnötig. Den Weihnachtsabend sollten die Kinder deshalb mit dem Elternteil verbringen, bei dem sie auch sonst überwiegend leben. Am ersten oder zweiten Weihnachtstag können sie dann zum Expartner und dort noch einmal feiern.

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