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Welche Farben fürs Kinderzimmer?

Es gilt, den goldenen Mittelweg zwischen Monotonie und Reizüberflutung zu finden. Wandfarben wirken auf Kinder anders als auf Eltern – eine Wohngestalterin hilft bei der Suche.

1. Leichte Farbanreize können die Entwicklung von Kindern positiv beeinflussen. Welche Töne wären das?

Heute wissen wir, dass sich die speziellen Farbbedürfnisse in der Entwicklung von Kindern mit der Zeit verändern. Während im Babyalter sehr leichte und pastellige Farbnuancen ideal sind, dürfen im Alter von drei bis fünf Jahren schon mehr Farbanregungen hinzukommen. Die Kinder wollen etwas entdecken und sich erfahren. Daneben entwickeln sich Fantasie und Kreativität. Dies kann man mit hellen Lilatönen und Grün unterstützen. Ideal für die Gestaltung von Kinderzimmern sind softe, entsättigte Farben in deutlichen Kontrasten, wie ein strahlendes Gelb neben einem milden, hellen Blau. Damit haben die Kinder die benötigte visuelle Stimulation, aber nicht zu viele Reize. 

2. Welche Farben eignen sich gar nicht für das Kinderzimmer?

Auf Erwachsene wirkt Braun warm, ursprünglich und verlässlich. Wir verbinden es mit der Erde, dem Soliden und Stabilen. Für Ältere wirkt die Farbe edel und stylisch. Kleinkinder haben kein Verhältnis zu der Farbe, weil sie sie noch nicht klar wahrnehmen können. Außerdem fördert zu viel Braun die Inaktivität bei Kindern. Vermeiden sollte man in Kinderzimmern generell dunkle Farben wie Schwarz, Dunkelbraun, tiefes Violett oder dunkles Grau – sie machen müde, lustlos und niedergeschlagen. 

3. Was halten Sie von einem Farbmix?

Das ist ein bisschen wie bei der Entwicklung im Allgemeinen: Facettenreich ist besser als einseitig – mehrere aufeinander abgestimmte Impulse sind besser als nur einer. Ein rein monochromes Farbkonzept ist für Kinderzimmer nicht immer geeignet, weil eine Ton-in-Ton-Gestaltung wenig fröhlich und auch zu reizarm ist. Die Kinder fühlen sich schnell antriebslos. Besser geeignet ist ein Mix aus ruhigen Grundtönen und kleinen Akzenten. Mit einem ausgeklügelten Farbenmix kann man so jedes Bedürfnis eines Kindes abdecken – entspannend und harmonisch, anregend und inspirierend oder geborgen und sicher. 

4. Und welche Farben sollte man gar nicht miteinander kombinieren?

Starke Farbimpulse können Kleinkinder ruhelos machen und den Schlaf stören, da Kinder Farbimpulse viel intensiver und direkter als Erwachsene empfinden. Daher sollte man in Kinderzimmern vor allem softe, entsättigte Farben verwenden. Je älter das Kind wird, desto stärker dürfen die Farbakzente sein, die man hinzufügt. Kombinationen aus dunklen oder knalligen Tönen sollte man aber vermeiden.

5. Schwarz-Weiß ist ein großer Trend. Gilt das auch für das Kinderzimmer?

Es gibt keinen stärkeren Kontrast in der Helligkeit als den zwischen den beiden Gegensätzen Schwarz und Weiß. Daher ist diese Kombination definitiv nicht für ein Kinderzimmer geeignet. Darüber hinaus macht die Farbe Schwarz Kinder schnell müde, lustlos und wirkt wegen der Assoziation „dunkel“ sogar bedrohlich auf sie. 

6. Gibt es Farben, die besonders „robust” sind?

Für die Kinderzimmerfarbe „Farbenfreunde“ wurde der transparente, reinigungsfähige „Schutzheld“ entwickelt. Der lässt sich problemlos reinigen. 

7. Wie steht es mit dem Schema: Rosa für Mädchen und Blau für Jungs?

In vielen Kinderzimmern gibt es diese sehr klassische Farbgestaltung. Das hat gute Gründe, denn Rosa ist eine sehr sanfte und beruhigende Farbe, während Blau Erholung und Schlaf fördert. Diese Farbwirkung gilt aber für Mädchen und Jungen gleichermaßen. Es spricht also nichts dagegen, beide Farbtöne zu kombinieren, eine frische Mint-Nuance hinzuzufügen oder das Prinzessinnen-Zimmer mit leichtem Grau etwas weniger zuckrig-süß zu gestalten.

Mehr Tipps auf: www.alpina-farben.de/farbenfreunde 

Unsere Expertin

Isabelle Wolf, Publizistin und Buchautorin; Einrichtungsberaterin u. a. für Alpina 

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