Elterncoaching So wird aus einem Paar ein Team

Manchmal brauchen frischgebackene Eltern Nachhilfe, damit sie nach der Geburt eines Kindes ein Team werden. Es ist nämlich gar nicht so einfach, die neue Rolle als Vater oder Mutter zu finden. Ein Elterncoaching kann helfen.

Wenn ein Paar …
… Vater und Mutter geworden ist, ändert sich viel am gewohnten Trott, auf der emotionalen Ebene und auch im praktischen Alltag. Manches, was früher ohne groß darüber nachzudenken selbstverständlich war,  erscheint einem plötzlich schwierig oder unmöglich.

Kaum Schlaf
Beispielsweise der Schlaf- und Wachrhythmus. Dieser richtet sich nämlich plötzlich nach einer kleinen Person, der es völlig egal ist, wie viel Ruhezeit zwei Erwachsene brauchen. Auf einmal schreibt jemand anderes vor, wie lange man am Stück schlafen kann.

Fremdbestimmt
Schon ein Baby über den Tag und zur Nacht so zu füttern, dass es zufrieden ist, ist ein logistischer Aufwand, der gut durchorganisiert sein will. Und er kostet Zeit. Zu vielen Dingen, die Mann oder Frau früher so nebenbei erledigt haben, kommt keiner von beiden mehr.

Chaotischer Haushalt
Meist bleibt der Haushalt liegen. Gott sei Dank haben viele Väter heute als Singles bereits einen eigenen Haushalt gehabt. Wie man die Waschmaschine, den Geschirrspüler oder den Staubsauer anwirft, ist kein unbekanntes Terrain mehr für sie. Die zweite Frage, ob sie tatsächlich mit anpacken, muss jedoch geklärt werden.

Kaum Freizeit
Meist nehmen Paare nur noch abwechselnd Freizeit, wenn überhaupt. Weil einer immer beim Baby sein soll. Das tut der Partnerschaft natürlich nicht gut und trägt weiter zur Entfremdung bei.

Klärungsbedarf
Zeit, miteinander zu sprechen, bleibt am Anfang kaum. Deshalb verläuft auch viel Unzufriedenheit, die sich während dieses fremdbestimmten Zustandes ansammelt, unausgesprochen im Sande. Es ist nicht selten, dass Eltern irgendwann verstummen und nur noch funktionieren.

Gespräche suchen
Das Einzige, was jetzt hilft, ist, das Gespräch zu suchen, ja regelrecht in einen Wochenplan als Termin mit aufzunehmen. Denn nur, wenn beide ihre Befindlichkeit offen mitteilen, können sie wieder eine Brücke zueinander bauen. Wenn Paare das versäumen, schläft auch das Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Sex irgendwann ein.

Zweisam einsam
Sich zu zweit allein zu fühlen, ist traurig und trägt zur Entfremdung bei. Vielen Paaren passiert es, dass die Beziehung aus dem Ruder läuft, und irgendwann stellt man fest: Wir sind uns fremd geworden. Und nur, weil die volle Aufmerksamkeit immer dem Baby gegolten hat. Meist passiert das, ohne dass es jedem bewusst ist. Irgendwann stellt man plötzlich fest: Wir haben uns nichts mehr zu sagen.

Foto: Thinkstock

So funktioniert Coaching
Hier kann eine Paartherapie oder ein Elterncoaching helfen. Voraussetzung dafür: Beide müssen es wollen. Niemand kann da einbestellt oder „mitgeschleift“ werden, ohne dass er ausdrücklich seine Zustimmung gibt.

Aber wenn beide bereit sind, sich eine verfahrene Situation einmal anzuschauen und eine Lösung zu finden, bringt das von einem Experten angeleitete Gespräch eine ganze Menge. Ganz wichtig: Beide sollten einen guten Draht zum Coach haben.

Zunächst einmal sollte sich das Paar darüber verständigen, welches Ziel es erreichen möchte.  Gibt es nur eine Sache zu klären oder handelt es sich um einen Paarprozess, der eine Zeitlang  begleitet werden soll?

Der Coach ist Begleiter und manchmal Wegweiser oder Weg-Anbieter. Wichtig ist jedoch, dass das Team als System seinen Weg findet und einen Prozess in Gang setzt. Die erste Sitzung ist ausschlaggebend um festzustellen, ob Team und Coach eine Vertrauensbasis entwickeln können oder nicht.

So läuft das Elterncoaching ab
Der Coach richtet sich nach den Bedürfnissen und Zielen des Paares und kann unterschiedliche Vorschläge machen. Es können Gespräche geführt, Brainstormings veranstaltet, Übungen durchgeführt werden. Übungen können alleine oder paarweise gemacht werden.

Oft machen sich die Eltern gegenseitig jede Menge Vorwürfe. Hier geht es dann um das Verlassen fruchtloser Anschuldigungen. Vorwürfe sind insofern nicht schlecht, weil sich Wünsche verbergen, die die Teammitglieder aneinander haben. Und über diese Wünsche muss gesprochen werden.

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