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Muttertag

Jetzt verstehe ich meine Mutter

Alle Jahre wieder: die Krux mit den Geschenken zum Muttertag. Redakteurin Irlana hat die Erfahrungen mit ihrer Mutter mit denen verglichen, die sie jetzt mit ihrem Sohn macht. Ein Perspektivenwechsel.

"Ihr sollt mir nichts kaufen", sagte meine Mutter früher regelmäßig zu meinen drei Geschwistern und mir. Natürlich WOLLTEN wir ihr aber etwas schenken. Zum Geburtstag, zu Weihnachten und auch zum Muttertag.

Je nach Alter waren das zunächst selbst gemalte oder gebastelte Dinge, ein vorbereiteter Frühstückstisch, später Gutscheine für Hilfe im Haushalt – die größtenteils unverbraucht in einer Schublade womöglich noch heute ihr Dasein fristen. "Will sie wirklich lieber was Selbstgemachtes? Wie langweilig", dachten meine Geschwister und ich schon damals, "was will sie denn mit dem xten Bild?" Aber gut. Natürlich respektierten wir ihren Wunsch.

Noch später bestanden die Geschenke dann aus gekauften Dingen oder wieder aus Gutscheinen. Diesmal für Wellness oder Ähnliches, irgendetwas Schönes, das die Mama mit ihrem Mann gemeinsam oder alleine einlösen kann, um sich etwas Gutes zu tun. So ist es noch heute.

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Eigentlich halte ich den ganzen Konsum rund um die Feiertage – wie auch meine Mutter – für Wahnsinn. Und dennoch macht man irgendwie mit. Klar kann ich meiner Mutter das ganze Jahr über dankbar sein für alles, was sie für mich tut und getan hat. Aber man bringt das ja so selten zum Ausdruck. Daher ist es schön, an einem bestimmten Tag einen Anlass zu haben, die Anerkennung zu zeigen. Insofern füge ich mich der Norm und greife die Muttertagstradition gerne auf.

Inzwischen ist mein eigener Sohn sechs Jahre alt. Natürlich will ich nicht, dass er sein überschaubares Taschengeld ausgibt, um mir ein Geschenk zu kaufen. Eigentlich soll er mir gar nichts schenken. Es ist doch viel wichtiger, wie man im Alltag miteinander umgeht. Dass man respekt- und liebevoll ist, neben den Alltagspflichten auch sogenannte "Qualitätszeit" miteinander verbringt und sich aufgehoben fühlt.

Dennoch freue ich mich über ein selbst gemaltes Bild, eine im Garten gepflückte Blume oder Ähnliches. Mehr sogar als über eine gekaufte Schokolade zum Beispiel. Eben weil es viel persönlicher ist und mein Sohn sein Geld für sich behalten kann. Jetzt weiß ich also, warum meine Mutter früher immer sagte, wir sollten ihr nichts kaufen. Und wie schön selbst gemalte Bilder sein können.

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Unsere Autorin

Irlana Nörtemann

Irlana Nörtemann ist seit vielen Jahren mit Herzblut Redakteurin bei Junior Medien. Zu ihren Aufgaben zählt auch Content Management.

Als Mutter eines Jungen lässt sie ihre Alltagserfahrungen in ihre Artikel mit einfließen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Reise und Gesundheit.

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